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Lebendige Begegnung über Grenzen hinweg
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Am Tag der Ankunft: Die deutschen Gastgeberfamilien holen ihre Gäste aus Zukowo vor der Pfarrkirche St. Nikolaus ab.
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Tage der Begegnung in Wendelstein mit Gästen aus der Partnergemeinde Zukowo – Tag des sozialen Engagements gemeinsam vorbereitet
Wendelstein. Neunzehn polnische Gäste konnten während der Tage der Begegnung im Rahmen des Weltjugendtages in Wendelstein begrüßt werden. Zusammen mit ihren Gastfamilien und mit Pfarrangehörigen erlebten sie einige eindrucksvolle Tage in der Marktgemeinde. Das Erleben von gemeinschaftlichen Aktionen und die Gottesdienstfeiern prägten diese Tage im Vorfeld des Großereignisses Weltjugendtag.
Der größten Teil der Reisestrecke von Zukowo nach Wendelstein legten die Gäste in der Nacht zurück. Um die Mittagszeit wurden die jungen Leute aus dem Nachbarland mit einem Imbiss im Pfarrsaal begrüßt. Eine schlichte Willkommensfeier war zusammen mit den Gast-familien aus Wendelstein in der Pfarrkirche vorbereitet worden. Dabei fand die polnische Muttersprache der Gäste bei einzelnen Elementen der Feier Berücksichtigung, wie z. B. bei der Schriftlesung und bei einem Psalm. Abwechselnd wurde das Vaterunser in polnischer und deutscher Sprache gebetet. Angereist waren die jungen Polen mit ihrem Kaplan Artur Jadanowski, der auch das Segensgebet sprach.
Nach kurzem Aufenthalt in der Gastfamilie traf sich die Gruppe schon bald wieder in den Räumlichkeiten der Pfarrei. Von Pfarrer Hans Oettl erfuhren sie Wissenswertes über die Ge-schichte der Pfarrgemeinde St. Nikolaus und ebenso vom Bistum Eichstätt. Ein Gang in der Pfarrkirche rundete diese Informationen ab.
Nach diesem ersten Kennenlernen ihrer ‚Gastgeberpfarrei’ wurde ein besonderes ökumenische Zeichen gesetzt. Die Weltjugendtagsreisenden aus Polen waren in der evangelischen Georgskirche zu einer Besichtigung eingeladen. Pfarrer Horst-Dieter Stanislaus ließ es sich nicht nehmen, die jungen Leute zu begrüßen. Der Geistliche gestaltete eine lebendige Füh-rung, die auf großes Interesse seiner Zuhörer stieß.
Beachtlich war, dass keine größeren Absprachen nötig waren und die unterschiedlichen Sprachen ebenso kein Hindernis waren, um am Abend die Messe miteinander zu feiern. Der Got-tesdienst wurde zur Hauptsache in polnischer Sprache gefeiert. Auch an den anderen Tagen ihres Aufenthaltes nahmen die Gäste gerne die Gelegenheit wahr, um in der Pfarrkirche Eu-charistie zu feiern.
Im konkreten Handeln lassen sich am leichtesten Sprachbarrieren überwinden. Dies zeigte sich auch während des Tages des sozialen Engagements. Schon bald nach den einleitenden Worten der Verantwortlichen saßen die polnischen und deutschen Jugendlichen an einem Tisch und bereiteten die beiden vorgesehenen Projekte vor. Deutsch, englisch und polnisch wurde in den Tischgruppen gesprochen. Durch Zeichensprache klappte die Kommunikation ebenso hervorragend. Spiele für das am Nachmittag stattfindende Spielefest im Rahmen des Jugendfreizeitplanes waren schnell gefunden und wurden sogleich auf dem Kirchenparkplatz ausprobiert. Ein dreistündiges Spieleprogramm war das Ergebnis der Vorbereitungen, das dann in Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde und unter der Regie von Gabi Lanz durchgeführt wurde.
Begeistern konnte die Gruppe im Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt. Zweimal wurde das Programm auf jeder Etage gezeigt. Heimbewohner, Besucher und Personal hörten den Beiträgen gerne zu. Gerade die ältere Generation im Pflegeheim ließ sich von den deutschen Volkliedern ansprechen.
Die polnische Gastgruppe sang Lieder aus ihrer Heimat. Dabei wurde auch die kaschubische Tradition berücksichtigt, die gerade in der Gegend um Danzig gepflegt wird. Lustige Tänze rundeten das Programm der deutsch-polnischen Gruppe ab. Eine am Vormittag gebastelte Blume wurde an alle Heimbewohner überreicht mit einer bekannten Erzählung von Rainer-Maria Rilke.
