Die HIV-Infektion

Region - Möglichkeiten und Grenzen der Prävention und Therapie.

Die Erkrankung AIDS wurde erstmals 1981 als neues Krankheitsbild beschrieben. Das HI-Virus, den Erreger der Erkrankung, identifizierte man erstmals 1983.

Das HI-Virus befällt bevorzugt Zellen des Immunsystems (sogenannte T-Helferzellen) und führt unbehandelt zu einem deutlichen Abfall der Immunantwort. Die Folgen sind schwere Begleitinfektionen wie z.B. atypische Lungenentzündungen, Pilzinfektionen sowie verschiedene Krebserkrankungen.

Die antiretrovirale Therapie

Seit nun knapp 25 Jahren existiert eine wirkungsvolle Kombinationstherapie, mit welcher die dauerhafte Behandlung einer HIV-Infektion möglich ist. Diese führt zu einer anhaltenden Unterdrückung der Virusvermehrung. Das Immunsystem hat dadurch die Möglichkeit, sich zu regenerieren und weiterhin wirkungsvoll auf andere bakterielle oder virale Erkrankungen zu reagieren. Wirksame Impfungen oder gar eine Heilung der HIV-Erkrankung stehen noch in weiter Zukunft. Jedoch können Betroffene bei regelmäßiger Einnahme der antiviralen Kombinationstherapie ein völlig normales Leben führen und sind in kaum einem Bereich eingeschränkt, weder privat noch beruflich.

Die Präexpositionsprophylaxe – PrEP

Die Präexpositionsprophylaxe, kurz PrEP genannt, ist eine Kombination aus zwei antiviral wirksamen Medikamenten, welche seit vielen Jahren aus der Therapie von HIV-Infektionen bekannt sind. Diese Wirkstoffkombination kann eine potentielle HIV-Infektion wirksam verhindern.

Die PrEP wird sowohl täglich oder auch nach Bedarf nach ärztlicher Maßgabe eingenommen. Zusätzlich werden regelmäßige Tests auf weitere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) empfohlen, denn die Präexpositionsprophylaxe ist kein Ersatz für Safer Sex.

Nur die konsequente Anwendung von Kondomen reduziert das Risiko weiterer möglicher Ansteckungen um 99 % im Vergleich zum ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Trotz breiter Aufklärung und der seit September 2019 verfügbaren Präexpositionsprophylaxe ist es bislang nicht gelungen, diese chronische Viruserkrankung in Risikopopulationen einzudämmen oder gar zu eliminieren.

Wo kann ich mich informieren oder testen lassen?

Bei verschiedenen Stellen, wie zum Beispiel der Aidshilfe oder den Aids-Beratungsstellen, stehen ausgebildete Berater den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite.

Für weitere medizinische Fragestellungen stehen auch speziell ausgebildete Ärzte in HIV-Schwerpunktpraxen zur Verfügung.

Beratungsstellen finden Sie bei der Deutschen Aidshilfe ( www.aidshilfe.de ) sowie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter ( www.dagnae.de ).

Sprechen Sie uns einfach an – wir helfen gerne weiter – ohne Vorurteile oder Stigmata.

Bleiben Sie gesund!

Von: Dr. Marco Mollwitz, Facharzt für Allgemeinmedizin & HIV Schwerpunktarzt, Praxis Nürnberg-Sündersbühl (MVZ Dr. Renard & Kollegen), Freitag, 20. November 2020 - Aktualisiert am Montag, 07. Dezember 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Praxis Dr. Renard & Kollegen« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/renard

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