Erfolgreich Geld anlegen – trotz Null-Zins-Politik!

Nürnberg - EZB-Chef Mario Draghi hat das Dilemma vieler konservativer Anleger weiter verschärft. Mit der Zinsentscheidung vom 10. März 2016 hat die EZB den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Sparer müssen umdenken, wenn sie dauerhaft kein Geld verlieren wollen. Gibt es Wege aus der Zinsfalle?

  • Wolfgang Juds imCREDO Anlegerfernsehen

    Wolfgang Juds imCREDO Anlegerfernsehen
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Dem Grunde nach waren die jüngsten Entscheidungen der EZB erwartet worden. Die Leitzinssenkung von 0,05% auf null Prozent dürfte wirtschaftlich kaum bedeutsam sein – dafür ist das aktuelle Zinsniveau bereits jetzt bereits viel zu niedrig. Sie hat vor allem Symbol-Charakter und dürfte vor allem der Öffentlichkeit die Dramatik der aktuellen Zinspolitik vor Augen führen. Die zusätzliche Senkung des Einlagenzinses für Banken, die bei der EZB ihr Geld anlegen wollen, auf -0,4% dürfte die künftige Ge-bührenpolitik der Banken und Sparkassen künftig deutlich stärker verändern. In einer Welt ohne Zinsen gibt es auch für die Geldhäuser kaum noch etwas zu verdienen. Sie könnten geneigt sein, diese Belastungen an ihre Kunden weiterzugeben. Experten rechnen daher mit deutlich steigenden Konto-führungs- und Kreditkartengebühren, um die fehlenden Erträge einigermaßen auszugleichen. Zusätzlich bietet die Notenbank den Banken ab Juni günstige Langfristkredite mit 4-jähriger Laufzeit an. Ob diese jedoch zugreifen, bleibt abzuwarten. Den Banken mangelt es ja nicht an Liquidität, sondern vielmehr an geeigneten Anlage- und Kreditvergabemöglichkeiten. Schließlich hat die EZB angekündigt, das bestehende Anleihekaufprogramm ab April von 60 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro aufzustocken. Da die Währungshüter sowohl die Wirtschaft als auch die Inflation ankurbeln wollen und eine Teuerungsrate von 2% anstreben, dürften die Zinsen auf lange Sicht niedrig bleiben, vielleicht sogar für viele Jahre. Dieses ungewöhnliche Umfeld dürfte uns alle vor erhebliche Herausforderungen stellen.

Wege aus der Zinsfalle finden…

Ein wesentlicher Baustein für die langfristige Vermögensanlage sind zweifellos die Aktien. Sie stellen quasi das Eigenkapital am Produktivvermögen dar und bieten somit die Möglichkeit, an der Wertschöp-fung der Wirtschaft teilzunehmen. Leider sehen immer noch viele Sparer in Aktien ein Spekulationsob-jekt und betrachten die kurzfristigen Schwankungen anstatt die langfristigen Chancen zu sehen. Gerade die vergangenen Monate haben wieder einmal gezeigt, wie stark diese Schwankungen sein können. Allein am 10. März schwankte der DAX um fast 500 Punkte und schloss knapp unter 9.500 Punkten! Seit seinem Höchststand am 10. April 2015 bei 12.275 Punkten verlor der DAX bis zum 11. Februar 2016 fast 29 Prozent auf 8.753 Punkte am 11. Februar 2016. Inzwischen konnte der deutsche Leitindex wieder 10 Prozent aufholen. Die Unsicherheit bei Investoren bleibt jedoch sehr hoch, was sich in den hohen Tagesschwankungen ausdrückt. Obwohl Aktien langfristig die attraktivste Anlageform sind, empfinden viele Anleger die Schwankungen für sich als zu hoch. Sie bevorzugen gemischte Portfolios mit geringeren Renditeerwartungen. Wem hingegen die Schwankungen nichts ausmachen, sollte sich langfristig für eine hohe Aktienquote entscheiden. Rentenorientierte Depots dürften in Zukunft deutlich hinter den Erwartungen der Anleger zurückbleiben. 

