Die Initiative Mesnerhaus steht im Interview Rede und Antwort

Kleinschwarzenlohe - Was geschieht in und mit dem Mesnerhaus?

  • v. l.: M. Mändl, M. Hörlbacher, S. Löw und R. Hörlbacher

    v. l.: M. Mändl, M. Hörlbacher, S. Löw und R. Hörlbacher

Was ist das „Mesnerhaus“ in Kleinschwarzenlohe?
Mesner ist der deutsche Begriff für den Küster, also den Kirchendiener. Vor 10 bis 12 Jahren ist mit der Familie Helch, der letzte Mesner ausgezogen. Seitdem liegt das Haus im Dornröschenschlaf. Historisch geht das Haus auf Grundzüge aus 15 Jhd. zurück, also kurz nach der Weihe der Allerheiligenkirche. Dieses erste Mesnerhaus ist abgebrannt und wurde im jetzigen Stand im frühen 18. Jhd. wieder aufgebaut. Im 19 Jhd. wurde ein Fachwerkgiebel statt des Walmdachs angebaut, danach erfolgten immer wieder Detailumbauten, um das Gebäude an veränderte Wohnanforderungen anzupassen.
Architektonisch bildet es eine Einheit mit der Kleinschwarzenloher Allerheiligenkirche aus dem Jahr 1448. Formal gehört das Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde Kornburg - Kleinschwarzenlohe – Neuses.

Und warum jetzt eine Initiative Mesnerhaus?
Aktuell fehlt es an Geld für den Unterhalt und einem Konzept für die Nutzung. Ursprünglich war angedacht, das Gebäude bis zum Sommer 2024 verkauft wird, das ist zum Glück (vorläufig) vom Tisch. Für einen Verkauf ist das Haus aus unserer Sicht zu schade – wir wünschen uns in Kleinschwarzenlohe ein Haus für die Bürger. Dafür setzen wir uns als Initiative ein. Nachdem die Kirchengemeinde auf KSL und Kornburg aufgeteilt, wünschen wir uns Räume auch in KSL.

Was ist geplant?
Unser Ziel ist ein Treffpunkt für die Bürger. Mit VHS Veranstaltungen, einem Treffpunkt, den man für private Feiern mieten kann, für einen Umtrunk nach der Taufe oder der Hochzeit, einen Ort für Kartenspieler oder eine Krabbelgruppe. Eben für all` das, wofür es gerade keinen Raum in Kleinschwarzenlohe gibt – das Gemeindehaus der Kirche steht in Kornburg. Für uns ist die Zeit jetzt reif, als Gesellschaft wieder zusammenzurücken. Die nächste Aktion für die Öffentlichkeit wollen wir am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, den 8. September 2024 starten – lassen Sie sich überraschen

Und wo liegen die Probleme?
Die Probleme verändern sich. Architektonisch ist eine Sanierung herausfordernd, die untere Denkmalschutzbehörde ist, Stand heute, wohlwollender Unterstützer.
Respekt haben wir aktuell vor dem Organisationsaufwand, gerade im Bereich der Fördermittel und den einzuhaltenden Behördenformalitäten. Und natürlich ist die Finanzierung eine Herausforderung.

Was sind die nächsten Schritte?
Aktuell sind wir in vielen Gesprächen, einerseits mit Fördermittelstellen, möglichen Unterstützern, Politikern. Ganz pragmatisch haben wir begonnen, die Fassade vom Wein zu befreien (eine tolle Gemeinschaftsaktion), eine Bestandsaufnahme und eine Schadenskartierung zu erstellen.
Wichtig ist einerseits, zu dokumentieren, wie der Zustand ist und was getan werden muss, andererseits Zielvorstellungen zu definieren. Geplant ist ein Empfang für örtliche Gewerbetreibende, weitere Arbeitseinsätze und – leider – viel Bürokratie.

Wer kann sich wie einbringen?
Jeder! Für unsere Arbeitsdienste brauchen wir jeder der zupacken kann. Wir machen vieles in Eigenleistung. Daneben braucht es auch Helfende für Verwaltung, Organisation oder simpel jemanden, der eine Brotzeit machen kann. Parallel sammeln wir Bilder, Geschichten und alles aus der Erinnerung der Kleinloher zum Mesnerhaus. Jetzt ist die letzte Chance zu sammeln, bevor alles vergessen ist.

Was wünschen Sie sich von der Wendelsteiner Verwaltung und den Marktgemeinderäten?
Zunächst freuen wir uns über das Interesse der Wendelsteiner Räte, alle Fraktionen waren schon vor Ort, haben uns zugehört, unser Anliegen verstanden.
Vielleicht findet sich die Gelegenheit, dass die Gemeinde das Haus für einen VHS Kurs nutzt, die Feuerwehr uns beim Beschneiden der Bäume unterstützt – quasi als Übung mit der Motorsäge. Auch falls mal Leerlauf im Bauhof ist, gäbe es Möglichkeiten. Und wenn die Fachleute unter den Räten, vielleicht ein Historiker, eine Architektin, ein Handwerker oder auch ein Jurist ein wenig Zeit für uns finden…

Kontakt:
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Kornburg
Kornburger Hauptstr. 31, 90455 Nürnberg
Tel. 09129 42 46
Mail: mesnerhaus.kleinlohe@elkb.de

Vielen Dank liebe Initiative Mesnerhaus, dass Sie meine Fragen so offen beantwortet haben.

Das Interview führte Martin Mändl, Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein

*Aus Gründen der Lesbarkeit wird männlich, weiblich, divers im Text verallgemeinert formuliert - versteht sich aber für alle Geschlechter. Wir bitten, dies zu berücksichtigen.

 

Von: Martin Mändl (Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein), Mittwoch, 14. August 2024 - Aktualisiert am Dienstag, 17. September 2024
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Ortsverband Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-wendelstein

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