Der Hitzesommer 2026 muss ein Wendepunkt sein

Landkreis Roth - BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern mehr Tempo und Engagement bei Klimaschutz und Klimaanpassung  

  • Die Folgen der anhaltenden Dürre werden auch im Landkreis Roth immer deutlicher sichtbar. Der Wasserspiegel des Rothsee sank um rund 4,5 Meter.

    Die Folgen der anhaltenden Dürre werden auch im Landkreis Roth immer deutlicher sichtbar. Der Wasserspiegel des Rothsee sank um rund 4,5 Meter.
    © Foto: Tanja Josche

Der aktuelle Hitzesommer ist kein bloßes Wetterereignis, konstatierten die Vorstandsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Roth auf ihrer letzten Sitzung, sondern ein ernst zu nehmendes Risiko für unsere Gesellschaft. Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) machen das Ausmaß deutlich: Allein in der letzten Juni-Woche starben in Deutschland 9.600 Menschen an den Folgen der Hitze. Die Zahlen spiegeln die statistische Realität einer überhitzten Welt wider, doch die Reaktion bleibt erschreckend leise. Es ist höchste Zeit, Hitzeperioden nicht mehr länger als Wetterereignisse oder „schönen Sommer“ zu verharmlosen, sondern als das zu benennen, was sie sind: tödliche Folgen der Klimakrise.

Wer heute noch mit „Wirtschaft zuerst“ argumentiert, ignoriert die harten ökonomischen Fakten: Rund 430 Millionen Euro zusätzliche Kosten verursacht ein einziger Tag mit mehr als 30 Grad für die Wirtschaft – durch Produktivitätsverluste, krankheitsbedingte Ausfälle und infrastrukturelle Schäden. „Wir dürfen uns nichts vormachen lassen: Es gibt keinen Gegensatz zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Stabilität“, erklärt Henrik Schmidt-Heck, Sprecher des Kreisverbandes Roth. „Im Gegenteil: Wer eine starke Wirtschaft will, muss zwingend einen starken Klimaschutz fordern. Wenn Lieferketten wegen Niedrigwasser im Rhein unter Druck geraten, wenn Betriebe die Produktion drosseln müssen, zeigt das, dass uns Untätigkeit sehr teuer zu stehen kommt. Starker Klimaschutz ist die einzige Versicherung für unseren Wohlstand – auch im Landkreis Roth.“

Ein Hohn sei es angesichts der Hitzerealität auch, dass Konservative immer wieder nach Atomkraft rufen: „In Frankreich, Ungarn und Rumänien mussten AKW abgeschaltet werden, weil das Kühlwasser der Flüsse nicht mehr reichte. Eine Technologie, die bei Hitze den Stecker ziehen muss, ist keine Lösung für eine krisenfeste Zukunft“, so Schmidt-Heck weiter.

Co-Sprecherin Tanja Josche betont, dass parallel zum Klimaschutz auch Klimaanpassung dringend mehr in den Fokus rücken müsse. „Beides ist notwendig. Je konsequenter wir Klimaschutz betreiben, desto mehr Zeit gewinnen wir für die Anpassung unseres Lebens an die veränderten Bedingungen.“ Städte und Gemeinden müssten fit gemacht werden für immer häufigere Hitzeperioden und Starkregenereignisse. Das heißt: weg von großflächiger Versiegelung hin zu grüneren Ortskernen mit schattenspendenden Bäumen. Wenn neu gebaut wird, müssen die Themen Hitze und Wasser von Anfang an mitgedacht werden: Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung, solarbetriebene Kühlung für Schulen, Kitas und Pflegeheime, Rigolen und Zisternen. „Das Schwammstadtprinzip muss zum Standard werden, damit Wasser nicht verloren geht, sondern versickert oder zur Verdunstung und Kühlung genutzt werden kann. Klimaanpassung ist kein Nice-to-have, sondern elementar für unsere Lebensqualität und den Schutz der Gesundheit.“

Die Grünen rufen daher alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Roth auf, aus der Apathie zu erwachen und sich aktiv für mehr Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in ihren Gemeinden zu engagieren. Die Klimakrise ist keine ferne Bedrohung mehr. Sie beeinträchtigt unseren Alltag, sie vernichtet Ernten, sie belastet die Wirtschaft, sie kostet Menschenleben. Wer das leugnet, betreibt Realitätsverweigerung. Es ist Zeit für ein kollektives Aufstehen: Ob durch Unterstützung von Organisationen und Verbänden, Online-Petitionen, lokales Engagement oder politischen Druck – wir müssen gemeinsam aktiv werden, damit der Schutz unserer Lebensgrundlagen oberste Priorität hat. Nur wenn wir uns heute als Gemeinschaft bewegen, können wir sicherstellen, dass unsere Heimat bewohnbar bleibt und künftige Sommer nicht noch mehr Leben fordern.

Über die Website www.gruene.de kann man die lokalen Bundestagsabgeordneten auffordern, die Haushaltsmittel für Klimaschutz und Klimaanpassung nicht wie geplant zu kürzen: www.gruene.de/artikel/klimaschutz-ist-hitzeschutz

Die Initiative GermanZero hat über Campact eine Online-Petition zum Hitzeschutz gestartet:
https://weact.campact.de/petitions/hitzewellen-toten-klima-und-hitzeschutz-jetzt 

Von: Tanja Josche, Dienstag, 08. September 2026 - Aktualisiert am Freitag, 18. September 2026
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Kreisverband Roth« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-kv-roth

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