„Ein Apfel, der wieder wie früher schmeckt“
Nürnberg-Worzeldorf - Begegnungsmenü verbindet Nachhaltigkeit und regionale Landwirtschaft
Beim 13. Begegnungsmenü aus geretteten Lebensmitteln erlebten die Besucherinnen und Besucher im Nürnberger Süden einen besonderen Abend: Theresa Bub, Bio-Obstbäuerin aus Oberreichenbach bei Schwabach, gab einen präzisen Einblick in die Arbeit ihres Familienbetriebs – ein Hof, auf dem drei Generationen zusammenarbeiten und Nachhaltigkeit fest im Alltag verankert ist.
Gleich zu Beginn formulierte Bub den Leitgedanken ihres Vortrags: „Einen Apfel direkt vom Baum essen – und er schmeckt wirklich wieder wie früher.“ Dieser Anspruch zieht sich durch den gesamten Betrieb: echte Sortenvielfalt, sorgfältige Pflege und regionale Vermarktung. Auf dem Hof wachsen heute 13 verschiedene Bio-Apfelsorten und drei Birnensorten. Ergänzt wird der Betrieb durch Freilandhühner, Freilandschweine, eigenen Futteranbau und einen kleinen Bio-Hofladen, in dem – wie Bub schmunzelnd erzählte – „alle mithelfen, auch die Oma“. Die Gäste verfolgten aufmerksam, wie Bub den Jahreskreislauf im ökologischen Obstbau beschrieb: den Winterschnitt, die sensiblen Frostwochen während der Blüte, die Auslichtung im Sommer und schließlich die Ernte im Herbst. „Da sieht man, ob sich der Einsatz des ganzen Jahres gelohnt hat“, sagte sie. „Lebensmittel haben Wert – das zeigen wir hier jede Woche“
Monika Simon-Deinlein, Leiterin des Begegnungsmenüs und Kreisvorsitzende der Frauen-Union Nürnberg-Süd, hob hervor, wie eng die Inhalte des Abends zum Grundgedanken ihres Projekts passen: „Wir kochen hier aus geretteten Lebensmitteln, und jeder Donnerstag zeigt uns, wie wertvoll Lebensmittel sind. Genau dieses Bewusstsein finden wir auch auf dem Hof der Familie Bub wieder.“ Mit über 120 Ehrenamtlichen, die Woche für Woche Lebensmittel retten und weitergeben, ist das Begegnungsmenü mittlerweile ein fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur im Nürnberger Süden. „Veränderung braucht eine Stimme – und manchmal eben drei“.
Zum Abschluss des Abends betonte Theo Deinlein die Bedeutung regionaler Betriebe für eine moderne Stadtgesellschaft: „Regionale Landwirtschaft ist kein Randthema. Sie ist Teil einer nachhaltigen Stadtpolitik, die wir in Nürnberg weiter stärken müssen.“ Er unterstrich, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement und politische Mehrheiten für konkrete Verbesserungen seien: „Wenn man wirklich etwas verändern will, dann braucht es eine Stimme – und auf dem Stimmzettel sind es eben drei. Ich bitte alle, mich mit diesen drei Stimmen zu unterstützen, damit ich im Stadtrat tatsächlich etwas bewegen kann.“ Ein Abend, der Wissen, Gemeinschaft und Verantwortung verbindet.
Das Begegnungsmenü zeigte erneut, warum es im Nürnberger Süden so erfolgreich ist: Menschen kommen zusammen, lernen voneinander und erleben, wie Nachhaltigkeit durch gemeinsames Handeln entsteht.
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