Ernährung im Alter

Region - Verringertes Durstgefühl, Abnahme der Sinneswahrnehmungen und keinen Spaß mehr am Essen? Veränderungen im Alter betreffen Jeden. Darum ist es wichtig, auf eine individuell angepasste Ernährung zu achten. Wie das geht, erfahren Sie hier!

  • © fotolia.de © Mirko

Eine bedarfsgerechte Energiezufuhr, ein geregelter Mahlzeitenrhythmus, die abwechslungsreiche Mahlzeitengestaltung und eine nährstoffbewusste Speisezubereitung sind das A und O für eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Dies gilt nicht nur für Senioren, sondern begleitet uns ein Leben lang. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede die vor allem ab einem Lebensalter von 65 Jahren berücksichtigt werden sollten.

Energie- und Nährstoffzufuhr

Der Energiebedarf nimmt mit steigendem Lebensalter in der Regel ab. Man ist nicht mehr so mobil und treibt meist weniger Sport. Darum ist es wichtig, diesen individuell anzupassen. Bei den Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß) gelten im Allgemeinen die gleichen Empfehlungen wie in jungen Jahren. Dennoch sollten gerade Menschen mit Wundheilungsstörungen die Eiweißzufuhr von 0,8g pro Kilogramm Körpergewicht, auf 1,2g pro Kilogramm Körpergewicht erhöhen. Dies fördert den Aufbau neuer Zellen. Neben den Makronährstoffen gibt es Vitamine und Mineralstoffe, die sogenannten Mikronährstoffe. Hier sind einige kritisch zu betrachten. Gerade Vitamin D und Calcium sind essentiell, um einen gesunden Knochenerhalt gewährleisten zu können. Diese sollten also regelmäßig vom Arzt überprüft werden, um Folgeschäden zu minimieren. Vitamin D wird nicht nur durch Sonnenstrahlen auf der Haut gebildet, sondern befindet sich auch in folgenden Lebensmitteln: Hering, Makrele, Eiern und Pilzen. Calcium findet man in allen Milchprodukten sowie in grünen Gemüsesorten.

Dehydratation

Hierbei handelt es sich um Flüssigkeitsdefizite in unserem Körper. Ausgelöst werden diese durch ein verringertes Durstempfinden, ungünstige Trinkgewohnheiten, Hitze, Vermeidung von Toilettengängen oder Schluckbeschwerden. Die Faustregel besagt, ca. 30ml pro Kilogramm Körpergewicht Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen, in Form von kalorienarmen Getränken, Suppen und stark wasserhaltigen Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse. Unterschreitet man diese Vorgabe dauerhaft kann das folgende Auswirkungen auf den Körper haben: Appetitmangel, Übelkeit, Verstopfung, Herzrhythmusstörungen, Gedächtnisstörungen und eine herabgesetzte Nierenfunktion. Überlegen Sie sich also ein paar Tricks, wie sie eine Dehydratation vermeiden können. Beispiele hiefür sind: Glas oder Flasche in Sichtweite stellen, an einem Stück Zitrone lutschen - dies fördert das Durstgefühl, sich gegenseitig zum Trinken animieren oder eine Trinkuhr stellen. 

Probleme bei der Nahrungsaufnahme

Kau- und Schluckbeschwerden oder Mundtrockenheit beeinflussen den Spaß am Essen. Auslöser können zum Beispiel schlecht sitzende Prothesen oder Entzündungen im Mund und Rachenraum sein. Dies gilt es abzuklären, um die Ursachen bekämpfen zu können. Folgende Maßnahmen können bei Mundtrockenheit helfen: ausreichend Trinken, Eiswürfel oder gefrorene Beeren lutschen oder den Mund regelmäßig ausspülen. Generell sollten bei Kau- und Schluckbeschwerden weiche Lebensmittel bevorzugt werden. Damit sind Speisen gemeint, die man mit der Zunge am Gaumen zerdrücken kann, wie zum Beispiel Kartoffelknödel, Milchbreie oder weichgekochtes Obst und Gemüse.

Natürlich betreffen diese Probleme nicht Jeden. Man sollte dennoch darauf achten, um sich auch im gehobenen Alter noch fit und gesund zu fühlen. Somit kann man jeden Tag beschwerdefrei und mit Spaß erleben.

Von: Jessie Schliedermann (Diätassistentin), Freitag, 16. Februar 2018 - Aktualisiert am Dienstag, 27. Februar 2018
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Studio für Ernährungsberatung - Jessie Schliedermann« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/ernaehrungsberatung

Weitere Seiten zum Thema:

Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.