Cybermobbing: Mehr als nur ein Klick
Region - Viele Jugendliche erleben Ausgrenzung nicht mehr nur im echten Leben, sondern auch online. Plattformen wie WhatsApp, TikTok oder Snapchat werden immer beliebter – und damit auch zu möglichen Schauplätzen für Mobbing. Oft ist die digitale Konfrontation sogar einfacher, als jemandem im echten Leben gegenüberzutreten.
„Cybermobbing“ beschreibt das absichtliche Bloßstellen, Beleidigen oder Bedrohen anderer Personen im Internet. Man verbreitet hasserfüllte Nachrichten und Gerüchte, um sein Opfer zu erniedrigen und zu verletzen. Diese Form der Ausgrenzung wird heutzutage – vor allem unter Jugendlichen – immer beliebter. Der wichtigste Grund für diese Entwicklung ist definitiv die herrschende Anonymität im Netz: Wer sich hinter seinem Profil versteckt, handelt oft rücksichtsloser – die Hemmschwelle der Täter sinkt drastisch und sie sind bereit, weiterzugehen.
Dazu kommt eine gewisse Distanz, welche durch den fehlenden Kontakt geschaffen wird. Die meisten Mobber können gar nicht einschätzen, wie sich ihre Anfeindungen auf die andere Person hinter dem Bildschirm auswirken, denn sie können nicht sehen, wie die Opfer reagieren – wie es sie beeinflusst.
Des Weiteren ist Cybermobbing ebenfalls besonders gefährlich, da man dem nicht ausweichen kann. Die Nachrichten sind immer verfügbar, immer in den Chats, immer im Postfach – teilweise auch öffentlich aufrufbar. Folglich werden die Geschädigten zu jeder Zeit damit konfrontiert, egal ob sie es wollen oder nicht. Hinzu kommt, dass die meisten Leidtragenden neben den Hänseleien im Netz noch zusätzlich im realen Leben gemobbt werden, was ihnen zusätzlich keine Chance gibt, zu entkommen. Dieser ständige Kontakt mit den Hassnachrichten führt auf lange Zeit zu psychischen Problemen, welche teilweise schlimmer sind als beim „herkömmlichen“ Mobbing. Laut einer Studie des deutschen „Bündnis gegen Cybermobbing“ hatten ungefähr ein Viertel der befragten Jugendlichen Suizidgedanken, ein Achtel griff zum Alkohol. Im Vergleich zum herkömmlichen Mobbing sind die Folgen langfristiger und fataler.
Bist du direkt oder indirekt von Cybermobbing betroffen?
In Nürnberg kannst du dich an das Jugendamt (Tel. 0911 / 231-0), den Kinder- und Jugendnotdienst (Rufnummer 0911 / 231-33 33), die Caritas Erziehungsberatung (Tucherstraße 15, 90403 Nürnberg, Tel. 0911/23 54 241) oder die Nummer gegen Kummer für Jugendliche (116 111) wenden. Du bist nicht allein – es gibt Wege aus der digitalen Gewalt!
Falls du dich weiter über das Thema Cybermobbing informieren willst, empfehle ich die Studie „Cyberlife V“ des oben genannten „Bündnis gegen Cybermobbing“ (https://buendnis-gegen-cybermobbing.de) oder die Website des Weißen Rings (https://weisser-ring.de/mobbing).
Fälle von Hass und Hetze im Internet können über die » Meldemaske der Meldestelle REspect! unter www.meldestelle-respect.de gemeldet werden.
- Anhänge:
- Cyberlife_Studie_2024_Endversion.pdf
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