Unterbrochen wurde der Tag des sozialen Engagements um die Mittagszeit mit einem Emp-fang bei Bürgermeister Wolfgang Kelsch. Das Gemeindeoberhaupt ließ es sich nicht nehmen die jungen Gäste aus der Partnergemeinde zu begrüßen. In Anwesenheit vom 3. Bürgermeis-ter Wolfgang Dinkler und Gemeinderat Jörg Ruthrof und dem Partnerschaftsbeauftragten Manfred Horndasch wandte sich Kelsch an die deutschen und polnischen Jugendlichen. Er stellte im Sitzungssaal des Marktgemeinderates im Neuen Rathauses die Marktgemeinde vor. Nach einem Blick in sein Arbeitszimmer waren alle eingeladen zu einem Mittagessen in den Sozialraum des Rathauses. Dort bedankte sich Kaplan Artur Jadanowski für die freundliche und zuvorkommende Aufnahme in der Marktgemeinde.
Der Abend gehörte dann wieder der Begegnung. Die Georgspfadfinder der Pfarrei hatten zu einem Grillfest eingeladen. Gäste, Gastfamilien und andere Pfarrangehörige ließen sich gerne ansprechen und trotzten dem Schmuddelwetter im Garten des Vereinshauses unter einer Jur-tenüberdachung.
Der Besuch der Frankenmetropole Nürnberg nahm einen gesamten Tag in Anspruch. Die Weltjugendtags-Stadterlebnistour war von zahlreichen Weltjugendtagsgruppen besucht. Eini-ge hundert Jugendliche beteiligten sich an der Tour unter dem Motto ‚step by step’. Für die beiden Wendelsteiner Gruppen mit ihren Gästen stand die Turmbesteigung von St. Sebald auf dem Programm. Die Besichtigung des Dachstuhls des traditionsreichen Gotteshauses und des Engelchores waren bei dem Gang in die Höhe ebenso eingeplant.
Die Besuche im Verkehrsmuseum und im Germanischen Nationalmuseum wurden durch inte-ressante Kurzführungen gestaltet.
Schwungvoll in den Gesängen und nachdenklich in Texten und Gebeten war die liturgische Feier am Abend in der Lorenzkirche vorbereitet. Ein Stück Weltkirche war bereits hier zu spüren, besonders als das Vaterunser gemeinsam in den unterschiedlichen Sprachen der an-wesenden Gottesdienstteilnehmer gebetet wurde.
Am Sonntag feierten die Wendelsteiner Gastfamilien und Pfarrangehörigen zusammen mit ihren polnischen Gästen den Pfarrgottesdienst in der Pfarrkirche St. Sebald/Schwabach mit. Die Weltjugendtagspilger aus dem Pfarreienverbund zogen zusammen mit dem liturgischen Dienst in die Pfarrkirche ein. Bei der Lesung, bei der Gabenprozession und bei den Fürbitten beteiligten sich die polnischen Gäste. Spontan stimmten sie während der Kommunionaustei-lung ein Lied an. Kaplan Artur Jadanowski verkündete das Evangelium in seiner Mutterspra-che und predigte über das Schriftwort. Auch in deutscher Sprache wurde die Frohe Botschaft von Diakon Alois Vieracker vorgetragen und zur gleichen Zeit auch von einer Gruppe in Sze-ne gesetzt. Kaplan Thomas Stübinger griff diese Erzählung nochmals in seinen Gedanken auf und verband diese mit dem Weltjugendtag. International waren die Gesänge der Messfeier ausgesucht worden, die der Jugendchor der Schwabacher Pfarrei zusammen mit den Gläubi-gen sang.
Der Brauch des Kräuterbüschelbindens wurde am Sonntagnachmittag aufgegriffen. Es zeigte sich, dass die polnischen Gäste diese Tradition zum Fest Maria Himmelfahrt nicht kannten. Unter Anleitung wurden so die Kräuter und Heilpflanzen in freier Natur gesammelt, um sie dann anschließend zu einem Strauß zu binden. Abends hatte dann der Pfarrgemeinderat zu einem Begegnungsabend eingeladen. Gesänge, Spiele und Tänze wechselten sich ab. Auch Gäste aus den Schwabacher Pfarreien waren zusammen mit Domkapitular Alois Ehrl und Diakon Alois Vieracker zu diesem Zusammentreffen in das Vereinshaus gekommen. In den aufgenommen Bildern zu den Tagen der Begegnung konnte jeder der Beteiligten für sich diese erlebnisreichen Tage in Wendelstein nochmals Revue passieren lassen.
Am Ende des Aufenthaltes in Wendelstein feierten die polnischen Gäste zusammen mit einer stattlichen Anzahl von Wendelsteiner Gläubigen den Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt mit. Wiederum zweisprachig war die Liturgie gehalten. Pfarrer Hans Oettl segnet die Kräuterbüschel und bedankte sich sowohl bei den Gästen für ihr Kommen als auch bei den Gast-familien für die gezeigte Gastfreundschaft. In seinen Dank schloss er alle Verantwortlichen ein, die die Tage der Begegnung in Wendelstein vorbereitet hatten und ebenso an die Pfarrangehörigen, die in diesen Tagen Dolmetcherdienste übernommen hatten.
Bericht: Michael Fass
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Geschrieben von Michael Fass
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Dienstag, 23. August 2005
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