Ausschuss billigt Defizit der Stadtwerke Roth

Roth - Keine Diskussion zum Minus für das Jahr 2024. Änderung der Betriebssatzung ermöglicht Engagement der Stadtwerke beim Breitbandausbau in Roth.

Ohne große Diskussion hat der Werkausschuss ein Stadtwerke-Defizit von 839 000 Euro für das Jahr 2024 abgenickt. Der Verlust geht nach Auskunft von Stadtwerke-Chef Gerhard Brunner auf höhere Aufwendungen beim Gaseinkauf und geringere Erträge des Elektrizitätswerks zurück. 

Denn der Umsatz beim Energie- und Wasserverkauf war mit 35,238 Millionen Euro im vergangenen Jahr sogar um über 1,2 Millionen Euro höher als geplant. Allerdings war der Aufwand beim Einkauf um gut 4,1 Millionen Euro auf 26,804 Millionen Euro angewachsen. Das Defizit wird durch einen Griff in die Allgemeine Rücklage ausgeglichen. Die Bilanzsumme beträgt 57,025 Millionen Euro. Das Eigenkapital liegt bei 33,8 Millionen Euro und die Liquidität liegt bei fast vier Millionen Euro. Gegenwärtig sind bei den Rother Stadtwerken 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Hinzu kommen Verluste im Freibad in Höhe von 846 000 Euro, das damit im zweiten Jahr in Folge ein jeweils höheres Defizit aufweist als im Vorjahr. Die Parkhäuser tragen zum Gesamtverlust ein Minus von 202 000 Euro bei, was nach Ansicht von Brunner „deutlich geringer“ ist als die 244 000 Euro im Vorjahr. Trotz des Fehlbetrags zog Gerhard Brunner insgesamt eine positive Bilanz für das Jahr 2024. „Unser Geschäftsvolumen nimmt zu“, sagte der Werkleiter.

Die einzige Nachfrage zum Jahresabschlussbericht der Werkleitung kam von Joachim Holz (Grüne). Sie betraf aber ausschließlich einen auffälligen Wasserverlust im Rother Ortsteil Eckersmühlen. Mit 6,71 Prozent liege er höher als anderswo, so Holz. Laut Gerhard Brunner seien solche Ausreißer auf Rohrbrücke und häufige Feuerwehrübungen zurückzuführen. Der zuständige Meister bestätigte zwei Leitungsschäden in Eckersmühlen im Jahr 2024.

Zu einer kontroversen Diskussion kam es dann bei einer Änderung der Betriebssatzung der Stadtwerke. Dort wird der Rahmen festgelegt, in dem der städtische Betrieb überhaupt unternehmerisch handeln darf. Er sollte um den Breitband-Ausbau erweitert werden. Denn laut Gerhard Brunner sei der DSL-Ausbau in Roth von den Telekommunikationsunternehmen her abgeschlossen. Zum Schluss der Lücken etwa in Ortsteilen sei es wichtig, dass sich dort unter Umständen die Stadtwerke engagieren könnten. Einige Ausschussmitglieder sahen darin allerdings die Gefahr, dass sich die Stadtwerke hier in wirtschaftlich riskante Abenteuer stürzen könnten. Andere erklärten, dass daraus keine Verpflichtung, sondern ausschließlich eine Möglichkeit entstehe, was auch schon Gerhard Brunner betont hatte. Entsprechend bildete sich eine Mehrheit dafür, dem Stadtrat eine entsprechende Ergänzung der Satzung zu empfehlen. 

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Donnerstag, 11. Dezember 2025 - Aktualisiert am Montag, 02. März 2026
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