Erstmals zwei Stellvertreterinnen gewählt

Roth - Der Stadtrat der Kreisstadt hat erstmals in der Geschichte Roths zwei Frauen in die Stadtspitze gewählt. Claudia Lux (CSU) bleibt Zweite Bürgermeisterin. Sonja Möller (Freie Wähler) hat sich in einer Kampfabstimmung gegen einen Fraktionskollegen als zweite Stellvertreterin durchgesetzt. Erster Bürgermeister Andreas Buckreus hat zwölf neue Stadtratsmitglieder vereidigt.

  • Erster Bürgermeister Andreas Buckreus vereidigt zwölf neue Stadtratsmitglieder.

    Erster Bürgermeister Andreas Buckreus vereidigt zwölf neue Stadtratsmitglieder.
    © Robert Schmitt

  • Wechsel bei der Linken: Susanne Horn kennzeichnet ihren angestammten Platz im Rother Stadtrat mit einer roten Blüte. Ihr Vater Ulrich Horn wird dort künftig Platz nehmen.

    Wechsel bei der Linken: Susanne Horn kennzeichnet ihren angestammten Platz im Rother Stadtrat mit einer roten Blüte. Ihr Vater Ulrich Horn wird dort künftig Platz nehmen.
    © Robert Schmitt

  • Erstmals zwei Frauen: Andreas Buckreus mit seinen beiden Stellvertreterinnen Claudia Lux (re.) und Sonja Möller.

    Erstmals zwei Frauen: Andreas Buckreus mit seinen beiden Stellvertreterinnen Claudia Lux (re.) und Sonja Möller.
    © Robert Schmitt

  • Sonja Möller wird als neue Dritte Bürgermeisterin der Kreisstadt vereidigt.

    Sonja Möller wird als neue Dritte Bürgermeisterin der Kreisstadt vereidigt.
    © Robert Schmitt

  • Der ehemalige Erste Bürgermeister Richard Erdmann wirbt im Rother Stadtrat für eine Mitgliedschaft im Förderverein des Stadtorchesters.

    Der ehemalige Erste Bürgermeister Richard Erdmann wirbt im Rother Stadtrat für eine Mitgliedschaft im Förderverein des Stadtorchesters.
    © Robert Schmitt

Die Kommunalpolitik hält doch immer wieder neue Überraschungen bereit. Bei der konstituierenden Sitzung des Rother Stadtrats ist es zu einer in kommunalen Gremien gewiss äußerst seltenen Kampfabstimmung um den Posten des Dritten Bürgermeisters gekommen. Das Außergewöhnliche: Beide Kandidaten stammen aus der selben Fraktion. Sonja Möller war offiziell von den Freien Wählern vorgeschlagen worden. Ihr Fraktionskollege Wolfgang Treitz hat sich selbst ins Spiel gebracht. Am Ende hat Möller mit 21 Stimmen die Oberhand behalten. Treitz aber konnte immerhin neun Stimmen auf sich vereinigen. Ein respektables Ergebnis.

Die Wahl Möllers hat zur Folge, dass erstmals in der Geschichte der Kreisstadt beide Stellvertreterinnen weiblich sind. Denn die bisherige Zweite Bürgermeisterin Claudia Lux (CSU) ist mit einem überragenden Ergebnis in ihrem Amt bestätigt worden. Sie erhielt 28 der 29 gültigen Stimmen. Ein Votum entfiel dabei schon auf Wolfgang Treitz, obwohl er gar nicht zur Wahl gestanden hatte. Die 69-jährige Möller gehört dem Gremium seit 30 Jahren an. Sie kommt aus Eckersmühlen und war in der jüngst vergangenen Wahlperiode Fraktionschefin der Freien Wähler. Zu weiteren Stellvertretern des Ersten Bürgermeistern sind Heinz Bieberle (CSU), Steven Gruhl (SPD), Wolfgang Treitz (FW) und Joachim Holz (Grüne) bestimmt worden.

