Bebauungsplan für neues Wohngebiet diskutiert
Roth - Der Rother Planungsausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, den Entwurf des Bebauungsplans für das Wohngebiet „Westring West“ auf den Weg des Genehmigungsverfahrens zu schicken. Zuvor gab es Anregungen und Kritik verschiedener Ausschussmitglieder.
ROTH – Stadtbaumeister Wolfgang Baier hat im Planungsausschuss einen Entwurf des Bebauungsplans Westring-West vorgelegt. Dabei ist eine Diskussion über einige Details der Planung entstanden.
Schließlich hat Baier bereits für Januar eine Planung der Erschließungsmaßnahmen dort angekündigt. Den Bau von Straßen, Kanälen, Strom- und anderen Leitungen sowie die Wärmeversorgung muss nämlich die Stadt Roth gewährleisten und finanzieren. Im Anschluss sollen die Grundstücke an Bauinteressenten verkauft werden. „Dabei wollen wir unter dem Rother Bodenrichtwert bleiben“, kündigte Baier an. Als Höchstkosten für die Erschließung nannte Baier einen Wert von 15 bis 16 Millionen Euro. Eventuell könnte auch bereits im Laufe des Jahres 2027 mit dem Bau begonnen werden, fügte er hinzu.
Die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Daniela von Schlank sah im Erschließungsaufwand den „Knackpunkt“ für das Gebiet. Sie seien ja jetzt deutlich höher als bisher gerechnet, stellte sie fest und glaubte, dies sei auch Folge konkreter Festlegungen. „Wir wollen 30 Prozent Geschosswohnungsbau, wir wollen eine Schwammstadt und eine eigene Heizzentrale“, zählte sie auf. „Alles wichtig und sinnvoll aber auch kostentreibend“, war von Schlenk überzeugt und mahnte eine exakte Steuerung an. „Wenn die Kosten zu hoch werden, dann müssen wir davon Abstriche machen“, verlangte die CSU-Politikerin. „Denn auch potenzielle Käufer haben Schmerzgrenzen.“
Linken-Stadtratsmitglied Susanne Horn sah es auch mit Blick auf hohe Erschließungsausgaben als wichtig an, mehr Geschosswohnungsbau voranzutreiben. Ferner mahnte sie einen Sportplatz für Jugendliche an. „Haben wir berücksichtigt“, entgegnete Wolfgang Baier. Ferner habe man Grünflächen geschaffen, die sich wie eine grüne Lunge durch das Gebiet ziehen, sowie einen Quartiersplatz für Feste und als Ort der Begegnung angelegt.
Die enge Verknüpfung des neuen Wohngebiets mit dem Entwicklungsbedarf auf Grundstücken des Landkreises bei der Erweiterung des Landratsamts und der Kreisklinik erfordere laut Baier eine enge Abstimmung zwischen Stadt als Trägerin der Planungshoheit und dem Landkreis. Sie sei in Sachen Parkplätze und Zufahrt zum Krankenhaus erfolgt. Schließlich werde es eine Straße vom Westring zum Weinbergweg durch die neue Siedlung geben, auf der der Haupterschließungsverkehr für das Klinikum abgewickelt werde. Dort erwarte man 650 Fahrzeugbewegungen pro Tag. Vorgesehen gewesen sei auch eine gemeinsame Heizzentrale, die das Wohngebiet und das Krankenhaus versorgt hätte. Nun werde das Klinikum aber anderweitig beheizt und das Gebäude für die Nahwärmeversorgung sei an den Westring gerückt. „Von dort kann es bei Bedarf auch einmal die Kupferplatte versorgen“, erklärte Baier.
Freie-Wähler-Fraktionschefin Sonja Möller äußerte Sorgen wegen eines geplanten Hubschrauberlandeplatzes an der Klinik in Nähe der Wohnbebauung. „Das wird zu dauerhaften Konflikten führen“, meinte sie. Insbesondere, weil das Rother Krankenhaus in der Notfall-Versorgung immer wichtiger werde. Wolfgang Baiers Hinweis auf den Abstand von etwa 100 Metern und dem gewiss geringen Anfall von Lufttransporten überzeugte sie nicht. „Ich kann dem nicht zustimmen“, sagte Möller. Damit blieb sie aber allein bei der Abstimmung im Ausschuss.
