Autumn – Klang, Kunst, Beständigkeit.

Region - Nachdem ich mal eine regionale Band vorstellen wollte, machte ich mich online auf die Suche – und stieß auf Autumn. Ihre Verbindung aus neoklassischen Elementen und bildender Kunst fiel mir sofort auf und weckte mein Interesse. So nahm ich Kontakt zur Band auf, um mehr über ihre Geschichte, ihre Arbeitsweise und ihre Rolle in der Nürnberger Musikszene zu erfahren. Dabei zeigte sich schnell, wie früh Autumn entstand und welchen eigenen Weg die Gruppe seit den 1980er-Jahren verfolgt.

  • Das Albumcover Autumns zu "Eurasia".

    Das Albumcover Autumns zu "Eurasia".

Die Musikgruppe „Autumn“ ist seit den 80er Jahren ein fester Bestandteil der Musikszene in Nürnberg. Mit ihren künstlerischen Klanglandschaften und klassischen Inspirationen schufen sie stets einen Gegenpol zu bekannten Musikgenres – und trotz dieser Eigenständigkeit blieben sie lange Zeit weitgehend unbekannt. Doch sie ließen sich nie entmutigen und verfolgten ihren Weg bis heute unbeirrt.

Autumn entstand 1984 als Schulband mit dem Ziel, Musik nicht nur als Klang, sondern als ganzheitliche Erfahrung zu gestalten. Die Gruppe verband Elemente der Neo-Klassik mit bildender Kunst, experimentierte mit physischer Präsenz und schuf so Performances, die über das rein Musikalische hinausgingen. Ein Kritiker beschrieb ihren Stil einmal als „music for inner films“ – Musik, die wie von selbst Bilder von Landschaften und Natur hervorruft. In ihrer künstlerischen Freiheit äußerte sich der Klang oft als fließend, organisch oder introspektiv. So auch ihr Album „Eurasia“, welches eine Reise quer durch Europa und Asien beschreibt. Ihre Stücke vereinten schon immer die stilistischen Einflüsse vieler verschiedener Menschen, und auch die Gestaltung ihrer Albumcover lag oft in eigener Hand – ein Ausdruck ihres künstlerischen Anspruchs, alles selbst zu formen und fühlbar zu machen.

Der erste kleine kommerzielle Erfolg kam nicht in Deutschland, sondern über Kassettenlabels in Südamerika. Von dort aus gelangten sie zu einem Label im Ruhrgebiet, doch der große Durchbruch blieb aus. Heutzutage findet man nur noch selten CDs oder Kassetten mit Autumns Werken. Trotzdem machte Autumn weiter. Selbst als sie in den 2000er Jahren kleine Kunstausstellungen mit ihrer Musik sowie begleitenden Gemälden und Skulpturen gestalteten, blieb der Kreis ihrer Zuhörer überschaubar. Doch Stillstand war nie eine Option. Ihre Leidenschaft und ihr Glaube an die eigene Vision waren stärker als jeder Zweifel und größer als der Wunsch nach Anerkennung.

Diese Haltung zieht sich bis heute durch ihr Schaffen – und sie geben sie gern weiter. Ihr Appell an junge, kreative Köpfe ist klar: Ihre Musik war nie für den Mainstream gedacht, und sie strebten nie nach Ruhm oder Reichtum. Von Anfang an ging es ihnen darum, ihre eigenen Gefühle und Gedanken auszudrücken, auch wenn sie sich damit nicht beliebt gemacht haben. Jedes ihrer Alben spiegelt die Erkenntnisse und Stimmungen seiner Zeit wider – vom lethargischen Corona-Alltag bis zu den globalen Konflikten der Gegenwart. Ihr Grundgedanke: Man sollte einen „generellen Optimismus“ bewahren. Autumns Bitte an die nächste Generation: „Seid mutig, geht raus, resigniert nicht.“

Auch heute besteht Autumn fort – leiser vielleicht, aber unbeirrt. Die Leidenschaft und das Bedürfnis, ihre Gefühle in Musik zu verwandeln, sind nie verschwunden. Nächstes Jahr soll ein neues Album erscheinen – ein weiteres Kapitel in ihrer langen Geschichte.

Wenn ihr Autumns Musik einen Versuch geben wollt, könnt ihr das auf Bandcamp (https://autumneum.bandcamp.com/) oder Spotify (https://open.spotify.com/artist/5wIJojN4HBpbiLv8jRUO5W).

Spielst du auch in einer coolen Band? Oder bist du die Band? Melde dich gerne, vielleicht stellen wir dich in einer der nächsten Ausgaben vor! Wie immer freue ich mich auch über dein Feedback unter jugendredaktion@meier-magazin.de

Von: Alexandru Magurean (Jugendredaktion), Sonntag, 26. Oktober 2025 - Aktualisiert am Sonntag, 23. November 2025
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