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Home > Familie & Beruf > Blindenführhund „Noah“ eroberte die Herzen der Schüler im Nu



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TENDENZA - Wohnen & Lifestyle

Blindenführhund „Noah“ eroberte die Herzen der Schüler im Nu



Noah schmust gern mit Frau Mertmann

Frau Mertmann besuchte mit ihrem Hund die fünften Klassen der Hauptschule Wendelstein.

Aus der eigenen Erfahrung weiß jeder, dass man sich im Dunkeln oder mit verbundenen Augen sehr schwer orientieren kann. Manche Tätigkeiten fallen sehr schwer oder sind unmöglich. Im Gegensatz zu erblindeten Menschen können wir jedoch Licht einschalten oder die Augenbinde abnehmen.
Staunend lauschten die Fünftklässler, mit welchen Mitteln, Tricks und neu erlernten Verhaltensweisen Frau Mertmann ihren Alltag meistert. Anschaulich schilderte sie ihre Bemühungen, Rückschläge und Erfolge. Heute kann sie selbstständig einkaufen gehen, verreisen, kochen, waschen, bügeln, sich also um den Haushalt und ihre persönlichen Bedürfnisse kümmern. Nach Wendelstein fahren öffentliche Verkehrsmittel nicht so häufig, deshalb übernahm ihr Mann die Fahrt, der sie auch sonst in allen Bereichen unterstützt. Eine weitere große Hilfe ist der Blindenführhund Noah, ein schwarzer Königspudel. Voll konzentriert nahm er neben seinem Frauchen Platz und achtete auf das kleinste Zeichen oder das leiseste Kommando, um sofort seine Arbeit zu übernehmen. Obwohl er neu im Klassenzimmer war, konnte er den Befehl „Suche Ausgang!“ leicht befolgen.
Spannend war es, als Frau Mertmann Namen von Schülern in der Blindenschrift an die Tafel schrieb. Zum Lesen hatte sie Waschanleitungen der Kleidungsstücke und eine Zeitung mitgebracht, die in der Brailleschrift geschrieben sind. Um das Geschriebene zu entziffern, braucht man ein gutes Fingerspitzengefühl! Gut, dass es nun auch Hörbücher und Hörzeitungen und Nachrichten aus dem Internet gibt.
Im Straßenverkehr und im öffentlichen Leben werden blinde Menschen manchmal mit Situationen konfrontiert, in denen sie Hilfe benötigen. Frau Mertmann betonte aber, dass man als Sehender das nicht entscheiden sollte und nicht ohne Einverständnis des Blinden handeln darf. Sie übte mit den Kindern die passende Frage ein: „Brauchen Sie Hilfe?“
Frau Mertmann zeigte den Schülerin, dass man mit Energie, Ausdauer und Lebenswillen enorm viel erreichen und ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Wir bedanken uns bei Frau Mertmann, ihrem Mann und natürlich auch bei Noah und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.

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Geschrieben von Erika Lang
Mittwoch, 12. Mai 2010


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