Ein Vorzeigebamter geht in den Ruhestand
Roth - Während der jüngsten Stadtratssitzung hat Roths Erster Bürgermeister Andreas Buckreus einen seiner wichtigsten Mitarbeiter verabschiedet. Robert Feyerlein war seit 2019 Kämmerer und seither für den städtischen Haushalt verantwortlich. Feyerlein hat seinen Dienst 1980 als 16-jähriger angetreten und eine Bilderbuchkarriere gemacht.
ROTH – Mit der Verabschiedung in dem Gremium, vor dem er am längsten die Haushaltspläne Roths verantwortet hat, ist der ehemalige Kämmerer Robert Feyerlein aus dem Dienst der Stadt entlassen worden. Der 62-jährige Verwaltungsrat hat „eine Bilderbuchkarriere als Beamter absolviert“, wie Erster Bürgermeister Andreas Buckreus vor den aktuellen Stadtratsmitgliedern erklärte. Feyerlein ist fast 46 Jahre Beamter der Kreisstadt gewesen.
Der Finanzexperte ist 2019 Kämmerer geworden. Seinen Dienst bei der Stadt Roth hat er allerdings bereits am 1. September 1980 als Beamtenanwärter in der Laufbahn des mittleren Dienstes, wie es damals hieß, begonnen. 1989 war er bereits Leiter der Kassenverwaltung. 2009 ist er in den gehobenen Dienst aufgestiegen und am 1. Januar zum „Verwaltungsrat“, dem Endamt dieser Laufbahn, befördert worden. „Er ist ein Vorzeigebeamter, auf den man sich zu 100 Prozent verlassen kann“, würdigte Andreas Buckreus einen seiner wichtigsten Mitarbeiter. „Es war mir eine Ehre, so lange für meine Geburts- und Heimatstadt Dienst in einem solch wichtigen Amt zu leisten“, erwiderte Robert Feyerlein. Bis 2025 hat er den Haushaltsentwurf für den Stadtrat vorbereitet.
Feyerlein warf auch einen Blick auf die Ära, in der er in das Beamtenleben eingestiegen ist. „Es war die Zeit der grauen Telefone mit Wählscheiben“, sagte er. Darüber, im Parteiverkehr oder per Brief sei der Kontakt zum Bürger gelaufen. E-Mail, Internet und digitale Verarbeitung lagen in weiter Ferne. „Wir hatten einen Kopierer und haben alles auf einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben“, erzählte Feyerlein und machte auch deutlich, wie sehr sich Roth wirtschaftlich entwickelt hat. „Der Haushalt damals lag bei 15 Millionen Mark“, so Feyerlein. In der selben Sitzung hat der Stadtrat einen Etat beschlossen, der mit über 121 Millionen Euro fast 16 Mal so umfangreich ist.
Doch nach Meinung von Robert Feyerlein hat sich nicht nur das Haushaltsvolumen geändert. „Alles ist schnelllebiger, der Ton rauher und die Erwartungshaltungen höher geworden“, war er überzeugt. Dennoch habe er es aus seiner Sicht sieben Jahre lang „ganz gut hinbekommen, das finanzielle Fundament für die Stadt zu entwerfen“, so der scheidende Kämmerer. „Es war eine interessante Aufgabe“, fasste er zusammen.
