Alle Jahre wieder: Weihnachten mit einem lebenden Baum

Region - Weihnachten ohne Baum, das mag man sich gar nicht vorstellen. Gleichzeitig bleibt oft ein bitterer Nachgeschmack, wenn das Symbol des Lebens dürr und trocken auf dem Müll endet. Wie wäre es also mit einem lebenden Weihnachtsbaum, der uns jahrelang begleitet?

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  • © Adler, Garten- und Landschaftsbau

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Die Lösung gibt es schon seit Jahren: Weihnachtsbäume in Töpfen. Wer einen Weihnachtsbaum im Topf kauft, hat zweierlei Möglichkeiten, wie er das Leben des Baumes nach dem Fest gestaltet: er kann weiterhin im Kübel kultiviert und an Weihnachten wieder ins Haus geholt werden. Oder er wird im Frühjahr in den Garten ausgepflanzt. Auch dort kann man das Bäumchen schmücken.

Welche Bäume sind geeignet?

Die üblichen Sorten wie Fichte oder Nordmanntanne werden auch im Topf angeboten. Wer sich von vornherein in Richtung Klein orientieren will, der entscheidet sich vielleicht für eine Zuckerhutfichte (Picea glauca): sie wächst langsam und gleichmäßig, erst nach dreißig bis vierzig Jahren hat sie ihr Endmaß  von drei bis vier Metern erreicht. Außerdem ist sie wunderbar robust. Eine fast flauschige Variante des Weihnachtsbaumes ist die Koreatanne (Abies koreana): sie hat wunderbar weiche Nadeln und verströmt einen herrlichen Duft. Dazu verzaubert sie mit dekorativen blauen Zapfen. Wer auf Minis steht, der hat in der Koreatanne einen treuen Begleiter. Sie kann zwar bis zu acht Meter hoch werden, braucht hierfür aber extrem lange. Ein fünfjähriges Bäumchen ist erst 30 bis 40 Zentimeter hoch, pro Jahr wächst Abies koreana nur etwa zehn bis 15 Zentimeter.

 Auf Qualität achten

Wenn Sie sich entscheiden, ein Bäumchen auf Lebenszeit, oder zumindest für ein paar Jahre, anzuschaffen, dann sollten Sie lieber ein paar Euro mehr investieren und im Fachhandel oder einer Baumschule kaufen. Viele Christbaumhändler bieten ebenfalls Exemplare im Topf, diese wurden aber meist zusammen mit ihren Kollegen auf der Plantage gezogen und werden dann kurz vor Weihnachten aus der Erde genommen und in den Topf gesetzt. Solch ein Baum wird ihnen vermutlich nicht lange Freunde bereiten, weil diese Prozedur die Wurzeln schädigt. Also unbedingt ein Bäumchen wählen, das im Topf gezogen wurde. Das ist in der Regel auf dem Etikett vermerkt. „Besonders wichtig ist dies bei Tannen, also Nordmann- und Blautannen, denn diese bilden eine Pfahlwurzel aus“, erklärt Christopher Steib von der Firma Motorgeräte Staib in Roth. Wurden die Bäumchen von Anfang an im Container gezogen, dann haben auch Tannen als Pfahlwurzler sich an die Bedingungen angepasst. Bäume mit Wurzelballen, die über regelmäßige „Umschulung“ einen kompakten Wurzelballen ausgebildet haben, versprechen ebenfalls eine lange Lebensdauer.

Erst akklimatisieren, dann in die gute Stube
Wer ein lebendes Bäumchen anschafft, der sollte dies beizeiten tun. Kurz vor knapp ist hier keine Option, denn um die Phase im Haus gut zu überstehen, muss sich der kleine Kerl erst mal akklimatisieren. Wichtig ist, dass der Wechsel von draußen nach drinnen und umgekehrt möglichst sanft geschieht. Sowohl vor als auch nach den Feiertagen sollte der Baum an einem geschützten, frostfreien, aber nicht zu warmen Platz stehen: Garage, Carport, Gewächshaus oder ein kühler, heller Kellerraum sind geeignet. Nach dem Kauf wird der Baum sorgfältig angegossen, danach gießt man alle zwei Tage. Ins Haus oder in die Wohnung soll der Baum erst unmittelbar vor Weihnachten, länger als zehn Tage sollte er keinesfalls in der guten Stube bleiben. Je kürzer, desto besser. Ansonsten kann es passieren, dass der Weihnachtsbaum sich bereits im tiefsten Winter im Frühling wähnt, der Saft einschießt und das Bäumchen austreibt. Den Umzug ins Freie übersteht er dann schlecht oder gar nicht. Auch in der warmen Stube braucht der Topfbaum eine gute Pflege: Der Ballen sollte stets feucht sein und darf keinesfalls austrocknen. Staunässe ist gleichfalls zu vermeiden. Der Topfballen sollte also regelmäßig kontrolliert werden. Gerade in geheizten Wohnungen verdunstet der Weihnachtsbaum jede Menge Wasser. Deshalb sollte eine tägliche Wassergabe erfolgen. Wer seinem Bäumchen etwas Gutes tun will und das mit dem Schmuck vereinen kann, der besprüht ihn außerdem regelmäßig. In jedem Falle sollte der Baum möglichst weit weg von Heizung oder Kamin und vor Zugluft geschützt stehen.

