750 Einsatzkräfte haben Waldbrand in Wendelstein erfolgreich bekämpft
Region - Kreisbrandrat Christian Mederer spricht von hervorragender Zusammenarbeit und perfekter Leistung jedes einzelnen Helfers verschiedener Organisationen. Der Einsatz am Dienstag, dem 24. Juni 2025, erstreckte sich über 27 Stunden. Selbst Teile der Bevölkerung haben sich spontan engagiert.
Der Waldbrand in Wendelstein hat sämtliche Blaulichtorganisationen 27 Stunden lang in Atem gehalten. Letztlich waren es ab Dienstag 13 Uhr 500 Menschen, die den Brand bekämpft haben. Am Mittwoch kamen bis 16 Uhr noch 250 hinzu, wie Kreisbrandrat Christian Mederer auf Anfrage des meier-Magazins mitgeteilt hat. Der Chef der Feuerwehren im Landkreis Roth lobte alle Beteiligten und schilderte die Zusammenarbeit als „hervorragend“. Alle hätten ihre Aufgaben perfekt erfüllt und das jeweilige getan, um den Brand so schnell wie möglich einzudämmen.
Aufgrund der Komplexität und Größe des Gesamteinsatzes wurde nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes gearbeitet. Der Waldbrand war als „koordinierungsbedürftiges Ereignis“ eingeordnet. „Die Organisation und Koordination des gesamten Einsatzes durch diverse Führungseinheiten bis hin zum Örtlichen Einsatzleiter hat bestens geklappt“, sagte Mederer. „Alle Feuerwehren und Hilfekräfte haben Hervorragendes geleistet und vorbildlich zusammengewirkt.“ Für den beherzten und hochprofessionellen Einsatz, durch den Schaden von Wendelstein und weiteren Waldflächen verhindert werden konnte, möchte ich mich bei allen Einsatzkräften herzlich bedanken“, sagte Johannes Wurm, Betriebsleiter des zuständigen Forstbetriebs Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten.
Bedingt durch die Trockenheit, hohe Temperaturen und des relativ starken Windes breiteten sich die Flammen in kürzester Zeit rasant aus. Die Unzugänglichkeit der Brandfläche erschwerte die Löscharbeiten ebenfalls erheblich. Der Brand entstand Im Bereich eines historischen Steinbruchs. Rauchentwicklung und Brandgeruch waren bis Feucht und Altenfurt wahrnehmbar.
Zur Brandursache gibt es bei der Polizei erste Erkenntnisse, die auf eine „menschengemachte“ Ursache hinweisen. Um den genauen Auslöser der örtlichen Katastrophe zu klären, sind nun weitere Ermittlungen erforderlich. Die Polizeiinspektion Schwabach war kurzfristig mit bis zu 25 Einsatzkräften vor Ort. Diese wurden jedoch nach kurzer Zeit auf 15 reduziert. Nach der Evakuierung erfolgte eine weitere sukzessive Reduzierung bis 21.30 Uhr. Die Beamten übernahmen Verkehrssperrungen, halfen bei der Evakuierung des Seniorenheims, unterstützten die Brandlöschung durch den Polizeihubschrauber aus Roth und waren Ansprechpartner für den örtlichen Einsatzleiter der Feuerwehr und die anderen Blaulichtorganisationen. "Die Zusammenarbeit war gut. Die Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen nutzten einen benachbarten Großparkplatz für die organisationsübergreifenden Absprachen", erklärte Polizeioberrat Marcus Seltner.
Die Zahl der beteiligten Feuerwehren war sehr groß. 41 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Roth von Thalmässing und Spalt bis Rohr, von Allersberg bis Abenberg waren mit dabei. Die Wehren des Markts Wendelstein ohnehin. Ebenso waren Feuerwehrkräfte aus Schaftnach, Penzendorf, Schwabach, Feucht und Katzwang beteiligt. Vertreten waren außerdem THW, Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, Bergwacht und Personal der Gemeinde Wendelstein. „Es war vor allem ein personeller Kraftakt alle Glutnester zu beseitigen“, schildert Mederer eine der wichtigsten Arbeiten der Helferinnen und Helfer. Aufgrund der hohen Temperaturen mussten die Kräfte im Schichtbetrieb regelmäßig ausgetauscht werden.
