Diskussion um die neue Trasse P53 in der Region geht weiter

Kornburg - Worzeldorf - Katzwang - Oberbürgermeister-Kandidat und stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD im Rathaus Thorsten Brehm, Dieter Goldmann, Sabine Knuhr und ich hatten deshalb am 6. November mit den betroffenen Bauernverbänden, P53 Initiativen und den Bürgervereinen einen Dialog in Katzwang

  • Plakataktion der Initiative P53

    Plakataktion der Initiative P53
    © dix

Warum soll es die Trasse P53 geben ?

Der jetzige Rechtsrahmen in Deutschland führt immer zum Netzausbaubedarf. Diesem liegt die Fiktion eines europäischen Binnenmarkts zugrunde, in dem Strom als Ware uneingeschränkt in Europa gehandelt werden soll. Dies führt zum aktuellen Ansatz der für die Versorgungsaufgabe und Systemstabilität vollkommen überdimensionierten Stromnetzausbaus. Die Kosten hierfür werden aktuell auf ca. 100 Milliarden Euro geschätzt.

Was ebenfalls weitgehend ausgeblendet wird, ist die in aller Munde oft zitierte „Sektorenkopplung“. Will man die Energiewende voranbringen, wird man – mit Schwerpunkt in den urbanen Zentren – eh klimafreundliche und hocheffiziente Kraftwärmekopplungskraftwerke bauen müssen wie Anlagen in Sandreuth.

Für die rund 13 Mio. Gebäude, die heute an das Erdgasnetz angeschlossen sind, muss ebenfalls eine Lösung gefunden werden. Auch hier liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, das heute zu 100 % natürliche Erdgas kohlenstofffrei zu bekommen. Dazu kann die küstennahe Windkraft einen wesentlichen Beitrag liefern, indem der Windstrom nicht mit teuren Stromleitungen in den Süden transportiert wird, sondern in Power-to-Gas-Anlagen gewandelt und in das Erdgasnetz eingespeist wird. Dieses ist in Deutschland ca. 530.000 km lang und bestens als Energietransportsystem und auch Speicher geeignet.

In Summe kostet dieser Ansatz zwischen 10 und 20 Mrd. EUR. Das ist signifikant billiger als die rund 100 Mrd. EUR, die der Stromnetzausbau kostet.

Ersatzneubau der Jura-Leitung: Brehm und Reiß sprechen sich für unbedingte Einhaltung der Mindestabstände aus

Der geplante Ersatzneubau der Juraleitung bewegt nach wie vor die Region. Die beiden SPD-Oberbürgermeister-Kandidaten Thorsten Brehm aus Nürnberg und Peter Reiß aus Schwabach pochen darauf, dass die Mindestabstände nach dem Landesentwicklungsplan für Höchstspannungsfreileitungen eingehalten werden. Die betragen 400 Meter zu Wohngebäuden im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder im sog. Innenbereich sowie zu Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger steht für uns an oberster Stelle. Der Netzbetreiber TenneT muss deshalb die Mindestabstände einhalten. Auch eine alternative Lösung mit einer Erdverkabelung kommt für uns im Rednitztal nicht in Frage. Die Intensität der baulichen Eingriffe und die Breite des Kabelgrabens stellen einen nicht vertretbaren Eingriff in die Kulturlandschaft und den für die Landwirtschaft existenziellen Wasserhaushalt und die Bewässerung dar. Das Rednitztal ist Produktionsstätte für Feldgemüse, Spargel, Kartoffeln, Mais, Getreide und Raps.

Auch in Schwabach wären sowohl bei einer Trassenführung im Norden als auch im Süden die 400 Meter Abstand gegenüber der Bevölkerung nicht eingehalten. Deshalb wird die SPD Nürnberg und Schwabach gemeinsam gegen diese Trassenverläufe mobilisieren und verhindern, dass die Interessen der Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Weder durch Obermainbach und die dortigen Siedlungen bzw. die dortigen Waldgebiete und das Wasserschutzgebiet, noch in der Nähe von Wolkersdorf, Dietersdorf und Limbach oder das Rednitztal wollen wir eine solche Monstertrasse gebaut sehen.

Insgesamt hegen Brehm und Reiß Zweifel an der Notwendigkeit der milliardenschweren Investitionen in solche Riesentrassen. Auch mein Stadtratskollege und Energieexperte Dieter Goldmann aus Worzeldorf und ich als Aufsichtsratsmitglied der Städtischen Werke sprechen sich dagegen aus. Unser Ansatz zur Energiewende setzt auf regenerative Energien und dezentrale Produktion – also eine regionale Energiewende. Der Strom soll vor allem dort erzeugt werden, wo er auch verbraucht wird.

Beratung und Beschluss im Stadtplanungsausschuss des Nürnberger Stadtrates

Die SPD-Stadtratsfraktion stellte einen Antrag, dass die Verwaltung über die aktuellen Planungen der Trassenführung im Stadtgebiet Nürnberg bzw. den unmittelbar angrenzenden Gebieten im Stadtrat berichtet.

Der Stadtplanungsausschuss beschloss, einer Neutrassierung der Juraleitung P53 nur zuzustimmen, wenn hierbei die im Landesentwicklungsprogramm Bayern festgelegten Mindestabstände (400 Meter) eingehalten werden.

Die Stadt Nürnberg macht sich über den Bayerischen Städtetag gegenüber der Staatsregierung dafür stark, dass die im Landesentwicklungsprogramm Bayern bislang nur als Grundsatz festgelegten Mindestabstände als Ziel definiert werden. Analog sind Mindestabstände für Erdverkabelungen als Ziel festzulegen.

Nur wenn diese Mindestabstände zwingend vorgeschrieben werden, ist der Bau der Trasse durch Nürnberg und benachbarte Kommunen nicht mehr möglich.

Buskonzept Nürnberg-Süd

Die VAG entwickelt gemeinsam mit dem Verkehrsplanungsamt gerade ein neues Buskonzept. Dazu soll es im neuen Jahr eine Infoveranstaltung geben. Termin und Ort wird in der Presse veröffentlicht oder unter:

www.kornburg.de

 

Ihr Harald Dix

Ehrenamtliches Mitglied des Nürnberger Stadtrates

SPD – Fraktion

Von: Harald Dix (Stadtrat), Mittwoch, 04. Dezember 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 05. Dezember 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Harald Dix« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/harald-dix

Weitere Artikel zum Thema:

Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.