BN Wendelstein zum Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes

Wendelstein - Rechtzeitig zum Ende der Auslegungsfrist des Flächennutzungsplan-Entwurfes der Gemeinde Wendelstein meldet sich der BN zu Wort. Gegenüber dem Vorentwurf seien einige, teils sehr erfreuliche, Änderungen eingeflossen. So wurde z.B. der ursprünglich geplante Bannwaldeingriff am Ende der Sperbersloher Str. deutlich reduziert. Auch die Bebauung der Schwarzachtal-Hangkante zwischen Kellerstr. und Brauereigelände und ein größeres Wohngebiet südlich der Fliederstr. konnte verhindert werden, freut sich der Vorsitzenden der Wendelsteiner BN Ortsgruppe, Stefan Pieger.

  • Geplante Gewerbegebietserweiterungen (rot) südlich des Richtweges, dargestellt im Bayern-Atlas. Eine zusätzliche Straßenverbindung (blau) zwischen Richtweg und Sperbersloher Str. ist im FLNP Entwurf ebenfalls vorgesehen.

    Geplante Gewerbegebietserweiterungen (rot) südlich des Richtweges, dargestellt im Bayern-Atlas. Eine zusätzliche Straßenverbindung (blau) zwischen Richtweg und Sperbersloher Str. ist im FLNP Entwurf ebenfalls vorgesehen.
    © Bayern Atlas

Dennoch hält der Vorsitzende den geplanten Flächenverbrauch von 30 Hektar (also 300.000 m²) überwiegend landwirtschaftlich genutzter Flächen für zu hoch. Hinzu kämen noch einmal ca. 14 Hektar Ausgleichsflächen. Die Landwirte, die jetzt schon unter Flächenknappheit leiden, träfe es am härtesten. Dabei hatte erst vor ein paar Wochen die CSU Staatsregierung im Nachgang des erfolgreichen Volksbegehrens vereinbart, bayernweit den Flächenverbrauch von derzeit 13 ha/Tag auf 5 ha/Tag zu reduzieren. Auf 'freiwilliger Basis' versteht sich. 'Aber das klappt halt nicht, wenn die Kommunen so weiter machen wie bisher und sich einen immerwährenden Bedarf and neuen Wohn- und Gewerbegebieten bescheinigen. Selbstverständlich gibt es im Speckgürtel von Nürnberg eine hohe Nachfrage nach Grundstücken. 'Die Gemeinde muss aber irgendwann einmal entscheiden, wann genug ist. Sonst geht es uns so wie Feucht, wo beinahe alle Freiflächen bis hin an die Bannwaldgrenzen zugepflastert wurden', so Stefan Pieger.

Soweit dürfe es in Wendelstein nicht kommen. Auch zukünftige Generationen müssten die Freiheit haben zu entscheiden, wie mit Natur und Umwelt umgegangen werden soll. Aus der Umgebung von München gäbe es vergleichbare Beispiele von Gemeinden die sich vor Jahren gegen den scheinbaren Zwang des endlosen Wachstums widersetzt haben und heute zu den attraktivsten Wohngegenden im Münchner Umfeld gehören. Wendelstein sei bislang deshalb so attraktiv, weil Bebauung, Verkehr und Naturgenuss noch in einem vertretbarem Maß zueinander stünden.

Das von der Gemeinde selbstgesteckte Ziel, eines moderaten Wachstums von 1,5% mit einer Einwohnerzahl von knapp unter 16.000 Personen für das Jahr 2031, könnte der BN mittragen. Allerdings übersieht der Planer, dass dieses Ziel bereits jetzt, Anfang 2019, erreicht sei. Stark kritisiert Pieger deshalb den vom Planer angegebenen 'Auflockerungs-' und 'Reservebedarf', mit der die Forderung nach 500 weiteren Häusern und Wohnungen und den dafür nötigen Flächen begründet wird. Dies würde bei einer sehr konservativen Rechnung mit 2 Personen pro Wohneinheit noch einmal 1000 Neubürger bedeuten. Hinzu kämen die Bewohner der bereits beschlossenen Wohnbauprojekte Hörnlein-Areal, Sorg-Bierweg und Nibelungen-Straße in Röthenbach St.W. 'D.h. anstatt einer Bevölkerungszahl von 16.000 schießen wir weit über das Ziel hinaus und kommen wahrscheinlich auf 17-18.000 Einwohner. Das kann Wendelstein weder verkehrstechnisch noch von seiner Infrastruktur her verkraften', meint der BN Mann.

In seinem Einwand zum Entwurf des Flächennutzungsplanes fordert Pieger deshalb, auf weitere Wohngebiete, besonders die, die in unmittelbarer Nähe zu den Hochspannungsleitungen geplant sind, zu verzichten und die Gewerbegebiets-Neuausweisung am Richtweg deutlich zu reduzieren. Der Sumpfwald südlich des AWO Pflegeheims und der Baumbestand auf dem östlich davon gelegenem ehem. Quinat-Gelände sollten unbedingt erhalten bleiben.

Von: Stefan Pieger, Donnerstag, 25. April 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 23. Mai 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bn-wendelstein
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