Die Rückkehr des Sportsgeists

Wendelstein - Viel Spaß, Spannung und über 700 Kinder bei den 23. Wendelsteiner Handballtagen

  • Großes Fest: Bei der Siegerehrung werden alle Kinder gefeiert.

    Großes Fest: Bei der Siegerehrung werden alle Kinder gefeiert.
    © TSV Wendelstein

  • Großer Einsatz: Auf acht Feldern geht es gleichzeitig zur Sache.

    Großer Einsatz: Auf acht Feldern geht es gleichzeitig zur Sache.
    © TSV Wendelstein

Sport verbindet. Das ist als Erkenntnis ein alter Hut, aber immer wieder faszinierend zu beobachten. Die 23. Wendelsteiner Handballtage bieten alles, wofür Sport stehen sollte. Über 700 Kinder finden den Weg in die Marktgemeinde, und alle, ob sie groß sind oder klein, dick oder dünn, talentiert oder noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn, sie alle wollen genau das gleiche: Handball spielen.

Schon vom Parkplatz unten sind sie zu hören: Kinder, die wild durcheinanderrufen, Eltern und Trainer, die sie anfeuern, Bälle, die an die Latte klatschen. Es klingt nach einem bunten Treiben. Oben dann, am Sportplatz angekommen, werden die Bilder real. Auf acht Feldern geht es zur Sache. Da werfen sich sieben E-Jugendliche gleichzeitig auf den Ball, während nebenan die A-Jugendlichen diszipliniert von 6:0- auf 5:1-Abwehr umschalten und bei Ballgewinn noch schneller auf Angriff. Es ist ein Komplett-Mix: Spaß und Spannung, Ehrgeiz und Tränen, Jubel und Gesänge. „Jedes Kind spielt hier mit riesiger Begeisterung“, stellt Maik Heißer am Spielfeldrand begeistert fest, während sein Sohn Justus gerade mit seiner Mannschaft über den Platz fegt. „Sensationell“ findet der Vorsitzende des Fördervereins der Wendelsteiner Handballer das, was er sieht, „in der Region gibt es nichts Vergleichbares.“ Ein halbes Jahr lang haben Heißer und seine Crew dieses Event geplant. 100 Helfer sind im Einsatz, allein der Spielplan gleicht einer Mathe-Arbeit für Fortgeschrittene. 74 Mannschaften nehmen teil, drei aus dem polnischen Zukowo, der Wendelsteiner Partnergemeinde. Kurz vor Mitternacht erst sind am Freitagabend die Plätze fertiggeworden. Am Samstag läuft alles nach Plan.

In der Nacht zum Sonntag aber, während über 100 Kinder auf dem Zeltplatz mehr feiern als schlafen, wird es ungemütlich. Es regnet nicht nur, es schüttet. „Das war irre“, erzählt Mia von der Wendelsteiner B-Jugend, „wir hätten nicht gedacht, dass am Sonntag überhaupt gespielt werden kann.“ Doch das Organisationsteam reagiert schnell: Das Turnier der Minis wird spontan in die Halle verlegt, der Spielplan noch mal komplett überarbeitet – und so kann es ab Mittag tatsächlich weitergehen. Auch am zweiten Tag entwickelt sich ein schönes Fest. 1400 verkaufte Bratwürste, 175 Kilogramm Pommes, dazu die beliebten Obstbecher und Getränke sorgen für ein gutes Ergebnis – in der Kasse. „Mit den Handballtagen finanzieren wir einen großen Teil des Spielbetriebs“, erklärt Christina Buchard. Der sportliche Erfolg für die Gastgeber hält sich dagegen in Grenzen. Mit zweiten Plätzen der A- und D-Juniorinnen muss sich die Handball-Chefin des TSV zufriedengeben. Das passt ihr nicht ganz, „natürlich wollen wir auch Erfolge feiern, wir sind ja Sportler“. An diesem Wochenende aber ist sie nicht ganz so streng: „Die Handballtage sind für unsere Kinder vor allem Spaß, und das sollen sie auch sein.“

Die Siege gehen an die anderen: Dreimal ist die JSG Fürther Land top, deren D-, B- und A-Juniorinnen Bälle und Gegner beherrschen. Bei den Jungs lohnt sich der weite Weg für die D-Junioren aus Zukowo und die C-Junioren aus Gröbenzell nahe München – sie gewinnen ebenso wie die extrastarken B-Junioren des TSV Feucht und die A-Junioren des Post SV Nürnberg.  

Die Wendelsteiner freuen sich vor allem darüber, dass sie drei E-Jugendteams an den Start gebracht haben. „Das zeigt, dass sich die Kinder für unseren schönen Sport begeistern lassen“, betont Buchard. Und dass nicht alle Jungs zum Fußball abwandern. Verständlich: Diese aufgeladene Grundaggressivität, die auf vielen Fußballplätzen herrscht, weil jeder Trainer nur gewinnen will, Scouts herumschwirren und die Hälfte der Väter ihre Jungs schon beim Club oder in Fürth sehen, die gibt es beim Handball nicht. Auch da geht es um Tore und Siege. Am Ende aber sitzen am Sonntagnachmittag 300 Kinder unten auf dem A-Platz und klatschen jedem Beifall, der mitgemacht hat. Auch dem 13. der D-Junioren.

Die Handballtage sind so, wie viele andere Turniere gerne wären: echt, authentisch, unverdorben. „Der Sport dient der Völkerverbindung und bringt die Menschen zusammen“, meint Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans während der Siegerehrung. Auf dem Rasen sitzen drei Jungs und sagen es in ihren Worten: „Alter, das war fei echt wieder geil.“

Bernd Salamon

Ergebnisse:
E-Jugend: 1. 1. FC Schwand, 2. Post SV Nürnberg, 3. TSV Altenberg
D-Juniorinnen: 1. JSG Fürther Land, 2. TSV Wendelstein, 3. TV Gunzenhausen
C-Juniorinnen: 1. SV Puschendorf, 2. TV Gunzenhausen, 3. TV Eibach 03
B-Juniorinnen: 1. JSG Fürther Land, 2. TV Eibach 03, 3. TSV Wendelstein
A-Juniorinnen: 1. JSG Fürther Land, 2. TSV Wendelstein
D-Junioren: 1. Zukowo, 2. Tuspo Nürnberg, 3. JSG Fürther Land II
C-Junioren: 1. HSG Gröbenzell/Olching, 2. Zukowo, 3. JHG Adler Nürnberg
B-Junioren: 1. TSV Feucht, 2. HSG Gröbenzell/Olching, 3. Zukowo
A-Junioren: 1. Post SV Nürnberg, 2. TSV 1860 Weißenburg, 3. SG Kernfranken

Von: Bernd Salamon, Freitag, 28. Juli 2017 - Aktualisiert am Dienstag, 05. September 2017
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »TSV 1893 Wendelstein e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/tsv-wendelstein
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