Betriebsbesichtigung bei Familie Schröter: FREIE WÄHLER Schwanstetten erhalten Einblicke in die moderne Milchviehhaltung
Leerstetten - Moderne Landwirtschaft hautnah erleben und mit den Menschen ins Gespräch kommen, die sie täglich gestalten – unter diesem Motto stand die Betriebsbesichtigung der FREIEN WÄHLER Schwanstetten auf dem Milchviehbetrieb der Familie Roland und Heidi Schröter in Leerstetten. Insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter der 1. Vorsitzende der FREIEN WÄHLER Schwanstetten, Steve Beier, Gemeinderat Richard Schmidbauer, Mitglieder des Kreisverbandes sowie Gäste und Mitglieder der FREIEN WÄHLER Wendelstein, nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der Milchviehhaltung zu informieren.
Bereits zur Begrüßung machten Roland und Heidi Schröter deutlich, dass sich die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Bei einem ausführlichen Rundgang durch den Betrieb erhielten die Besucher spannende Einblicke in moderne Stalltechnik, Tierhaltung und den Arbeitsalltag eines familiengeführten Milchviehbetriebs. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Tierwohl. Die Familie Schröter setzt konsequent auf eine Laufstallhaltung und stellt ihre Herde schrittweise auf genetisch hornlose Tiere um. Dadurch kann langfristig auf das Enthornen verzichtet werden, was sowohl den Tieren als auch den Arbeitsabläufen zugutekommt. Beeindruckend war auch die Information, dass in den vergangenen Wochen zehn Kälber innerhalb von nur acht Tagen geboren wurden – ein arbeitsintensiver Zeitraum, der den Einsatz der gesamten Familie erforderte.
Vorgestellt wurde außerdem die moderne Melktechnik des Betriebs. Zwei automatisierte Melkroboter ermöglichen den Kühen ein individuelles Melken entsprechend ihres natürlichen Rhythmus. Die gesamte Anlage wird digital gesteuert und überwacht. Neben einer höheren Flexibilität für die Tiere liefert das System umfangreiche Daten zur Tiergesundheit und unterstützt den Betriebsablauf. Auch die Fütterung der Tiere wurde erläutert. Hochwertiges Grund- und Kraftfutter bildet die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Milchkühe. Ebenso beeindruckte der hohe Wasserbedarf der Tiere: Nach Angaben von Roland Schröter trinkt eine Milchkuh – insbesondere an heißen Sommertagen – rund 150 bis 200 Liter Wasser pro Tag.
Die Familie Schröter ist Mitglied bei der Goldmilch Genossenschaft, über die die erzeugte Milch vermarktet wird. Im Gespräch wurde erläutert, welche Bedeutung stabile Vermarktungsstrukturen für die heimischen Milchviehbetriebe haben. Ein zentrales Gesprächsthema waren die zunehmenden bürokratischen Anforderungen. Nach Angaben der Familie Schröter nimmt die Erledigung von Dokumentations- und Verwaltungspflichten mittlerweile rund eineinhalb bis zwei Arbeitstage pro Woche in Anspruch – Zeit, die anschließend für die eigentliche landwirtschaftliche Arbeit fehlt.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung bereitet vielen landwirtschaftlichen Betrieben Sorge. Stark schwankende Erzeugerpreise für Milch, Getreide und Fleisch erschweren eine langfristige Planung und machen Investitionen zunehmend riskant. Hinzu kommen steigende Kosten für Energie, Technik und Betriebsmittel.
Ein weiteres Thema war die zunehmende Digitalisierung staatlicher Kontrollen. So werden landwirtschaftliche Flächen im Rahmen der EU-Agrarförderung regelmäßig mithilfe von Satellitendaten überprüft. Darüber hinaus wird derzeit auch der Einsatz von Drohnen zur Kontrolle landwirtschaftlicher Flächen geprüft. Zusätzlich finden risikoorientierte Kontrollen der Tierhaltung durch die zuständigen Behörden statt. Roland Schröter schilderte, dass die Vielzahl an Kontrollen und Dokumentationspflichten von vielen Landwirten als erhebliche Belastung empfunden werde.
Neben allen fachlichen Themen gewährte die Familie Schröter auch einen persönlichen Einblick in ihr Familienleben. Lange Urlaubsreisen seien kaum möglich, da die Tiere täglich versorgt werden müssen und die moderne Technik eine ständige Erreichbarkeit erfordert. Häufig beschränken sich gemeinsame Auszeiten daher auf Tagesausflüge.
Zum Abschluss der Betriebsbesichtigung bedankte sich Steve Beier im Namen der FREIEN WÄHLER Schwanstetten herzlich bei Roland und Heidi Schröter für die offenen Einblicke, die herzliche Gastfreundschaft und den ehrlichen Austausch. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen wurden die Gespräche in angenehmer Atmosphäre fortgesetzt.
Trotz der vielfältigen Herausforderungen wurde während der Besichtigung vor allem eines deutlich: Roland und Heidi Schröter betreiben ihren Familienbetrieb mit großer Leidenschaft und Überzeugung. Die Liebe zur Landwirtschaft und die Verantwortung für ihre Tiere prägen ihren täglichen Einsatz. Wichtige Entscheidungen für den Betrieb werden gemeinsam innerhalb der Familie getroffen – ein Zusammenhalt, der die Grundlage für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Hofes bildet.
Die FREIEN WÄHLER Schwanstetten bedanken sich herzlich für die Einladung und den offenen Austausch. Betriebsbesichtigungen wie diese schaffen Verständnis für die Arbeit der heimischen Landwirtschaft und zeigen, welchen wichtigen Beitrag unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe für die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln, den Erhalt der Kulturlandschaft und das Leben in unserer Gemeinde leisten.