Um eine Rendite von 4% zu erwirtschaften, reichte es vor 10 Jahren aus, etwa 85% in Anleihen anzu-legen. Lediglich 15% wurden in Aktien investiert. Die Volatilität dieser Mischung lag bei nur 2%. Um in Zukunft 4% erwirtschaften zu können, müssen künftig etwa 50% in Aktien investiert werden, wobei deren Renditeerwartung bei 7-8% liegt. Für die andere Hälfte, die in klassischen Staatsanleihen oder in Liquidität steckt, dürfte die Ausbeute mager sein. Insgesamt wird dieses gemischte Depot etwa um 12% schwanken und entsprechend hohe Kursausschläge haben. Die Schwankungen sind in diesem Umfeld leider unvermeidlich. Anleger müssen lernen mit der Situation zu leben, weil der Zins als Ertragsbringer weggefallen ist und kaum noch mit Kursgewinnen bei weiter fallenden Zinsen gerechnet werden darf. Denn allein in Deutschland sind die Renditen von Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von 8 Jahren negativ. Selbst die 10-jährigen Anleihen werfen lediglich noch 0,3% ab. Gerechnet für insgesamt 10 Jahre sind dies nur 3%. Bereits bei einem kurzfristigen Zinsanstieg auf 0,6% wäre der gesamte geplante Ertrag der kommenden 10 Jahre aufgebraucht und der Anleger liegt im Verlust. 

… mit dem Mut zur Chance! 

Mit einem Ergebnis von 4% könnten die meisten Anleger durchaus leben, allerdings war dieses Ziel in den vergangenen 12 Monaten mit einem Minus im DAX von knapp 20 Prozent kaum zu erreichen. Zusätzlich kam es im Juni 2015 zu einem drastischen Anstieg der Anleihezinsen, so dass es vorübergehend auch auf der Rentenseite zu Verlusten kam, die inzwischen wieder aufgeholt wurden. Aufgrund dieser starken Verwerfungen, bietet ein gemischtes Depot, in welchem auch Gold oder Goldminenaktien, offene Immobilienfonds und Immobilienaktien (REITs) sowie marktneutrale Strategien kombiniert werden, einen gewissen Schutz bei starken Kursrückschlägen. Je nach Risikoneigung können defensive und offensive Bausteine miteinander gemischt werden. Dividendenstarke Aktien und REITS sowie hohe Zinskupons aus Unternehmensanleihen können eine solide Basis bieten. Wachstumsstarke Aktien hingegen bieten Chancen auf Kursgewinne. Auf diese Weise können defensive Anleger attraktive Depots für sich zusammenstellen. Die große Herausforderung besteht darin, geeignete Alternativen für die unattraktiven Anleihen zu finden und nicht zu stark ins Risiko zu gehen. 

Für den langfristig orientierten Investor sind die aktuellen Schwankungen gar nicht entscheidend. Er schaut auf die aktuell günstige Bewertung und entscheidet sich für eine Aktienstrategie - und behält seine langfristige Perspektive. Denn in 10 Jahren wird der DAX vermutlich deutlich über 20.000 Punkten stehen, wobei ich eine Aktienrendite für den Index von 7% unterstelle. Für die Investoren sind die Aussichten trotz der Null bei den Zinsen gar nicht so schlecht, denn die Gewinnaussichten der Unter-nehmen sind stabil und die Aktien sind wieder günstig bewertet. Bedenken Sie: Die Gewinne in der Zukunft werden beim Einkauf im Bärenmarkt gemacht und nicht in der Euphorie! 

Video zum Thema: Vermögensverwalter Wolfgang Juds, Geschäftsführer der CREDO Vermögensmanagement GmbH im Interview mit Andreas Franik - aufgezeichnet auf dem Parkett der Börse Frankfur » Video ansehen

 

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Von: Wolfgang Juds (Geschäftsführer), Dienstag, 22. März 2016 - Aktualisiert am Donnerstag, 14. April 2016
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