10 Jahre Wundexperten an der Kreisklinik Roth

Roth - Kreisklinik bildet seit 10 Jahren zertifizierte Wundexperten aus und feiert Jubiläum.

  • Wundversorgung am Dummy

    Wundversorgung am Dummy
    © G. Rudolph

Vor 10 Jahren startete die Kreisklinik Roth als eine der ersten Kliniken in Deutschland die nach dem ICW Standard zugelassene Ausbildung zum zertifizierten Wundexperten. Die Fortbildung für Mitarbeiter in Kliniken, ambulanten Pflegediensten, stationären Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen bietet die Kreisklinik auch weiterhin nach dem inzwischen bundesweit anerkannten Standard der Fachgesellschaft ICW e.V. an. Die Initiative Chronische Wunden (ICW e.V.) ist eine Fachgesellschaft, in der unterschiedliche Berufsgruppen zusammenarbeiten und sich für die Belange von Menschen mit chronischen Wunden sowie deren Behandler engagieren.

In den jährlich stattfindenden 7-tägigen Seminaren wurden in der Kreisklinik in den vergangenen Jahren über 160 Wundspezialisten ausgebildet. An den Kursen nahmen von Anfang an Mitarbeiter aus den verschiedensten Pflege- und medizinischen Einrichtungen auch über den Landkreis Roth hinaus teil.
Was 2009 als Versuch begann, die Fort- und Weiterbildung im Bereich Wundbehandlung  neu aufzustellen, hat sich inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Resonanz ist groß, denn die Kurse sind immer ausgebucht.  Besonders erfreulich sei es, dass sich durch die Seminare die Zusammenarbeit zwischen den Professionen und Einrichtungen bei der Versorgung von Wunden verbessert habe.

Kursinhalt
„Der Wundexperte ICW e.V.“ wird nach dem Curriculum der Fachgesellschaft Initiative Chronische Wunde e.V. ausgebildet und vom TÜV Rheinland überwacht. Zertifiziert werden verschiedene Berufsgruppen wie beispielsweise Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen, Altenpfleger/-innen, Podologen, Apotheker und Medizinische Fachangestellte.

Neben dem Besuch von theoretischen Unterricht und einer praktischen Hospitation müssen die Absolventen eine Hausarbeit erstellen und eine schriftliche Prüfung ablegen, ehe sie das Zertifikat zur Wundexperten ICW e.V. erhalten

In Deutschland gibt es ca. 800.000 – 900.000 Menschen die an einer chronischen Wunde leiden. Im Jahr 2014 kam es zu rund 48000 Amputationen von Füßen, Unterschenkeln und Gliedmaßen welche auf chronische Wunden zurückzuführen waren.

Situation in der Kreisklinik
Nicht zuletzt auf diesem Hintergrund war es von Anfang an das Ziel der Kreisklinik, mit den Fortbildungsangeboten die Behandlung der Wunden mit besonders komplizierten Verläufen qualitativ zu verbessern. Gleichzeitig sollte die Wundversorgung entsprechend den neuesten medizinischen Erkenntnissen kontinuierlich weiter entwickelt werden.

„Unserer Zielsetzung von damals sind wir ein großes Stück näher gekommen“, so der Pflegedienstleiter.  Rückblickend habe „sich der Umgang mit der Wunde am Patienten auch in der Kreisklinik qualitativ stark verbessert“. In der sogenannten Wundgruppe treffen sich regelmäßig die Fachkräfte und tauschen sich über Neuerungen in der Wundversorgung, die anzuwendenden Expertenstandards und die neuesten Verbandstoffe aus. Um die Behandlungsqualität in der Kreisklinik Roth auch in Zukunft sicher zu stellen, habe die Klinik ihre ausgebildeten Wundexperten verpflichtet sich regelmäßig fort zu bilden und sich mit Kollegen auszutauschen.

Chronische Wunde, Ursachen
Wundexperte Prennig erklärte, ab welchem Zeitpunkt eine Wunde in Fachkreisen als chronisch bezeichnet wird. „Wenn eine Wunde sich über der Heilungsprozess über einen Zeitraum von 4 – 12 Wochen erstreckt, spricht man von einer chronischen Wunde. Meist sei die Wunde aber nur ein Symptom einer Grunderkrankung, wie beispielsweise Diabetes, einer arteriellen Durchblutungsstörung oder einem Krampfaderleiden. Solche Wunden heilen, trotz Therapie, meist nur langsam oder manchmal überhaupt nicht.

Die Vielfältigkeit der Grunderkrankungen und Wundstadien erschwert es Standards zur Wundversorgung zu entwickeln. Zur Durchführung einer guten Wundversorgung ist daher Expertenwissen von interdisziplinär agierenden Teams  gefragt. Oft ist auch das psychische Leiden groß, denn chronische Wunden verursachen Schmerzen und schlechte Gerüche. Die Verbände sind oft durchnässt und müssen ständig gewechselt werden. 

Neben  Diagnostik und Therapie der Grunderkrankungen unter anderem auch die lokale Wundbehandlung mit speziellen modernen Wundauflagen, sowie Schmerztherapie, Bewegungsförderung durch Physiotherapie, spezielle druckentlastende Maßnahmen durch Schuhwerk oder Bettmatratzen und Ernährungsberatung eine große Rolle, um diese schlecht heilenden Wunden behandeln zu können.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Programm der Weiterbildung zum Wundexperten ICW e.V., welche seit 10 Jahren an der Kreisklinik Roth durchgeführt wird.

Leitungsteam
Das Leitungsteam um Dieter Debus (Pflegedienstleitung der Kreisklinik und Seminarleiter), Thorsten Prennig (Krankenpfleger, Wundexperte und fachlicher Leiter) und Heinz Hofer (Lehrer für Pflegeberufe und pädagogischer Leiter) wird von vielen Fachdozenten unterstützt. Unter anderem kommen Ärzte, Diabetologen, Podologen, Physiotherapeuten, Rechtsanwälte, Ernährungsberater, Kommunikationstrainer während des Ausbildungskurses zum Einsatz.

Von: Guntram Rudolph, Mittwoch, 30. Januar 2019 - Aktualisiert am Mittwoch, 30. Januar 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Kreisklinik Roth« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/kreisklinikroth
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