"2nd line" beschließt die Open-Air-Saison im Kreuzwirtskeller
Hilpoltstein - Die Band mit 13 Musikerinnen und Musikern aus dem gesamten Großraum begeisterte mit fulminanten Bläsern, einem bestechendem Gesangs-Quartett und echten Könnern am Keyboard und hinter der Gitarre. Das Publikum tanzte und jubelte.
Zum Abschluss der Open-Air-Saison im Kreuzwirtskeller präsentierte das Team der Kleinkunstbühne am Samstag ein echtes Highlight. „2nd Line“ ist eine Band mit Musikern aus dem Großraum Nürnberg, die für ihre mitreißende Performance bekannt ist. Die 13 Interpreten verstehen es, die Energie einer Big Band mit modernen Arrangements zu kombinieren. Eine brodelnde Mischung aus Funk, Soul und Jazz war das Ergebnis.
Die Setliste war gespickt mit Klassikern, aber auch unerwarteten Perlen von Steve Wonder, Ray Charles, Toto, den Beach Boys, Otis Redding und Bob Marley sowie Filmhits aus den Kultstreifen „Blues Brothers“ und „Rocky Horror Picture Show“. Mit energiegeladenen Interpretationen schufen „2nd Line“ einen unvergesslichen Abend. Die emotionale Bandbreite der ausgewählten Songs hielt das Publikum in Bewegeung. Die Band hatte großen Spaß an der Interaktion mit den Gästen, die tanzten und schließlich lautstark „Zugabe“ forderten.
Schon der Opener „Celebration“ setzte die Stimmung: Groovige Rhythmen und die kraftvolle Bläsersektion mit fünf Musikern an Trompete, Posaune und Saxofonen zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Der Sound der Bläser verlieh der Musik prägende Kraft und sinnliche Seele, die den Kreuzwirtskeller durchdrang. Besonders bei Stücken wie „Hard to Handle“ und „Unchain My Heart“ zeigte sich die unbändige Energie der Bläser. Sie verlieh den Songs eine mitreißende Tiefe.
Ein Sänger und drei Sängerinnen – Alex Grasser, Christine Hesseler, Anna Sattler und Andrea Gossler, harmonierten perfekt. Sie wechselten sich als Frontmann und -frau ab und brachten Vielseitigkeit auf die Bühne. Lead-Sänger Alex Grasser stach besonders als Joe-Cocker-Interpret hervor. Seine raue, gefühlvolle Stimme verlieh „Unchain My Heart“ und „You Can Leave Your Hat On“ eine Authentizität, die das Publikum ergriff. Das Damen-Trio glänzte mit mehrstimmigen Backing Vocals, etwa bei „Signed, Sealed, Delivered“ und „September“, und sorgte für harmonische Höhepunkte, die die Seele berührten.
Instrumental war der Abend ein Feuerwerk an Können. Neben den grandiosen Blechbläsern begeisterten Keyboarder Jake Zenger und Gitarrist Jozef Horka mit virtuosen Soli. Zengers funkige Läufe auf dem Keyboard, besonders bei „Superstition“ und „Georgy Porgy“, verliehen den Songs eine soulige Tiefe, während Horkas bluesige Riffs, etwa in „Sweet Home Chicago“, das Publikum in Begeisterungsstürme versetzten. Zenger und Horka legten gemeinsam mit der Rhythmusabteilung aus Schlagzeug, Percussion und Bass ein solides Fundament, das bei Songs wie „Sweet Home Chicago“ und „I Wish“ für unbändigen Groove sorgte. Die Band zeigte ihre Vielseitigkeit, indem sie mühelos zwischen Funk, Soul, Blues und sogar rockigen Elementen wie in „Time Warp“ wechselte.
Alles in allem lieferte „2nd Line“ ein Konzert, das Rhythm ’n’ Soul in seiner besten Form präsentierte. Mit einer mitreißenden Setliste, einer herausragenden Bläserabteilung, virtuosen Soli und der charismatischen Performance des Vocal-Quarttets setzte die Band ein Ausrufezeichen im Jubiläumsprogramm des Kreuzwirtskellers. Ab Mitte September geht es dort weiter mit dem Programm unter Dach.
