Aus für Werkhof Regenbogen

Roth - Der Werkhof Regenbogen in Pfaffenhofen muss bis Ende des Jahres seine Tore schließen. Auf dem Areal an der Industriestraße im Rother Stadtteil will die Bundesrepublik Deutschland Wohnungen für das Personal der Offiziersschule in der Rother Kaserne bauen. Neben 100 bis 150 Wohnungen verschiedener Größen will die Stadt Roth dort durch entsprechende Bebauungsplanung auch Doppelhäuser ermöglichen.

Andreas Buckreus wurde ziemlich deutlich. „Wir werden alles tun, um die Einrichtung zu erhalten“, so Roths Erster Bürgermeister während der Sitzung des Planungsausschusses der Kreisstadt. Gemeint war damit der Werkhof Regenbogen im Stadtteil Pfaffenhofen. Denn dessen Tage sind aller Voraussicht nach gezählt. 

Die Bundesrepublik Deutschland plant nämlich, auf der mehr als fünf-Hektar-großen Fläche an der Industriestraße mehrgeschossigen Wohnungsbau für das Personal in der Offiziersschule der Otto-Lilienthal-Kaserne zu schaffen. Dort hat sich das Sozialkaufhaus mit Arbeitsplätzen für Benachteiligte seit 1999 ausgedehnt entwickelt. „Bis Ende des Jahres wird der Werkhof nach Auskunft der Bundesimmobilienverwaltung das Gebiet verlassen müssen“, hatte Buckreus aus einem Gespräch mit den Vertretern der Bundesverwaltung berichtet. 

„In Pfaffenhofen geht es also ganz klar nicht mehr weiter“, so Buckreus, der seine Haltung untermauerte. „Wir müssen alle zusammen versuchen, den Werkhof zu erhalten“, erklärte der SPD-Politiker und meinte damit die führenden Kommunalpolitiker des Landkreises. Es gebe bald eine Sitzung des Gemeindetags mit allen Ersten Bürgermeistern im Landkreis Roth, so Buckreus. Dabei müsse man eine Lösung finden. Sie müsse nicht in Roth liegen. „Auch Georgensgmünd, Rednitzhembach, Schwanstetten oder Hilpoltstein wären als neuer Standort geeignet“, schilderte Buckreus seine eigenen Überlegungen, bei denen er auch Hilfe aus dem Landratsamt erwartet. „Dem Landrat liegt der Werkhof sehr am Herzen“, mutmaßte er.

Alles in allem war das Thema aufgekommen, als das Bauamt einen Rahmenplan für das Areal in Pfaffenhofen vorgestellt hat. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Gebäudegrößen, der Positionierung der Wohnbauten und der Erschließung des Gebiets, das sich als „zentrumsnahes Wohnquartier harmonisch in die umliegende Bebauung einfügen und sie anbinden“ soll. Geplant sind 100 bis 150 Wohneinheiten in zwei- bis dreigeschossigen Baukörpern. Aus dem Rahmenplan soll zu gegebener Zeit ein konkreter Bebauungsplan entwickelt werden. Dabei sollen im Westen auch „zentrale Bauflächen“ für die Stadt entstehen.

Wie Andreas Buckreus erläuterte will die Stadt Roth dort insbesondere Doppelhäuser ermöglichen. Ins Eigentum der Grundstücke will Roth über einen Tausch mit Flächen am Westring-West gelangen. Nachdem der dortige Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat und erste Erschließungsbauarbeiten begonnen haben, „könnte dort der Bund sofort bauen“, so Buckreus. 

Stadtratsmitglied Claudia Schwab (Wählergemeinschaft) aus Pfaffenhofen sah insbesondere in den Doppelhäusern eine „Riesenchance“ für ihren Stadtteil. „Das ist ein genialer Platz für solch eine Bebauung“, war Schwab überzeugt. Erstens gebe es dafür einen großen Bedarf, zweitens sei Infrastruktur sowie Schule und Kinderbetreuung im Umfeld vorhanden, schilderte Schwab positive Voraussetzungen für die Wohnbauentwicklung aus ihrer Sicht.

Kritischer sah Richard Radle von den Grünen das Vorhaben. Er hielt zunächst die „Vertreibung des gesamten Werkhofs“ für bedenklich und hob außerdem die seiner Meinung zufolge erforderliche Qualifizierung der Fläche als Wald im Sinne des Bayerischen Waldgesetzes hervor. „Dann müsste der Bund den Eingriff durch Aufforstung anderswo ausgleichen“, erinnerte Radle und sah die Beurteilung des Areals durch Vertreter der Bundesforsten als zweifelhaft an. „Eine Behörde des Eigentümers bewertet das freilich nicht als Wald“, so Radle.

Der Werkhof Regenbogen im Landkreis Roth ist ein gemeinnütziger Verein, der Menschen hilft, wieder in die Arbeitswelt zu finden. Der Verein bietet günstige Gebrauchtwaren für jedermann an und entlastet die Umwelt durch sein Wiederverwertungskonzept. Er hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeitslosen, Schwerbehinderten und sozial benachteiligten Menschen die Chance zu geben, wieder im Alltag und auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dafür bietet er für fünf bis acht Mitarbeitern Arbeitsmaßnahmen im Bereich des Recyclings und der Wiederverwertung von Bekleidung, Hausrat, Spielzeug, Fahrrädern, Büchern und Möbeln an. Neben der Zentrale in Pfaffenhofen betreibt der Verein jeweils ein Sozialkaufhaus in Roth und Schwabach.

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Mittwoch, 11. März 2026 - Aktualisiert am Montag, 13. April 2026
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