Bürgerinitiative Gegenwind verhindert nicht den Bau, sondern die Mitsprache der Bürger Wendelsteins

Wendelstein - Wie geht es weiter mit den Windvorranggebiet zwischen Wendelstein und Schwanstetten?

  • © Sylvia Schmidt

Die Diskussion wird derzeit stark von der Bürgerinitiative Gegenwind geprägt. Dabei wird ein zentraler Punkt häufig übersehen oder bewusst ausgeblendet: Die Windkraft lässt sich in den ausgewiesenen Vorranggebieten rechtlich nicht verhindern. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Windräder gebaut werden, sondern ob Gemeinde und Bürgerschaft sich daran beteiligen – oder ob sie außen vorbleiben. 

Genau hier liegt das eigentliche Problem der Strategie der Bürgerinitiative Gegenwind. Die Initiative kann den Bau der Anlagen nicht verhindern, wohl aber die kommunale und bürgerschaftliche Beteiligung. Es wird nicht die Errichtung von Windkraftanlagen verhindert, sondern der Einfluss Wendelsteins auf deren konkrete Ausgestaltung. Standortfragen, Anzahl der Anlagen, Bauabläufe, Zuwegungen oder Ausgleichsmaßnahmen würden dann nicht mehr vor Ort entschieden, sondern allein von externen, rein gewinnorientierten Investoren. Die Gemeinde und damit auch wir Bürger wären Zuschauer – mit allen Auswirkungen, aber ohne Mitspracherecht. 

Dabei eröffnet eine aktive Beteiligung echte Chancen. Kommunale oder bürgerschaftliche Modelle ermöglichen es, Windenergie-Projekte mitzugestalten und gleichzeitig Einnahmen in der Gemeinde zu halten. Pachteinnahmen, Gewerbesteuer oder Bürgerenergie-Modelle können zur Finanzierung von Infrastruktur, Vereinen, sozialen Angeboten oder lokalen Klimaschutzmaßnahmen beitragen. Wird diese Beteiligung verhindert, fließen die Gewinne ab, während Belastungen wie Eingriffe in das Landschaftsbild oder Bauaktivitäten vor Ort verbleiben. 

Auch für die Akzeptanz in der Bevölkerung ist die Beteiligung der Gemeinde entscheidend. Erfahrungen aus vielen Kommunen zeigen: Transparenz, Mitentscheidung und finanzielle Teilhabe schaffen Vertrauen. Eine reine Verweigerungshaltung dagegen verstärkt Fronten und verlängert Konflikte.  

Verantwortungsvolle Kommunalpolitik bedeutet, die rechtlichen Rahmenbedingungen anzuerkennen und innerhalb dieser aktiv zu gestalten. Ein pauschales Nein – wie es von der Bürgerinitiative Gegenwind vertreten wird – verhindert keine Windräder. Es verhindert Einfluss, Mitsprache und Vorteile für Wendelstein. Genau das schwächt unsere Gemeinde.  

Wenn die Prognosen einen wirtschaftlichen Betrieb von Windrädern bestätigen, werden sie auch kommen. Die einzige echte Entscheidung ist, ob sie über die Köpfe der Menschen hier in Wendelstein hinweg geplant werden – oder ob Wendelstein selbst Verantwortung übernehmen und gestalten kann.  

Wir als Bündnis 90/Die Grünen in Wendelstein sind überzeugt: Aktive Beteiligung der Gemeinde bei der Ausgestaltung und Entwicklung der Windvorranggebiete ist der demokratischere, der vernünftigere und der zukunftsfähigere Weg. 

Weil wir hier leben 

Von: Thomas Brandl (für BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), Samstag, 10. Januar 2026 - Aktualisiert am Montag, 12. Januar 2026
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