Bebauung der ehemaligen Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller

Nürnberg, Reichelsdorfer Keller - Anträge der großen Stadtratsfraktionen an den OB

  • Montagsdemo an der Radrennbahn

    Montagsdemo an der Radrennbahn
    © Dr. Stefan Strobel

  • Alte Bäume an der Radrennbahn

    Alte Bäume an der Radrennbahn
    © Dr. Dorith Müller

  • Logo der Quartiersinitiative Reichelsdorfer Keller

    Logo der Quartiersinitiative Reichelsdorfer Keller

In den aktuellen Planungen zur Bebauung des Areals werden die Sorgen und Bedenken vieler Anwohner nicht berücksichtigt. Dies führt weiterhin zu Unmut und Ärger vor Ort:  Die Unterschriftenaktion gegen das zu erwartende Verkehrschaos, ein Autokorso gegen die geplante Dimension der Bebauung, zahlreiche Schreiben der Quartiersinitiative und von Bürgern an die Stadtverwaltung, den Stadtrat und an den OB sowie die seit Kurzem stattfindenden Montagsdemonstrationen (Corona-bedingt als Mahnwache) zeigen jedoch Wirkung: Die drei großen Fraktionen haben Anträge an den OB gerichtet und fordern die Stadtverwaltung zu Antworten auf.

Antrag der CSU (22. März 2021, Claudia Bälz / Andreas Krieglstein)
- In welchem Umfang sind Gewerbe, Kinderbetreuung sowie Senioreneinrichtungen eingeplant?
- Wie viele Stellplätze sind als Tiefgarage bzw. auch oberirdisch geplant?
- Wie gestaltet sich die Zufahrt zum angrenzenden S-Bahnhof?

Die Stadtverwaltung führt zeitnah eine Corona-konforme Bürgerinformationsveranstaltung z.B. als digitales Format via Teams durch.

Antrag der SPD (31. März 2021, Harald Dix / Thorsten Brehm) 
Die Verwaltung prüft und berichtet über

- die Erhaltung des Baumbestandes mit dem Ziel, einen Teil des Baumwalls zu erhalten. Die Begrenzung der Baumfällungen auf das absolut notwendige Maß ist vorrangig. Grundsätzlich müssen auf dem Areal mehr neue Bäume gepflanzt als Bäume gefällt werden. Wo es technisch möglich ist, muss es auch Großbaumverpflanzungen mit passenden Bäumen geben.

- einen Verzicht von Wohneinheiten mit sechs Geschossen. Die Höchstgrenze darf nur eine Bebauung mit fünf Geschossen inkl. Erdgeschoss sein, am südlichen Rand des Baufeldes mit vier Geschossen.

- Die Anzahl der Wohneinheiten mit gefördertem Wohnungsbau als Grundlage für bezahlbaren Wohnraum- die Möglichkeiten von ausreichend geförderten Seniorenwohnungen (rollstuhlgerecht). Zu prüfen ist ebenfalls die Unterstützung von Pflegeträgern und ambulanten Dienstleistungen für eine ggf. notwendige Betreuung von Senioren.

- die Möglichkeit der Ansiedlung von medizinischen Dienstleistungen

- die aktuellen Planungen für eine Krippe und Kita. Die Notwendigkeit einer größeren Einrichtung mit drei Kita- und zwei Krippengruppen ist unbestritten

- Planungen für einen öffentlichen Spielplatz auf dem Baugebiet

- Ein Angebot eines „Kulturcafé Rennbahn“ mit Kleinkunstangeboten. Im Eckgebäude „Landmark“ an der Kreuzung Kellerstraße / Vorjurastraße wären Räumlichkeiten zu schaffen. Das Café sollte für einen Kulturbetrieb ca. 300 qm groß und barrierefrei erreichbar sein. Für Abendveranstaltungen wäre ein Betrieb bis 22 Uhr wünschenswert. Für die Finanzierung müsste zum einen ein verbilligter Mietzins durch den Investor notwendig sein. Eine fachliche und finanzielle Unterstützung der Kulturverwaltung bei der adäquaten Ausstattung des Veranstaltungsraums im Rahmen der kulturellen Stadtteilentwicklung sowie der nachhaltigen Sicherung des Betriebs ist Voraussetzung für eine Kultureinrichtung im Stadtteil

