Erstmals Bürgermeisterbier ausgeschenkt.
Kammerstein - Kammersteins Erster Bürgermeister Wolfram Göll (CSU) und der Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiß (SPD) haben beim Schwabacher Brauverein gemeinsam 150 Liter Fränkisches Kellerbier gebraut. Beim Stammtisch des Brauvereins im Kammersteiner Bürgerhaus ist der Gerstensaft erstmals ausgeschenkt worden und fand großen Anklang beim Publikum. "Das schmeckt richtig gut", hieß es
Das ist eine außergewöhnliche Premiere gewesen. Beim Stammtisch des Schwabacher Brauvereins in Kammerstein ist erstmals „Bürgermeister-Bier“ ausgeschenkt worden. Der besondere Gerstensaft trägt diesen Namen nicht zufällig.
Schließlich haben ihn zwei Bürgermeister hergestellt. Der Schwabacher Oberbürgermeister Peter Reiss und Kammersteins Erster Bürgermeister Wolfram Göll haben im Oktober 2025 gemeinsam im Sudhaus des Schwabacher Brauvereins parteiübergreifend und eigenhändig 150 Liter Fränkisches Kellerbier gebraut. Allerdings nicht völlig ohne fachliche Aufsicht. Angeleitet hat sie Sascha Renkamp aus Worzeldorf. Der Biersommelier hatte das Rezept für diesen Bürgermeister-Sud eigens entwickelt, und zwar bei einem Dreier-Treffen zur Vorbereitung im Kammersteiner Rathaus. „Das schmeckt echt gut“, würdigten die gut 60 Gäste im Kammersteiner Bürgerhaus das Ergebnis des ersten Brauversuchs der beiden Gemeindeoberhäupter.
Kammersteins Erster Bürgermeister Wolfram Göll würdigte in seiner kurzen Ansprache die interkommunale Zusammenarbeit der beiden Bürgermeister: „Wenn Kammerstein und Schwabach gemeinsam etwas so Gutes produzieren, dann ist das ein vorbildliches Beispiel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – ich möchte sogar sagen, der Völkerfreundschaft.“
Gutes Brauen erfordert viel Zeit. Denn mit dem Prozess der Vereinigung von Wasser, Hopfen, Malz und Hefe ist es längst nicht getan. Erst nach vier Wochen Gärung und sechs Wochen Reifung in den Bottichen des Brauvereins konnte es die Gaumen der Stammtisch-Gäste mit ausgewogenem Geschmack und etwa fünf Prozent Alkohol erfreuen. Brauvereins-Chef André Betz half beim Zapfen.
Alle verwendeten Rohstoffe stammen aus der Region: Der Spalt-Spalter Hopfen eben aus Spalt, das Malz von der Mälzerei Weiherer aus Bamberg, die Hefe von Schanzenbräu aus Nürnberg und das Wasser von den Stadtwerken Schwabach – und damit zu einem guten Teil aus Oberreichenbach, das zur Gemeinde Kammerstein gehört. Darauf wies auch der Kammersteiner Bürgermeister Wolfram Göll in seiner kleinen Ansprache hin: „Wir brauen original Regional!“
Seit 2024 kommt der Schwabacher Brauverein einmal pro Jahr für seinen Stammtisch in die Schwabacher Nachbargemeinde. Schließlich bietet das Bürgerhaus dafür einen idealen Rahmen. Auch diese Verbindung ist kein Zufall. Denn Wolfram Göll ist bereits seit längerem Mitglied des Schwabacher Brauvereins. Die Idee, gemeinsam zu brauen, haben er und Peter Reiss bei einem zufälligen Aufeinandertreffen in der Nördlichen Ringstraße 12b entwickelt. Dort hat sich der Verein ein eigenes Sudhaus eingerichtet, das auch den beiden Bürgermeistern als Arbeitsstätte diente.
Der Schwabacher Brauverein ist im März 2020 von neun bierbegeisterten Menschen mit dem Ziel gegründet worden, die Schwabacher Bierkultur zu erhalten und zu fördern. Schließlich war Schwabach früher eine echte Bierstadt mit mehreren Brauereien. Diese Tradition ist aber lange erloschen. Die Brauerei Leitner hat als letztes aktives Brauunternehmen Schwabachs 2010 seinen Betrieb eingestellt.
Seit seiner Gründung hat sich der Verein rasant entwickelt. Heute zählt er 75 Mitglieder und betreibt eine eigene Brauanlage, in der regelmäßig Sude produziert werden. Außerdem veranstaltet er jährlich Bierfeste und beteiligt sich mit eigenem Bier am Schwabacher Bürgerfest ebenso wie am Regionalmarkt in der Stadt.
