Die Kosten explodieren

Mittelfranken - Die Tierhilfe Franken muss zunehmend Hunde aufnehmen und versorgen. Mitunter sind sie verhaltensauffällig. Dann wird es teuer für den Verein.

  • Tierhilfe-Vorsitzende Carmen Baur mit zwei ihrer Schützlinge.

    Tierhilfe-Vorsitzende Carmen Baur mit zwei ihrer Schützlinge.
    © Tierhilfe

  • Liebe und Zuwendung, aber auch klare Grenzen sind in der Hunde-Erziehung wichtig.

    Liebe und Zuwendung, aber auch klare Grenzen sind in der Hunde-Erziehung wichtig.
    © Tierhilfe

Die Tierhilfe Franken hat sich für ihre Arbeit ein wunderbares Motto gewählt: „Wir erhalten Leben. Pfote drauf“, verspricht der eingetragene Verein, der den eigenen Internet-Auftritt mit Maskottchen „Rosi“ aufmacht. Der kleine weiße Pudel erzählt eine Geschichte, die ganz typisch ist für die Schützlinge der Tierhilfe. 

Rosi ist nachts von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Um ihr Leben zu retten, musste sie operiert werden. Nach 18 Jahren wollte ihre ursprüngliche Besitzerin die hohen Kosten dafür nicht übernehmen. Die Tierhilfe sprang ein. Rosi überlebte und durfte noch drei schöne Jahre bei einem neuen Frauchen verbringen. Seit 20 Jahren rettet die Tierhilfe auf diese oder ähnliche Weise Hunde, Katzen oder Kaninchen. Doch in den jüngst vergangenen Jahren ist diese Arbeit immer schwieriger geworden. Infolgedessen ist auch der Geldbedarf gestiegen. „Wir finanzieren uns zu 100 Prozent selbst aus eigenen Aktionen, dem Ideenreichtum der ehrenamtlichen Helfer, Spenden sowie ab und zu einer Erbschaft“, sagt Erste Vorsitzende Carmen Baur. 

Vor allem bei Hunden ist die Situation ziemlich kritisch. Sie sind in zunehmendem Maße so verhaltensauffällig, dass oftmals kurzfristig kein geeigneter Pflegeplatz vorhanden ist, geschweige denn ein Platz, an dem sie endgültig eine neue Heimat finden könnten. Die Besitzer haben sich im Vorfeld oft nicht über die Bedürfnisse der entsprechenden Rasse informiert und die Erziehung schleifen lassen. Schwierige Rasseeigenschaften kommen vor allem in der Pubertät der Tiere zum Tragen. Wurden in der Erziehung Fehler gemacht und auch kein souveräner Hundetrainer hinzugezogen, wird der Hund erst einmal unvermittelbar. Er muss entsprechend behandelt werden. Um das Tier für künftig Interessierte kompatibel zu machen, ist mit Irena Klinkowski eigens eine zertifizierte Hundetrainerin eingestellt worden, so Carmen Baur. Die Zahl der aufzunehmenden Hunde nimmt aber auch allgemein zu. „Während der Corona-Zeit ist ein Hundetrend entstanden, der nach wie vor anhält“, erklärt Carmen Baur diese Entwicklung.

All diese Maßnahmen und die lange Verweildauer im Verein lassen die Ausgaben der Tierhilfe explodieren. Sie übernimmt nämlich alle Kosten wie Futter, Tierarzt und Ausstattung bei der Pflegefamilie, bis ein endgültiges Zuhause gefunden ist. „Es kann schnell gehen mit der Erziehung und dem Lernen sowie der Besserung der Defizite“, so Irena Klinkowski. „Es kann aber auch viele Monate dauern, bis man Unarten wie Bellen, Schnappen, Jagdverhalten oder Konflikte mit Artgenossen in den Griff bekommt.“

 Viele alte und kranke Hunde werden beim Verein abgegeben. Gründe hierfür sind Wechsel der Besitzer in ein Pflegeheim, ihr Tod oder dass sie sich die hohen Tierarztkosten nicht mehr leisten können. „Die Vermittlungschancen sind sehr gering“, so Baur. Die Kosten für solch einen Hund betragen in der Regel zwischen 500 und 1000 Euro monatlich. Je nachdem, welche medizinischen Behandlungen oder Medikamente anstehen. Meist ist es so, dass der alte Vierbeiner dann bei seinen Betreuern bleibt, bis er über die Regenbogenbrücke geht.

Eine kleine Anzahl von Tieren lebt im Tierhilfe-Franken-Haus in Betzenstein in den Büros oder der Küche. Sie „helfen bei den täglichen Arbeiten“ mit. Vom Tierhilfehaus oder der Pflegefamilie aus wird für das jeweilige Tier dann ein neues endgültiges Zuhause gesucht. Nach dem Motto: Von der Familie in die Familie.

Durch dieses Prinzip des Familienanschlusses, „leben Hunde und Katzen bei uns ohne Zwinger“, hebt Carmen Baur hervor. So wichtig Tierheime seien, fügt sie hinzu. „Dort erleben die Tiere mehr Stress und weniger Zuwendung“.  Häufig betreuen die sieben Einrichtungen in Mittelfranken jeweils bis zu 50 Hunde. Für schwierige Vierbeiner bleibt dann kaum Zeit. „Bei uns hingegen werden die Hunde zum Familienmitglied“, versichert Bauer. Pfote drauf.

Wenn Sie Teil der Tierhilfe Franken werden wollen. Rufen Sie an.

Ansprechpartnerin ist Carmen Baur. Tel: 09151 – 82 690. Außerdem: Jede Spende zählt. Schon mit wenig Geld können Sie den Tieren ein angenehmes Leben ermöglichen. Helfen Sie noch heute. Sparkasse Nürnberg. IBAN: DE60 7605 0101 0005 4970 11. SWIFT-BIC: SSKNDE77XXX

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Sonntag, 18. Mai 2025 - Aktualisiert am Dienstag, 20. Mai 2025
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »meier® Magazin / Redaktion« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/redaktion

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