Zwei Geistliche, Ärzte, Pflegekräfte und Teile der Bevölkerung haben sich als „Spontanhelfer“ beteiligt, als es darum ging die Bewohner des Betreuten Wohnens in die Rangauhalle in Kleinschwarzenlohe zu evakuieren. Dazu hatte man sich auf Seiten der Einsatzleitung entschlossen, als das Feuer auf 100 Meter an die Altenhilfeeinrichtung herangerückt war. Die Leitung dafür übernahmen die Rettungsdienste. Die Seniorinnen und Senioren sind in der Rangauhalle von Anwohnern betreut und beruhigt worden. Sie spendeten Essen und Getränke. Zugleich unterstützten einige Wendelsteiner die Arbeiten auch, indem sie Schläuche verlegten.
„Insgesamt war das Zusammenwirken aller Kräfte von ihrer jeweiligen hohen fachlichen Kompetenz geprägt“, analysierte der Kreisbrandrat am Mittwoch Abend den Gesamteinsatz. So genannte „Flughelfer“ betreuten die Brandbekämpfung aus der Luft. Das 24 000-Liter-Faltbecken des THW wurde dazu von der Feuerwehr Schaftnach mit Wasser aus der Schwarzach befüllt. 800 Liter transportierte jeder der über 40 Hubschrauber-Flüge an den Brandort.
Bergwacht und Rettungsdienst leisteten die sanitätsdienstliche Absicherung der Einsatzkräfte und waren für die Verpflegung verantwortlich. Die Löscharbeiten mussten bei extremer Hitze und im unwegsamen Gelände geleistet werden. Das Brandumfeld war zu 90 Prozent ausschließlich zu Fuß zu erreichen. Alle Materialien mussten per Hand herangeführt werden. Das Löschwasser konnte ausschließlich über Schlauchstrecken, Hubschrauber und Löschfahrzeuge an die Einsatzstelle transportiert werden.
Bereits kurz nach Alarmierung stand der zuständige Forstrevierleiter, Andreas Böllet, im Austausch mit den Einsatzkräften. Am späteren Nachmittag machte sich auch Forstbetriebsleiter Wurm ein Bild von der Lage und stand im Austausch mit der mit der Einsatzleitung zur Abstimmung von Unterstützung. Der Forstbetrieb Nürnberg bittet die Bevölkerung, den Waldbrandbereich zu meiden. Zwar wurden bereits zahlreiche Gefahrenquellen gefällt. Nach Bränden können jederzeit weitere Bäume unvermittelt umfallen (sog. „Widow-Maker“). Um möglichst viel Waldbestand zu erhalten, wird die betroffene Waldfläche in den kommenden Wochen intensiv beobachtet. Leider ist wahrscheinlich erst nach Wochen oder sogar Monaten klar, wie groß der Schaden am verbleibenden Bestand ist. Für den Herbst sind Aufforstungsmaßnahmen geplant.
In den kommenden Tagen werden die Feuerwehren Wendelsteins noch mit Brandnachschauen beschäftigt sein, um ein eventuelles Wiederaufflammen zu verhindern. Zur Flächenausbreitung des Brandes gab es verschiedene Meldungen. Christian Mederer beschreibt die Brandfläche mit 10 000 bis 15 000 Quadratmeter. Die Bayerischen Staatsforsten schätzen die Schadensfläche auf rund 25 000 Quadratmeter. Das entspricht 2,5 Hektar.
Angesichts der anhaltenden Trockenheit und hohen Temperaturen ruft der Forstbetrieb alle Waldbesucher und Anwohner an Waldflächen zur äußersten Vorsicht auf. Die Waldbrandgefahrenstufe von aktuell 4 wird sich – sollte es nicht regnen – voraussichtlich noch weiter verschärfen. "Wir erwarten dann die höchste Gefahrenstufe 5", hieß es. Es gilt ein striktes Rauchverbot im Wald. Ebenso ist offenes Feuer oder Grillen im oder in der Nähe des Waldes strikt untersagt (Artikel 17, Bayerisches Waldgesetz). Bereits eine achtlos weggeworfene Zigarette kann schwerwiegende Folgen haben. Des Weiteren werden die Waldbesucher gebeten, Ihre Fahrzeuge nur in den geschotterten Bereichen der Parkplätze abzustellen. Heiße Katalysatoren von Fahrzeugen können leicht trockenes Gras oder ähnliches entzünden.
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