- die Anzahl der vorgesehenen Stellplätze in der Tiefgarage mit den geplanten Anschlüssen für E-Fahrzeuge. Hier sind auch Stellplätze für die Kita und die gewerblichen Einrichtungen zu berücksichtigen

- die Anzahl der vorgesehenen Fahrradstellplätze in der Tiefgarage und oberirdisch geplanten Abstellplätze

- ein Angebot für Carsharing im Quartier

- das geplante Buskonzept Süd mit der Anbindung neuer Buslinien an die S-Bahnhöfe Katzwang, Reichelsdorfer Keller und Reichelsdorf Bahnhof und ggf. eine notwendige Aktualisierung bezüglich des neuen Baugebietes

- die Aufstellung eines „Denkmals“ zur Erinnerung an die traditionelle Radrennbahn als wesentlicher Mittelpunkt in der Geschichte des Quartiers

Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (8. April 2021, Ansprechpartnerin: Andrea Bielmeier)
Zum Baumschutz:

- Die Verwaltung prüft, inwiefern der Erhalt der Bäume in größtmöglichem Umfang am Standort Radrennbahn zu sichern ist und inwiefern Vorgaben für Bauträger möglich sind, die sie zur Nachpflanzung bereits größerer Bäume verpflichten.

- Um den Baumbestand erhalten zu können, prüft die Stadt eine Reduzierung der geplanten Wohnungen und Einfamilienhäuser sowie die Möglichkeit, die Bebauung zentraler zu gestalten.

- Die Stadt legt ein verbessertes und umfangreicheres Baumgutachten vor und belässt die Wallrundung auf der Nordost- und Nordwest-Seite, damit diese als Stütze und Stabilisierung der Wurzel dienen kann. Diese Bestandsbauten integriert die Verwaltung zudem in die weiteren Planungen – auch um den geschichtlichen Fußabdruck der ehemaligen Radrennbahn zu erhalten.

Zu Angeboten, alternativen Bauformaten, Bürger*innen-Beteiligung:

- Die Verwaltung prüft die Möglichkeit eines kreativ-sportlichen Begegnungsorts in unmittelbarer Nähe des Geländes, der sowohl an die Radrennbahn als auch an das ehemalige Tanzcafé erinnert.

- Die Stadt gibt Auskunft darüber, inwieweit das Bauprojekt die Möglichkeiten vielfältiger Lebensentwürfe und Altersstrukturen berücksichtigt (Mehrgenerationenhaus, Senior*innengerechtes/barrierefreies Bauen, betreutes Wohnen, geförderter Wohnungsbau etc.).

- Die Verwaltung erstattet Bericht darüber, ob die geplante Kindertageseinrichtung den Bedarf von drei Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen decken kann, ob ein öffentlicher Spielplatz vorgesehen ist und inwieweit Kinder in die Planungen einbezogen werden.

- Um Unsicherheiten und offene Fragen seitens der Anwohner*innen auszuräumen, führt die Stadtverwaltung zeitnah eine pandemiegerechte Bürger*innen-Beteiligung durch.

Aus den Anträgen ist ersichtlich, dass einige der von uns und den betroffenen Anwohnern eingebrachten Vorschläge aufgegriffen wurden. Andere Themen wurden leider nicht in der Deutlichkeit formuliert, wie wir uns das gewünscht hätten. Diese Themen können jedoch in der geforderten Bürgerinformationsveranstaltung eingebracht werden. Wir gehen davon aus, dass diese im Mai stattfinden wird. Seitens der Quartiersinitiative planen wir Vorbereitungsveranstaltungen (ebenfalls Corona-konform). Wenn Sie Interesse daran haben, sich einbringen und mitgestalten wollen, können Sie sich unter der E-Mail-Adresse qi.reichelsdorfer.keller@gmail.com oder telefonisch unter 0151 – 56 36 29 20  (zwischen 18.30 und 19.30 Uhr) anmelden.

Von: Dr. Dorith Müller, Dienstag, 20. April 2021 - Aktualisiert am Mittwoch, 21. April 2021
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Quartiersinitiative Reichelsdorfer Keller« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/qireichelsdorferkeller

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