Eröffnung der Herbstsaison im Kreuzwirtskeller
Hilpoltstein - Sascha Gutzeit kann in der Kleinkunstbühne eigenes Jubiläum feiern. Der Sänger, Instrumentalist, Komponist und Autor war 2005 zum ersten Mal zu Gast im Kreuzwirtskeller.
Nach einem wirklich überragenden Open-Air-Programm mit wunderbarer Musik während des Sommers im großen Garten beginnt nun im Kreuzwirtskeller das Herbstprogramm. Jeden Freitagabend präsentiert die Kleinkunstbühne zum Ausklang ihres Jubiläumsjahrs jetzt wieder Musik und Kabarett unter Dach. Den Auftakt hat ein alter Bekannter übernommen.
Schließlich kann Sascha Gutzeit ebenfalls ein Jubiläum feiern. Sein erster Auftritt im Kreuzwirtskeller war im Jahr 2005. Seither ist er regelmäßiger Gast beim Kulturprogramm der SPD Hilpoltstein. Zuletzt vor zwei Jahren. Im Gepäck hat er diesmal ein neues Album. Gutzeit verwandelte den Kreuzwirtskeller mit typischem Charme in eine urbane Oase, in der zeitlose Geschichten aufblühten.
„Auf meiner Seite der Stadt“ ist im April veröffentlicht worden. Die CD liefert 14 Songs, deren Stil folkig, rockig und erzählerisch ist. Ihre Themen behandeln Alltag, Nostalgie, Liebe und urbanes Leben. Gutzeit gelingt es, aus Zufallsbeobachtungen und Selbstreflexionen interessante Geschichten abzuleiten, die er mal mit einem Hauch Melancholie, mal mit zarter Ironie, manchmal auch mit reichlich Wortwitz zu garnieren versteht. Tiefgang und doppelter Boden erschaffen Lieder, die wie Kurzfilme daherkommen: „Soundtracks fürs Kopfkino“, findet ein Kritiker. Musikalisch immer angesiedelt zwischen Rock ‚n‘ Roll, Blues und Chanson. Gutzeit spielt fantastisch Klavier und ist auch ein Könner mit der Gitarre. Seine Musik geht direkt ins Blut und macht nachhaltig Laune.
Sascha Gutzeit ist geprägt von Kindheit und Jugend in Wuppertal. Pubertät, junge Liebe und die Maloche des Ruhrpotts, aber auch Fernweh und Heimat in der Fremde bestimmen sein Repertoire. Der Titelsong „Auf meiner Seite der Stadt“ wirkte dabei wie ein sanfter Einstieg in eine vertraute Metropole. Das Bild von Einsamkeit und Zugehörigkeit, in dem die Lichter der Stadt flackern, kennt gewiss auch der ein oder andere Hilpoltsteiner. Die Straßen der Heimat bedeuten mitunter auch Fremde.
Mit dem Song „Sascha ohne Band“ setzt sich der Künstler selbst ins Rampenlicht. Ein Leben zwischen Freiheit und Verletzlichkeit, das Mut erfordert. Mut, sich auf der Bühne ohne Netz und doppelten Boden dem Urteil des Publikums auszuliefern. Als Gutzeit dann zu den „Zigaretten“ seines Albums greift, entsteht mit der Mundharmonika eine bluesige Atmosphäre, in der sich Rauch als perfekte Metapher für verblasste Leidenschaften bewährt. „Jede Kippe eine Erinnerung, die im Aschenbecher ertrinkt“, singt Gutzeit und grinst vielsagend. Mit „Diesel“ bietet der Barde aus Wetzlar einen Song, in der der Rock ‚n‘ Roll wie ein alter Motor anspringt. Der kleine Saal des Kreuzwirtskellers vibriert fast, als dieses Stück über rohe Energie und die Abenteuer auf der Straße erklingt.
Eins steht nach diesem Abend jedenfalls fest: 50 Jahre Kreuzwirtskeller und 20 Jahre Sascha-Gutzeit-Auftritte dort haben eine wunderbare Symbiose geschaffen, die weit über dieses Herbstprogramm hinausgehen darf.
Weitere Seiten zum Thema:
