Altlasten könnten Bauprojekt verzögern
Roth - Der Bund will im Rother Stadtteil Pfaffenhofen bis zu 200 Wohnungen für Militärbedienstete bauen. Laut Gutachten des Wasserwirtschaftsamt könnten dort nach fast einem Jahrhundert militärischer Nutzung gefährliche Stoffe den Boden belasten.
Ein Gutachten des Wasserwirtschaftsamts hat ergeben, dass auf dem ehemaligen Militärgelände im Stadtteil Pfaffenhofen gefährliche Altlasten vorhanden sind. Der Boden dort könnte umfassend mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen verunreinigt sein. Dabei handelt es sich um klassische militärische Hinterlassenschaften aus Treibstofflagern, Tankanlagen, Werkstätten oder Flugbetrieb. Dadurch könnte das Grundwasser verunreinigt werden, sowie Explosionsgefahr und Gesundheitsrisiken entstehen. Auf dem Gelände will die Bundesimmobilienverwaltung 150 bis 200 Wohnungen für Militärbedienstete schaffen.
Bei den Feststellungen der Nürnberger Behörde handelt es sich um erste Einschätzungen, die von einem „erhärteten Altlastenverdacht“ sprechen. Eine exaktere Überprüfung könne erst im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens erfolgen, erklärte Max Kaminsky, Leiter des Planungsamts, im entsprechenden Ausschuss. Das solle bald starten. Denn das Verfahren mit einem ersten Rahmenplan sei mit den Stellungnahmen der Gemeinden und anderen Trägern öffentlicher Belange nun abgeschlossen
Falls sich der Verdacht erhärten würde, müsste vor Beginn der Bebauung dort ein detaillierter Sanierungsplan erstellt, genehmigt und umgesetzt werden. Das würde den Baubeginn aller Voraussicht nach verzögern. „Wie lange, dazu können wir noch keine seriöse Aussage machen“, erklärte Kaminsky. Einen Zeitplan mit erstem Spatenstich für das Projekt auf dem Elf-Hektar-Gelände habe es bis jetzt ohnehin noch nicht gegeben, ergänzte er.
„Wir werden nun freilich auch mit der Bundesimmobilienverwaltung (BIMA) als Eigentümer sprechen, wie es weitergehen soll“, kündigte Kaminsky an. Allerdings war die BIMA nach Auffassung von Richard Radle (Grüne) bisher nicht wirklich hilfreich als Ansprechpartner. „Sie hat ja ausschließlich von ziviler Nutzung auf dem Gelände gesprochen“, wandte er ein. Dabei sei auf dem Areal bereits in den 1930er Jahren eine Munitionsanstalt und ein Zentrallager für die Wehrmacht errichtet worden. Zeitgeschichtlichen Unterlagen zufolge diente es als zentrales Versorgungs- und Lagergelände für mehrere Kasernen in Mittelfranken. „Für mich war deshalb klar, dass es in einem langjährigen Lagerstandort für Munition und Betriebsstoffe Verunreinigungen geben muss“, erklärte Richard Radle.
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