Betrachtungen zum Leben mit CORONA

Wendelstein - Die letzten Tage habe ich, wie wohl die meistens von Ihnen, entweder im Homeoffice verbracht oder aber versucht, die Feiertage mit meiner Kernfamilie zu genießen. Damit verbunden hatte ich ein wenig Zeit, die aktuellen Entwicklungen zu betrachten. Einige meiner Beobachtungen würde ich gerne mit Ihnen teilen.

Unser Wirtschaftsgefüge ist abhängig vom Konsum.
Die Schließung einer Reihe von Läden, Produktionsstätten und anderer Betriebe führte nach kurzer Zeit dazu, dass von steigenden Arbeitslosenzahlen, Kurzarbeit, Insolvenzen, Gewinneinbrüchen gesprochen wurde. Selbst Krankenhäuser meldeten Kurzarbeit an. Ich finde, wir sollten hinterfragen, ob Wirtschaftlichkeit wirklich das richtige Maß für Krankenhäuser ist. Über die Abhängigkeit unseres Lebensstandards vom Konsum könnten wir zumindest nachdenken.

Homeoffice ist machbar.
Trotz vielfältiger Bedenken von Arbeitsrechtlern, Chefs und Mitarbeitern – auch ich war skeptisch – zeigt der unfreiwillige Feldversuch, dass Arbeiten im Homeoffice durchaus funktionieren kann. Auf Dauer vielleicht nicht als alleinige Arbeitsplatz, aber als tageweise Ergänzung. Das spart Sprit, entlastet die Straßen vom Pendlerverkehr und geht nicht zu Lasten der Produktivität. Vielleicht nehmen wir das als Anregung aus der Krise mit – nicht für alle Branchen und Berufe, aber als zusätzliche Option für die Büroarbeit.

Leben mit weniger Konsum ist machbar.
Auch nachdem ich wochenlang daran gehindert war, Möbelhäuser und Bekleidungsgeschäfte aufzusuchen, finde ich mein Leben nicht weniger lebenswert. Die Dinge, die ich besitze, reichen eigentlich. Vielleicht nehmen wir das als Anstoß, unser eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen.

Die Wendelsteiner halten in Krisenzeiten zusammen. Es fand sich schnell eine Reihe von Menschen, die für Ihre Nachbarn einsprangen, Besorgungen übernahmen, mit Toilettenpapier oder Hefe aushalfen. Ich fände es schön, wenn wir diesen gewachsenen Zusammenhalt mitnehmen könnten in die Nachcoronazeit.

Ich wünsche mir, dass wir aus der Krise lernen. Eventuell geht es in Bereichen wie Verkehr, Umwelt, Nachhaltigkeit oder Konsum auch anders.

Großer Respekt gebührt allen Helfern, die die Krise für andere erträglich gemacht haben.

Martin Mändl / Wendelstein

Von: Martin Mändl, Dienstag, 21. April 2020 - Aktualisiert am Dienstag, 21. April 2020

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