AbendROTH lockt in die Innenstadt
Roth - Die lange Einkaufsnacht in der Kreisstadt hat viele hundert Besucherinnen und Besucher angezogen. Kunst, Kultur, Musik und ein umfangreiches kulinarisches Angebot bildeten den Rahmen für ein lockeres und kurzweiliges Flanieren. Zahlreiche Familien waren unterwegs, denn auch für Kids war einiges geboten. Den Höhepunkt bildete eine umwerfende Feuershow am Kugelbühlplatz.
Als am Kugelbühlplatz die Flammen in den Nachthimmel schlugen, hatte sich die Rother Innenstadt längst in eine große Abendbühne verwandelt. Musik, Einkaufen, Kultur, Kleinkunst und kulinarische Angebote lockten am Freitag bei „AbendROTH“ zahlreiche Besucher ins Stadtzentrum. Die Feuershow am Kugelbühlplatz bildete spektakulären Höhepunkt des Abend und lockte das Publikum zum Programm-Abschluss in die östliche Altstadt..
Bis 22 Uhr hatten die Geschäfte zum verkaufsoffenen Abend geöffnet. Nicht nur bei Optik Fiedler, im „Kunststück“ am Kugelbühlplatz und in der Buchhandlung Genniges gab es eigene Aktionen und Angebote. Damit wurde der Einkaufsabend nicht nur zum Bummel durch die Geschäfte, sondern auch zu einer Gelegenheit, die Innenstadt und ihre unterschiedlichen Angebote einmal in einem anderen Rahmen zu erleben.
Auch auf den Plätzen und in den Straßen war einiges geboten. Musik und Kleinkunst sorgten für Unterhaltung. Im Fabrikmuseum konnten Besucher bei Führungen laufende Maschinen erleben und sich selbst an historischen Heimarbeitsplätzen versuchen. Im Schloss Ratibor lud eine Mitmach-Ausstellung zu Märchen der Brüder Grimm ein, in der Stadtbücherei wurde vorgelesen. Ein Abendflohmarkt in den Ratsstuben ergänzte das Programm. Im Seckendorff-Schloss wartete ein atmosphärischer Chanson-Abend mit Poetry über Unterwegssein, Heimat, Fremdsein und die Frage, wann wir uns wirklich zugehörig fühlen. „Neue Perspektiven zu öffnen“ war das Ziel.
Für einen ungewöhnlichen Blickfang sorgten vier Gaukler mit einem aufwendig im Steampunk-Stil dekorierten Fahrzeug. Mit Jonglage, Hula-Hoop und spontanen Aktionen bezogen sie die Besucher in ihre Auftritte ein. Den großen Schlusspunkt setzte dann die Feuershow am Kugelbühlplatz. Auch kulinarisch war einiges geboten. Eine fränkische Spezialität durfte dabei nicht fehlen: Die CSU bot „Drei im Weckla“ an. Die Nachfrage war so groß, dass während des Abends gleich dreimal Semmeln nachgekauft werden mussten.
Parallel zu „AbendROTH“ fand die „Nacht der Demokratie“ statt. Der Kreisjugendring stellte dabei das Projekt „Demokratie leben“ im Landkreis Roth vor. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, demokratisches Zusammenleben zu stärken und insbesondere junge Menschen für Beteiligung und gesellschaftliches Engagement zu gewinnen. Auch gemeinsames Singen gehörte zum Programm. Unter dem Motto „Sing it loud!“ wurde auf dem Marktplatz die Demokratie musikalisch gefeiert. Damit bekam der Abend neben Unterhaltung und Kultur auch eine gesellschaftspolitische Dimension.
Einen weiteren besonderen Anlass gab es neben dem Rathaus: Die neue Touristinformation wurde offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem früher ein Café untergebracht war, ist nach einer Kernsanierung nun das neue Domizil der Touristinformation.
Rund 2,4 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet – und damit sogar mehr als „Abriss und Neubau“, wie Hochbauamtsleiter Stefan Hofmann erklärte. Grund für die hohen Kosten war unter anderem Hausschwamm, der im Gebäude festgestellt worden war. Die Überlegungen, die Touristinformation aus dem Schloss an einen zentraleren Standort zu verlegen, reichen bis ins Jahr 2017 zurück. Im August 2022 beschloss der Stadtrat schließlich die Generalsanierung und den Ausbau des Gebäudes als Touristinformation. Ein guter Zeitrahmen, denn „öffentliche Projekte dauern zwischen fünf und 25 Jahren“, zitierte Hofmann Stadtbaumeister Baier.
Hofmann hält den Umzug trotz der hohen Kosten für einen Gewinn. Der neue Standort sei nicht nur zentraler, sondern auch besser zugänglich. „Gestern war bereits ein Rollstuhlfahrer bei uns, der im Schloss niemals Zugang gefunden hätte“, sagte er. Auch Bürgermeister Andreas Buckreus bezeichnete den neuen Standort als „sehr gut“. Die Stadt wolle selbst Vorbild sein, wenn es um den Erhalt und die Belebung der Innenstadt gehe.
Und genau das war am Freitagabend zu beobachten: Roth war nicht nur Einkaufsstadt. Die Innenstadt wurde zum Treffpunkt, zum Kulturraum und zur Bühne – und beim Feuerschein am Kugelbühlplatz schließlich auch zum spektakulären Schauplatz für einen Abend, der ganz unterschiedliche Seiten der Stadt zusammenbrachte.
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