Die Tour vor der Tür – Heidecker Burgenweg zum Spargel

Landkreis Roth - Im Mai und Juni ist der Spargel „Produkt des Monats“ und auf einigen Feldern zeugen die charakteristischen hohen Ackerfurchen vom Anbau des „weißen Goldes“. Jetzt ist auch die ideale Zeit für eine Wanderung in der wärmenden Frühjahrssonne. Der Heidecker Burgenweg verbindet atemberaubende Fernblicke und historische Stätten.

  • Markierung Heidecker Burgenweg

    Markierung Heidecker Burgenweg
    © Landratsamt Roth

    www.urlaub-roth.de

  • Blick nach Heideck

    Blick nach Heideck
    © Landratsamt Roth

  • Burgstall Altenheideck

    Burgstall Altenheideck
    © Landratsamt Roth

  • Blick Schlossberg nach Heideck

    Blick Schlossberg nach Heideck
    © Landratsamt Roth

  • Panorama Schlossberg

    Panorama Schlossberg
    © Landratsamt Roth

  • Filialkirche Heilig-Geist Schlossberg

    Filialkirche Heilig-Geist Schlossberg
    © Landratsamt Roth

  • Plateau Schlossberg

    Plateau Schlossberg
    © Landratsamt Roth

Auf Schusters Rappen die Spuren der Burgen erkunden.

Der Heidecker Burgenweg hat eine Länge von etwa 14 km und ist in beide Richtungen markiert. Eine Empfehlung ist, die Rundtour entsprechend der historischen Entwicklung zu wandern. Heideck – Liebenstadt – Schlenker zum Burgstall Altenheideck (erstmals 1192 erwähnt) – Liebenstadt – Burgstall Schlossberg (erstmals 1278 erwähnt) – Rudletzholz – Heideck.

Ein guter Start für den Heidecker Burgenweg ist der Parkplatz an der Stadthalle in Heideck. Für die Anreise mit Bus & Bahn empfiehlt sich über den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg die Haltestellte Heideck Marktplatz. Mit der Regionalbahn bis Hilpoltstein, ab Hilpoltstein mit der Buslinie 630 Richtung Heideck, Montag bis Samstag (sonn- und feiertags nur über den Rufbus AST).

 

Weit reicht der Blick – rundum

Der Rundweg gestaltet sich abwechselnd aus schattigen Wäldern und freien Fluren mit Fernblicken (!) soweit das Auge reicht. Doch zu Beginn des markierten Weges geht es zuerst Richtung Westen, aus Heideck hinaus. Für den ersten schönen Panoramablick erklimmt man die Anhöhe Offenbrunn und genießt den Weitblick nach Osten über Heideck. Das nun angenehme, schöne Waldstück über den Höhenkamm führt direkt nach Liebenstadt.

Eine weitere Besonderheit dieses Wanderweges sind die Kirchen und Kapellen, auf die man immer wieder trifft. So eine Wanderung kann einem auch die Zeit geben, um mit ein paar besinnlichen Gedanken, dort Kraft zu tanken. Die erste Kirche ist die Katholische Pfarrkirche St. Michael in der Mitte des Pfarrdorfes Liebenstadt.

In Liebenstadt hält man sich westlich und wandert auf einem Stichweg zum Burgstall Altenheideck, das kurze Wegstück mit 2 km wird wieder retour gegangen.

Übrigens: Burgstall ist ein archäologischer Begriff: er steht für eine ehemalige Burg, von der noch weniger als eine Ruine zu sehen ist. Daher gibt es auf beiden Burgstallen Info-Tafeln, die eine Rekonstruktion der ehemaligen Bauten zeigen. Doch der eigentliche Beweggrund eine Burg zu bauen, war die Lage. Man musste möglichst weit ins Land schauen, um mögliche Feinde zu sehen und vor allem um gesehen zu werden, gleichzeitig verschaffte eine Anhöhe einen Vorteil in einer Verteidigungsschlacht. Und, aus psychologischer Sicht, war es gut, wenn die Untertanen nach oben blickten und den Herren in seiner Burg wussten, der über allen thronte.

 

Zu den Herren von Heideck

Der Ur-Vater der Herren von Heideck war Ritter Hadebrand II., der sich 1192 erstmals so nannte. Die Gründungsburg der Herren von Heideck stand auf dem jetzigen Burgstall Altenheideck und fand 1192 erstmals Erwähnung in den Geschichtsbüchern. Der Standort war wohl schlecht gewählt, dezentral und zu schattig. So geschah es vor dem Jahr 1278, dass die Herren von Heideck eine neue Burg auf dem zentralen Schlossberg errichteten.

Um zu dieser „neuen Burg“, jetzt ein Burgstall, auf dem Schlossberg (607 m) zu gelangen, wird die Wanderung in südlicher Richtung fortgesetzt. Nachdem bei Liebenstadt die Kleine Roth überquert ist, geht es 170 Höhenmeter hinauf zum Schlossberg. Der Weg am Bergrücken führt zum tiefen Halsgraben, der die einstige Vor-Burg vom Berg trennt. Auf dem Gelände ist eine virtuelle Rekonstruktion zu sehen, die die einstige Burg veranschaulicht. Vom Platz der Haupt-Burg aus ist der Panoramablick unglaublich und die Fernsicht reicht bis ins Fränkische und Oberpfälzer Land.

