100ste Ausstellung im Rednitzhembacher Rathaus
Rednitzhembach - Erster Bürgermeister Jürgen Spahl und Kulturbeauftragte Christel Vogelsang eröffnen Werkschau mit Bildern des Münchener Kunstmalers Bernhard Prinz.
Es ist ein unglaubliches Jubiläum. Am Freitag hat die Vernissage zur 100. Kunstausstellung im Rednitzhembacher Rathaus stattgefunden. Dafür hatten sich Erster Bürgermeister Jürgen Spahl und die gemeindliche Kulturbeauftragte Christel Vogelsang, einen ebenso hochkarätigen wie ausgezeichneten Künstler in die Machtzentrale der Gemeinde geholt, der durchaus mit Rednitzhembach verbunden ist. Immerhin ist der Münchner Maler Bernhard Prinz mit der Radiomoderatorin Claudia Finger-Erben verheiratet. Sie stammt aus Rednitzhembach und hat ihn vor 15 Jahren in einer ihrer Sendungen kennengelernt. „Er ist ein Künstler durch und durch“, stellte sie ihren Gatten während der Vernissage vor.
„Bernhard liebt bunte, opulente, fröhliche Bilder. Voller Kraft, voller Freude, voller Liebe“, beschreibt sie seine Werke. „Seine Porträts sind auch ein Blick ins Herz.“ In Fachkreisen wird sein Stil als „Barock-Surrealismus“ bezeichnet. Seine Bilder gelten als „Kabarett mit Stiften“. Kritiker bezeichnen die Prinz-Werke als „satirisches Theater der Malerei, handwerklich und künstlerisch brillant“. Besonders gerne vertieft sich der 1975 in München geborene Prinz in große Szenendarstellungen. Hunderte Persönlichkeiten tummeln sich auf den zwei Meter breiten Gemälden und bieten dem Betrachter immer neue Überraschungen.
Aber auch in seinem Stil typische Porträts gehören zu seinem Portfolio. Bernhard Prinz liebt, sieht und entdeckt die Menschen, ob Promi oder Briefträger. Er bringt immer den ganzheitlichen Charakter auf die Leinwand. Niemals verletzend, immer treffsicher und erkennbar. So war es in Rednitzhembach möglich, dass Jürgen Spahl zwischen Bildern der fränkischen Comedians Heißmann und Rassau einen Platz fand. Nach dem offiziellen Teil der Vernissage hat Bernhard Prinz außerdem zahlreiche Besucher gezeichnet.
Die erste Ausstellung im Rednitzhembacher Rathaus ist am 31. August 2006 eröffnet worden. Christel Vogelsang war damals Gemeinderatsmitglied und seit 2004 auch schon Kulturbeauftragte. Das ist sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Gremium im Mai 2014 geblieben. Die gelernte Lehrerin war also an Künstlerauswahl, Organisation und den jeweiligen Vernissagen aller 100 Werkschauen beteiligt. Immer hielt sie dabei eine Rede mit ebenso kurzen wie treffenden Beschreibungen der gezeigten Werke und ihrer Urheber. „Die Ausstellung ist eröffnet“, war dabei das geflügelte Wort. Dafür ist Vogelsang nun außergewöhnlich beschenkt worden. Bernhard Prinz hat sie in seinem ganz eigenen Stil porträtiert.
Kunst und Kultur in einer gewissen Qualität wären in einer kleinen Gemeinde wie Rednitzhembach ohne Sponsoren nur sehr schwer möglich. Diesmal hat sich die Firma Alpha-Tec beteiligt. Björn Kohler, Mitglied der Geschäftsführung, bediente sich eines Zitats von Pablo Picasso, um die Bedeutung der Kunst für das Leben in Rednitzhembach deutlich zu machen. „Kunst wischt den Staub von der Seele“, so Kohler, der Rednitzhembach als eine der Kulturhauptgemeinden des Landkreises sah. Ähnlich bewertete der stellvertretende Landrat Walter Schnell die Arbeit in der Schwabacher Südrandgemeinde. „Rednitzhembach ist hier führend im Landkreis“, so Schnell und hob das Team hinter Jürgen Spahl sowie den Gemeinderat als Unterstützer hervor.
Erster Text wie vereinbart Jürgen Spahl machte darauf aufmerksam, dass das Rathaus an vielen Stellen im Inneren beim Bau als eine Art Galerie geplant worden sei. „Wände, Beleuchtung, Gemäldeschienen, so können wir die Kunst zu den Leuten bringen, die das Rathaus ohnehin besuchen“, sagte Spahl und freute sich über die Resonanz. Schließlich war die Jubiläums-Vernissage die bestbesuchte jemals. „100 Besucher zur 100sten Ausstellung.“ Dieser Wunsch Jürgen Spahls hatte sich erfüllt.
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