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„Neue Deutsche Romantik vs. Graffiti-Art“



Mädchen auf Lattenzaun Graffiti von Alexander Kaiser

Der Kunst- und Kulturverein „Das Guckloch e.V.“ zeigt zum ersten Mal in seiner jungen Geschichte eine Ausstellung zweier Künstler die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unter dem Motto „Kontraste“ präsentiert das Guckloch in den Vereinsräumen in der
Friedrich-Ebert-Str. 40, 90537 Feucht zum einen die Ausstellung von Günter Lorenz „Neue Deutsche Romantik“ und zum anderen die Ausstellung von Alexander Kaiser zum Thema
„Graffiti-Art“. Beide Künstler haben sich in den Vereinsräumen kennen gelernt und nach einigen Gesprächen war diese Idee geboren. Am 20.07.2008 um 14.00 Uhr zeigen beide in einer Vernissage einige Ihrer Werke.
Die Ausstellung dauert ca. 5 Wochen.


Günter Lorenz, wohnhaft in Feucht und seit Eröffnung des Kunst- und Kulturvereins Mitglied, widmet sich seit 40 Jahren der Malerei. Es ist immer noch wunderbar nach einem fertig gestellten Bild für Sich die Erfahrung zu machen, dass das letzte das schönste Werk ist. Gefühle zu malen, ist keine leichte Aufgabe, aber ich glaube einen Weg gefunden zu haben, so der Künstler über sich selbst. Kunst ist nicht nur was das Auge für schön empfindet sondern Kunst ist was die Seele berührt.

Der Titel zu meiner Ausstellung „Neue Deutsche Romantik“ ist für mich in der heutigen Zeit ein besonders treffender Leitsatz um auf verloren geglaubte Sinne aufmerksam zu machen. Die Kreativität der Malerei ist für mich ein Eintauchen in neue, bizzare und unter Umständen sogar abstoßende Welten. In Erinnerung möchte ich auf Edvard Munch, Gustav Klimt, C. D. Friedrich, A. Böcklin, Franz von Stuck und viele andere aufmerksam machen, die im 19. Jahrhundert den Symbolismus als eine Art von Geisteshaltung zum Ausdruck brachten.
Romantik und Symbolismus sind ein Werkzeug um menschliche Gefühle zum Ausdruck zu bringen. In einer Zeit, in den 24 Stunden lang Talkshows und 99ct. Partys die Städte überrennen, aber nebenbei die Lebensmitteltafeln, wie Pilze aus dem Boden schießen, wo junge wie alte Menschen als arm bezeichnet werden und das 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, da ist es mal wieder an der Zeit zu zeigen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. Die Kunst ist leider nur ein ganz kleines Mittel um Aufmerksamkeit zu erhaschen, aber jeder kleine Lichtblick ist es Wert.

Der Kunstverein Das Guckloch e.V. hat hier ein Zeitfenster aufgemacht.
Kunst den Menschen wieder etwas näher zu bringen ist eine schöne Sache und tut mit Sicherheit niemanden weh.

Alexander Kaiser, Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Vereins kam das erste Mal mit der Graffitikunst 1989 in Berührung. Durch einen langjährigen Freund und Weggefährten lernte er schnell auf was es beim „Sprayen“ ankommt. Durch Üben an diversen freigegebenen Wänden wie z.B. die Wilhelm-Baum-Turnhalle in Feucht, konnte er seine Begabung und sein Hobby weiter ausbauen, Erfahrungen sammeln und Details ausarbeiten. Auch zahlreiche Aufträge für Privatpersonen und Firmen erledigte er mit Freunden und verschönerte so auch zahlreiche graue Betonwände in der Umgebung. Unter seinen Werken befindet sich auch ein Photo eines Kinderkopfes, das für einen guten Zweck vom Jugendzentrum Feucht bei einem Sommerfest versteigert worden ist. In den vergangenen Jahren stellte er die Farbdosen zur Seite und legte Pausen wegen Zeitmangels ein, fand aber immer wieder zurück zum Zeichnen und Malen. So ist eine beachtliche Sammlung von Sketchen und Vorlagen herangewachsen, die er nach eigener Aussage nur für sich zeichnet und dabei abschalten und Kraft tanken kann. Seine Bilder und Motive entstehen im Kopf und er versucht diese so auf Papier zu bringen. Nicht immer sei diese Aufgabe leicht, aber er sagt selbst, er habe noch genug Zeit zum üben. Über eine Ausstellung habe er noch nie nachgedacht, die Gelegenheit habe sich jedoch jetzt geboten.
Trotzdem verstauben seine Werke nicht Zuhause, denn er hat letztes Jahr einen weiteren Schritt gewagt und sich eines seiner Motive tattowieren lassen. Mittlerweile sind es sogar schon zwei.

So weit kann Kunst gehen.

Die Ausstellung können Sie samstags und sonntags von 14.00 bis 22.00 Uhr in den Vereinsräumen besuchen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter „www.das-guckloch-ev.de“.

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Reinhold Lüftner


Geschrieben von Das Guckloch e.V.
Dienstag, 15. Juli 2008


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