Obwohl heute nur noch Plateau der Vor-Burg und Haupt-Burg erhalten sind, spürt man ganz genau, warum diese Stelle für den Bau einer aufstrebenden Herrschaft ausgesucht wurde. Dazu gehörte auch die Gründung der Stadt Heideck, die 1288 erstmals erwähnt wurde. Erbteilung, Fehden, Kriegsschulden und Verpfändungen schwächten das Geschlecht und im Jahr 1471, nach dem Tod von Konrad II., fiel Heideck an den Wittelsbacher Herzog Ludwig von Bayern-Landshut. Die Stadt Heideck kam 1505 zum neu gegründetem Fürstentum Pfalz-Neuburg. Doch Fürst Ottheinrich und sein Bruder pflegten einen äußerst dekadenten Lebensstil und hatten so hohe Schulden, dass sie 1542 Heideck an die freie Reichsstadt Nürnberg verpfändeten. Erst gut 40 Jahre später, 1585, wurden die Schulden von Pfalz-Neuburg eingelöst. Und seit 1806 gehört Heideck zum Königreich Bayern.

Am Schlossberg laden drei Kapellen zum Verweilen ein. Die Wegkapelle zur Andacht und die Feldkapelle sowie die Filialkirche Heilig Geist. Über Rudletzholz, mit der modernen Dreifaltigkeits-Wegkapelle und der Filialkirche St. Martin, führt der Weg vorbei an der Heilig-Grab-Kapelle, die auch Klausenkapelle genannt wird. Entlang der Strecke folgt man dem ältesten Kreuzweg des Landkreises mit seinen Sandsteinmarterln hinunter nach Heideck.

 

Tipp: Produkt des Monats Mai und Juni

Infos rund um das "weiße Gold" aus dem Landkreis Roth sowie die Übersicht der Direktvermarkter sind im Flyer "Produkt des Monats Mai/Juni" zusammengefasst. Den Flyer und Informationen zu den Spargelwochen im Landkreis erhält man über die Wirtschaftsförderung www.landratsamt-roth.de/produktdesmonats.

 

Noch ein Tipp

Die Heimatkundliche Sammlung im Rathaus Heideck , Öffnung nur gegen Voranmeldung (Ottmar Brunner Tel.: 09177/49914), Eintritt frei. Die Ausstellung „Stadtgeschichte(n) aus dem Boden“ zeigt Funde und Erkenntnisse zu den beiden Burgställe Altenheideck und Schlossberg.

 

Der Familien-Tipp

Der Spielplatz auf dem Schlossberg unter dem Motto „Wie lebten die Ritter“ mit allerlei Infos zu Ritterzeit und Mittelalter ist für Kinder das Highlight der Tour. Wer dann noch im Niedrigseilgarten (maximale Höhe 1 Meter) seine Koordinationsfähigkeit unter Beweis gestellt hat, der findet Gefallen an dem Ruhebereich. Hängematten, Pavillon und Wellenliegen sind die „Chill-Area“ mit Panoramablick über Feld und Tal.

Gastronomie entlang der Strecke:

Gasthaus zu den 3 Linden,
Rudletzholz 5, 91180 Heideck,
Tel. 09177 / 329, www.gasthaus-speth.de

Heidexx Genusshütte,
Alleestraße 10, 91180 Heideck,
Tel. 09177 / 48 54 293, www.heidexx.de

Lindwurmbräu,
Hauptstraße 18, 91180 Heideck,
Tel. 09177 / 485 66 33, www.heidecker-lindwurmbraeu.de

Direktvermarkter an der Tour:

Spargelhof Miederer mit Milchtankstelle – 24h-Hofladen für Spargel, Erdbeeren, frische Landmilch und weitere regionale Erzeugnisse je nach Saison, Liebenstadt 19, 91180 Heideck, facebook.com/miederersmilchtankstelleliebenstadt, Tel. 09177 / 1319

Geflügel- und Schweinhof Christ, Liebenstadt 21, 91180 Heideck, Tel. 09177 / 48 67 46

Harrer-Hof Bio-Speis, Liebenstadt 13, 91180 Heideck, Tel. 09177 / 509

kleine markthalle, Bahnhofstraße 11, 91180 Heideck, Tel. 09177 / 833 98 98

Weitere Informationen zum Wanderweg „Heidecker Burgenweg“ unter
www.urlaub-roth.de , der Entdecker APP des Landkreises oder telefonisch unter 09171 / 81 1329.

Von: Sabrina Müller (Landkreis Roth, Kultur und Tourismus), Mittwoch, 19. Mai 2021 - Aktualisiert am Freitag, 28. Mai 2021
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Landratsamt Roth - Tourismus & Kultur« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/roth-tourismus-kultur

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