Treitz ist seit 24 Jahren Stadtratsmitglied. Der 63-jährige Belmbracher war bis kurz vor der Kommunalwahl 2020 Teil der CSU-Fraktion gewesen. Im Streit um seinen Listenplatz bei der Nominierung hat er noch vor der Wahl die Seiten gewechselt und ist als Freier Wähler erneut ins Gremium eingezogen. Treitz hat seine Kandidatur vor dem Stadtrat damit begründet, dass er es bei einer Wahl für wichtig halte, eine echte Auswahl zu haben. Zugleich hat er sein Engagement als weiterer Stellvertreter während der zurückliegenden Wahlperiode hervorgehoben. Auf Nachfrage erklärte er, er habe sein Verhalten innerhalb der Fraktion angekündigt und hoffe, dass sich seine Entscheidung nicht negativ auf die künftige Zusammenarbeit auswirken werde. Wie bereits während der Sitzung zu erkennen war, ist die gegenseitige Wertschätzung offenbar tatsächlich intakt geblieben. Denn Wolfgang Treitz ist von seiner Fraktion sowohl als weiterer Stellvertreter des Ersten Bürgermeisters als auch bei der Wahl als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses unterstützt worden. 

Auch die zweite bedeutende Entscheidung der Konstituierung war eng mit Wolfgang Treitz verknüpft. Der selbständige Bilanzbuchhalter hatte beantragt, die Entschädigung für die Stadtratsmitglieder jeweils von 350 auf 380 Euro monatlich anzuheben. Nach kurzer Beratung in den einzelnen Fraktionen ist dieser Antrag schließlich mit 26 zu vier Stimmen abgelehnt worden. Weiter ist in den Regelungen zur Arbeit des Stadtrats beschlossen worden, Sitzungsteilnahmen seiner Mitglieder über das Internet zuzulassen und die Wertgrenze für selbständige Entscheidungen des Ersten Bürgermeisters von 80 000 Euro auf 150 000 Euro im Einzelfall zu erhöhen. Zugleich sind die „Beauftragten“ für einzelne Geschäftsfelder des Stadtrats abgeschafft worden. 

Eine Entscheidung, die vor allem die Grünen kritisierten, weil beispielsweise nun auch der Energiebeauftragte wegfalle. Erster Bürgermeister Andreas Buckreus erklärte dazu, man werde versuchen im Einzelfall einen Weg für besondere Verantwortung im Gremium zu finden. Er wies darauf hin, dass die bayerische Gemeindeordnung keine Beauftragten kenne und deren Engagement in der Vergangenheit in Roth sehr unterschiedlich war. Künftig wird es lediglich noch zwei Jugendbeauftragte geben. Martin Winkler (Die Partei) und Max Besold (CSU) sollen die Belange des Nachwuchses besonders im Auge behalten.

Zwölf Rother Stadtratsmitglieder sind kürzlich aus dem Gremium verabschiedet worden. Zwölf Neue sind dementsprechend während der Konstituierung vereidigt worden. Dabei ist es auch zu einem Treffen der Generationen gekommen. Denn der ehemalige Rother Bürgermeister Richard Erdmann war eigens gekommen, um die erste Sitzung seines Sohnes mitzuerleben. Der 55-jährige Kai-Uwe Erdmann ist, wie sein 77-jähriger Vater es ebenfalls war, Mitglied der SPD-Fraktion. Der zweite „Generationenwechsel“ hatte eine andere Richtung. Der 70-jährige Ulrich Horn vertritt nämlich nun Die Linke im Rother Stadtrat. Bisher war seine 32-jährige Tochter Susanne Horn das Mitglied der Partei im Rother Stadtrat gewesen. Sie wohnt nun in Nürnberg und ist am 8. März dort in den Stadtrat gewählt worden.  

Weitere neue Mitglieder des Rother Stadtrats sind: Birgt Bast, Max Besold sowie der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Erste Bürgermeister Roths Ralph Edelhäußer für die CSU. Alexandra Wagenhuber und Markus Schaffer für die SPD. Nina Seidel, Petra Amann-Lutz und Alexander Bott für die Freien Wähler. Stephanie Seitz für Die Partei und Peter Krieger für die Wählergemeinschaft aus Pfaffenhofen.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Mittwoch, 13. Mai 2026 - Aktualisiert am Montag, 18. Mai 2026
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