An drei Vormittagen Waldexkursion mit drei Klassen der Schwanstettener Grundschule

Schwanstetten - „Der Natur auf der Spur“ Nachdem die Schüler und Schülerinnen der vierten Klassen mit dem Bund Naturschutz an den Harmer Weihern den Lebensraum Wasser erkunden konnten, waren jetzt die Schüler der dritten Klassen mit dem Thema „Wald“ unterwegs.

  • Rindenmalen

    Rindenmalen
    © E. Küster-Emmer

  • Spechtbaum in Sicht

    Spechtbaum in Sicht
    © E. Küster-Emmer

Sie starteten ihre Entdeckungsreise mit ihrer Lehrerin und Elke Küster-Emmer vom Bund Naturschutz. Gleich am Waldrand konnten die Kinder den krassen Unterschied zwischen farbenfrohen  Laubbäumen und -hecken, die in den verschiedenen Jahreszeiten ihr Kleid wechseln, und einer eintönigen Tujahecke beobachten. Zwischen Schwand und Leerstetten setzten sie sich mit den verschiedenen Stockwerken des Waldes auseinander. Gut erkennbar waren hier Baumschicht mit den hohen Kieferkronen, Strauchschicht, Moosschicht und Wurzelschicht. Hoch hinaus – wer lebt im Dachgeschoss? Die Pflanzen und Bewohner der einzelnen Stockwerke wurden im Laufe der Wanderung immer wieder erkannt und besprochen. Es wurden auch viele verschiedene Blätter und Früchte gesammelt und darüber nachgedacht, welchen Bäumen sie wohl zuzuordnen waren. Beeren, Kräuter und Pilze fanden ebenfalls großes Interesse.

Wer lebt unter der Erde? Nicht nur Würmer, Ameisen und Asseln. Warum fallen einige Bäume beim Sturm schneller um als andere und warum will der Bund Naturschutz einen Mischwald anstatt Monokultur? Was sind die Vorteile der Gemeinschaft vonTiefwurzlern und Flachwurzlern in einem Wald? Ist ohne Moos wirklich nichts los? Wer regiert den Ameisenstaat? Farne als Ureinwohner des Waldes? Wer verfängt sich im Spinnennetz? Das waren nicht die einzigen Fragen, die sich stellten und sehr wissbegierig wurden einige Rätsel gelöst. Natürlich durften die Kinder auch kooperative Spiele und Aufgaben im Wald ausführen. Und wie aufmerksam entdeckten und beobachteten sie verschiedene Tiere in deren Lebensraum. Auch einen wunderschönen Spechtbaum bekamen sie zu Gesicht. „Was meint ihr, welche Tiere sind im Winter im Wald zu sehen“, fragte Elke Küster-Emmer. «Fuchs, Hase, Reh“ hieß es aus der Menge. „Ich habe vorhin Spuren von einem Reh gesehen“, rief ein anderes Kind. Jetzt war die Zeit gekommen, um auch über die Jagd zu sprechen und darüber, wie wichtig sie für den Wald ist. Wie staunten die Kinder, als sie auf die vielen Fraßspuren von Hasen und Rehen aufmerksam gemacht wurden. Fast jedes Laubbäumchen war angefressen.

An mehreren Stellen sahen die Schüler etliche vom Sturm gefällte Bäume, welche die Waldbesitzer liegen gelassen hatten. Auf den toten Stämmen hatten sich verschiedene Moose, Flechten und Pilze angesiedelt und somit für viele Insekten Lebensraum geschaffen. Auf dem dichten Moospelz wucherten sogar junge Fichten und Kiefern, deren Nadeln sich ganz zart anfühlten.

Sie lernten auch, dass ein nicht „aufgeräumter“ Wald und uriges, wildes Wachsen für die Natur sehr wichtig ist und dass es auch in Deutschland Urwälder gibt, z.B. im Bayerischen Wald. Welche Schädlinge gibt es im Wald und was muss der Waldbesitzer tun, wenn er welche feststellt? Was genau bewirkt der Klimawandel und warum sind klimatolerante Baumarten so wichtig für die Zukunft? Wie kommt es, dass mitten im Kiefernwald viele Eichen wachsen? „Eichelhäher“, „Eichhörnchen“ …riefen gleich viele Kinder.

Auf die Frage nach den wichtigen Aufgaben des Waldes wussten die Kinder bestens Bescheid: Sauerstoff, Luftreiniger, Wasserspeicher und -reiniger, Lärm- und Windschutz, Lawinenschutz, Staubfilter und Freizeit. Und dass man das Alter anhand der Jahresringe erkennen kann, wussten natürlich alle. Großes Nachdenken verursachte die Frage, wozu denn der Rohstoff Holz dient, der ständig nachwächst und umweltfreundlich erzeugt wird.

„Und welche Regeln müssen wir im Wald und generell in der Natur einhalten?“ wollte Elke Küster-Emmer wissen. Da sprudelte es nur so aus den Kindern heraus. „Kein Feuer machen, keine Abfälle wegwerfen, keine Pflanzen und Tiere (zer)stören und Hunde anleinen.“ Schließlich kamen alle zur Schlussfolgerung, dass man sich im Wald wie ein Gast verhalten solle und seine Schönheiten beobachten könne.

Nach drei Stunden Besuch im heimischen Wald gab es viele Schüler und Schülerinnen, die noch gerne geblieben wären. Man hätte auch noch eine Menge erleben und lernen können…

 

Von: Elke Küster-Emmer (Organisation und Öffentlichkeitsarbeit), Mittwoch, 05. Dezember 2018 - Aktualisiert am Freitag, 11. Januar 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bund Naturschutz - Ortsgruppe Schwanstetten« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bn-schwanstetten
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