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Schwander Kirchweihlieder in den Abruzzen
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Gruppenfoto mit Giulio und Nello
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Schwander Kärwaboum und -madli am Weinfest in Ridotti
Nachdem vor einiger Zeit durch unseren italienischen Austausch-kärwabou „Giulio Vozza“ die Idee geboren wurde, eine fränkische Kirchweih in Italien zu feiern und nach kurzer Terminabsprache Anfang des Jahres ein günstiges Datum gefunden wurde, begann auch gleich die Vorbereitung und Organisation. Man musste aber sehr schnell feststellen, dass so ein Fest in 1200km Entfernung unsere organisatorischen und vor allem finanziellen Möglichkeiten weit überschreitet. Aber eine Lösung war gleich gefunden!
Dann laden wir euch halt zu einem typischen „ Festa del Vino“ (Weinfest) ein.
Gesagt, getan und so war es dann am Donnerstag den 20. August soweit. 2 Kleinbusse und ein Pkw, vollbesetzt mit 23 hochmotivierten Kärwaboum und -madli setzte sich Richtung Italien nach Ridotti in Bewegung. Ridotti; In diesem kleinen Bergdorf mitten in den Abruzzen steht das Elternhaus von unserem allseits bekannten Carlo Valentini, Wirt des Restaurants „La Rosa“ in Schwand, hat vielleicht 600 Einwohner und liegt ca. 100 km südlich von l´Aquila.
Nach 13 stündiger, im Einzelfall auch 15 stündiger Fahrt und einer typischen italienischen Polizeikontrolle kamen die 3 Autos mit Navi ausgerüstet, über 3 verschiedene Routen endlich in Ridotti an. Sofort gab es bei 40°C einen kurzen Sektempfang und uns wurden einige Mitglieder des Vereins „Pro Loco“ vergleichbar mit den „Brauchtumsfreunden Schwand“ vorgestellt. Dieser Verein war maßgeblich an der Organisation des Festes und unserer Unterbringung beteiligt. Dafür vielen Dank. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, einige suchten Abkühlung im nahegelegenen Gebirgsbach, andere wieder in der einzigen Bar am Ort, um erste Kontakte mit den Einheimischen zu knüpfen.
Um 19 Uhr begannen die Feierlichkeiten mit einem offiziellen Teil, der mit dem Durchschneiden eines über die Straße gespannten Bandes debütierte. Auf einer Bühne im Zentrum der Feierlichkeiten wurden wir, nach dem Erklingen der deutschen und italienischen Nationalhymne vom 2. Bürgermeister herzlich Willkommen geheißen und der Freude über die deutsche Abordnung Ausdruck gegeben. Im Gegenzug hat sich ein mutiger Kärwabou auf Italienisch für die Einladung bedankt, was starken Zuspruch fand. Da in Italien das Kirchweihfest; auf italienisch „Festa di sagra“ eine sehr religiöse und festliche Angelegenheit ist, wurde der Unterschied zur fränkischen Kirchweih im weiteren Verlauf der Rede natürlich auf Deutsch mit Dolmetscherin verdeutlicht, sowie das Dazutun der Kärwaboum und dessen Liederinhalte. Nach Austausch der Gastgeschenke, jeweils regionale Spezialitäten in fester und flüssiger Form wurden die offizielle Präsente der Gemeinden überreicht und dann ging es endlich zum Weinfest.
In den alten Häusern im Dorfkern wurden den Gästen, meist in den Kellern zubereitete regionale Spezialitäten angeboten, wie selbstgemachter Wein, gegrilltes Lamm, verschiedene Spieße mit Fleisch oder auch Früchten und natürlich auch Pasta und Pizza. Sitzen konnte man dann vor den Häusern auf Bierbänken und das bei herrlichen 29°C bis zumnächsten Morgen, denn solange wurde dort gefeiert, einfach traumhaft.
Für Samstagabend wurde ein Fußballmatch ausgemacht. Treffpunkt um 18:30 Uhr am Sportplatz. 18:30 am Sportplatz; 20 Deutsche warten auf den Fußballgegner und die italienischen Fans; Nichts!!! Außer das die fußballwütigen Kärwaboum mit einem Hundeball trainierten. 19:15 die ersten italienischen Fans kommen zum Sportplatz mit den Worten“ Wo ist der Ball?“ Nach mehrfachen Anrufen und 30 weiteren Minuten kamen dann 3 italienische Spieler und ein paar weitere Fans sowie einem Ball. Leicht verspätet hat es doch noch ein Fußballspiel gegeben, aber genau das ist diese italienische Gelassenheit die der deutsche Pauschalurlauber so liebt. Danach sind alle nochmal zum Weinfest und haben ordentlich gefeiert und Kärwalieder gesungen bis in die Morgenstunden. Tagsüber wurden wir von Carlo höchstpersönlich verpflegt- vom gespendeten Frühstück bis hin zum Menü- das es für einen kleinen Obolus gab, welches er mit den Wirtsleuten und ein paar Helfern gezaubert hat wie z.B. „Pollo alla birra“ (Hähnchen in Biersoße) Vielen Dank auch dafür. Sonntagnachmittag, nachdem jeder ausgeschlafen und gut gegessen hatte, hieß es Abschied nehmen. Auf dem Rückweg machten wir einen großen Abstecher über die Adriaküste um noch ein bisschen im Meer zu planschen. Schöner Nebeneffekt, ein Teilnehmer hat zum ersten Mal das Meer gesehen. Am Montag gegen 8 Uhr sind wir alle, zwar sehr Müde aber wohlbehalten in Schwand angekommen. È stato un viaggio indimenticabile. (Es war eine unvergessliche Reise)
Am 3. Oktober um 19 Uhr wollen wir die Reise mit Bildern und Filmclips noch einmal Revue passieren lassen.
Über ihr Kommen würden wir uns freuen. In der Pizzeria „La Rosa“ Rosengasse 1 in Schwand.
Michael Schulze |
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Geschrieben von Michael Schulze
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Mittwoch, 02. September 2009
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