Nach Weihnachten
Wie bereits erwähnt soll das Bäumchen nach allerspätestens zehn Tagen wieder über einen kühlen, frostfreien und hellen Ort nach draußen. Wenn Sie Möglichkeiten haben, das Prozedere abzustufen, also etwa über den kühlen Keller in das unbeheizte Gewächshaus und dann erst an einen geschützten Platz im Garten, dann nutzen Sie diese. Je schonender das Bäumchen umgewöhnt wird, desto besser. Ist das Bäumchen draußen angekommen, sollten Sie den Topf mit den üblichen Mitteln vor dem Durchfrieren schützen, eventuell das Bäumchen selbst auch mit einem Vlies abdecken. Unbedingt daran denken: Auch während der kalten Jahreszeit muss genügend Wasser gegeben werden. Spätestens im Frühjahr stellt sich dann die Frage: soll das Bäumchen ausgepflanzt werden, oder soll es im Topf bleiben?

Auspflanzen oder im Topf lassen?
Nicht  jeder  Topfbaum schafft es tatsächlich, im Garten anzuwurzeln. Deswegen ist es eine Überlegung wert, den Baum einfach im Container zu lassen und alle paar Jahre umzutopfen. Das hat auch den Vorteil, dass man den Baum das Jahr über an einen idealen Platz im Garten stellen und zu Weihnachten vor die Tür oder auf die Terrasse holen kann. Bäume im Kübel sind außerdem im Wachstum begrenzt, sodass man nicht irgendwann vor der traurigen Aufgabe steht, den Baum eben doch zu fällen. Natürlich kann der Baum auch an Weihnachten wieder  ins Haus ziehen. Allerdings sollte man bedenken, dass dies das Bäumchen jedes Mal unter Stress stellt und es diesen Umzug nicht unbegrenzt oft schafft.

Wer sich dafür entscheidet, den Baum auszupflanzen, der sollte einen Zwischenschritt gehen und den Baum vor dem eigentlichen Auspflanzen noch einmal umtopfen. Das gibt ihm die Chance, unter erleichterten Bedingungen erst einmal auszuwurzeln, und mit diesen frischen Wurzeln dann die rauen Bedingungen im Erdboden zu meistern. Zum Umtopfen wird der Baum vorsichtig aus dem Topf gehoben und in einen größeren Kübel mit humusreicher Erde gesetzt. Wächst er gut an, wird er auch im Garten Wurzeln schlagen.

Bäume im Garten
Oder … warum eigentlich nicht gleich einen Weihnachtsbaum im Garten? Bei den klassischen Fichten und Tannen ist Vorsicht geboten: sie werden mit den Jahren riesig und müssen irgendwann dann doch ihr Leben lassen. Außerdem kann man diese nicht nah an das Haus setzen. Eine praktische Lösung sind Nadelbaumbonsais. „Zedern- oder Kiefernbonsais sind etwa 150 bis 200 Zentimeter hoch und kommen im Topf. Man kann sie im Kübel weiter kultivieren oder in den Garten pflanzen. Bei unseren milden Temperaturen auch jetzt noch“, erklärt Xhevdet Qufaj von Adler Galabau. Die Bäume bleiben klein, auch wenn sie ausgepflanzt wurden. Denn anders als „echte“ Bonsais werden diese Freilandbonsais durch Veredelung gewonnen, nicht durch den regelmäßigen Beschnitt von Wurzeln und Trieben. Sie legen lediglich im Stammumfang zu, in die Höhe wachsen sie nicht mehr. Der Vorteil: Zedern- oder Kiefernbonsais können nah am Haus stehen, also an der Terrasse oder am Hauseingang, ohne durch Wurzeln oder Äste das Mauerwerk zu gefährden. „Mit einem Kiefern- oder Zedernbonsai hat man einen Baum, den man eine Generation lang behalten kann, ohne Schäden am Haus befürchten zu müssen.“ Pflegeleicht sind sie außerdem. „Die Bäume sind sehr robust und vertragen auch Halbschatten“ versichert der Experte.

Baumschmuck für draußen
Wie Sie Ihren Gartenbaum schmücken, ist ganz Ihrem Geschmack überlassen. Bitte achten Sie aber darauf, keine Tierfallen zu installieren. In dünnen Schnüren oder Drähten können sich Vögel oder Kleintiere übel verheddern. Lametta sollte ohnehin nicht in den Garten, da es nicht lange am Baum bleibt und dann überall in der Umwelt landet. Wetterfeste Lichterketten sind mittlerweile sogar mit Solarpanel erhältlich, sodass nicht unbedingt eine Außensteckdose  vorhanden sein muss. Auch gibt es elektrische Kerzen zum Festknipsen, die mithilfe von Akkus betrieben werden können und ganz ohne Kabel auskommen. Kugeln gibt es auch aus Kunststoff, sie trotzen Wind und Wetter. Oder wie wäre natürlicher Baumschmuck? Zapfen, Nüsse, Äpfel und Strohsterne, robuste Holzfiguren, dazwischen vielleicht ein paar Meisenknödel ergeben einen wunderbar natürlichen Weihnachtsbaum, an dem sich auch tierische Gartenbewohner erfreuen.

Eine Feuerschale sorgt nicht nur für eine tolle Stimmung sondern auch genügend Wärme, dass man es einige Zeit gemütlich draußen aushalten kann, auf ein kleines Happening mit Lebkuchen, Maroni und Glühwein oder sogar ein schickes Wintergrilling.

Es ist doch eine charmante Idee, das Symbol des Lebens vielleicht ein Leben lang zu haben, zumindest aber für ein paar gute Jahre. Vielleicht haben Sie jetzt Lust bekommen, Weihnachten zusammen mit „Ihrem“ lebenden Baum zu feiern - alle Jahre wieder?

Von: Kristin Wunderlich ( Dipl. Biologin), Samstag, 21. November 2020 - Aktualisiert am Montag, 30. November 2020
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