Erweiterung des Landratsamts und der Kreisklinik
Roth - Das Landratsamt und die Kreisklinik in Roth sollen wachsen. Dafür gibt es einen eigenen Rahmenplan der Stadt Roth, mit dem sich der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt hat. Richtig ernst soll es aber erst in der nächsten Stadtratssitzung werden. Dann soll eine Selbstbindung beschlossen werden, die gewisse Festlegungen verbindlich machen könnte.
Der Rother Stadtrat soll in seiner nächsten Sitzung darüber abstimmen, ob der Rahmenplan für die Entwicklung des Areals am Westrings-West eine Selbstbindungswirkung für den Ersten Bürgermeister festlegen soll. Damit würde der Stadtrat erklären, dass alle künftigen Entwicklungen diesem Rahmenplan folgen sollen. Stadtbaumeister Wolfgang Bayer könnte dann die Festlegungen hinsichtlich der Erweiterung des Landratsamts und der Kreisklinik für die Stadt intern und extern als verbindlich vertreten.
Der Rahmenplan wird nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats-Plenums also zur verbindlichen Arbeitsgrundlage für das Bauamt. Schließlich existiert für den südlichen Teil des Baugebiets noch kein rechtlich verbindlicher Bebauungsplan wie für die Wohnbebauung im Norden. Allein ein solcher könnte Baurecht schaffen.
Bei der Entwicklung des Wohngebiets Westring-West spielen die Erweiterungswünsche des Landkreises für seine Behördengebäude und der Kreisklinik eine bedeutende Rolle. Deshalb ist der gesamte Rahmenplan wie in einem Bebauungsplanverfahren 61 Trägern öffentlicher Belange zur Stellungnahme vorgelegt worden.
Im jüngsten Planungsausschuss sind dazu die inhaltlichen Vorträge von 18 Behörden, Unternehmen und Kommunen diskutiert und abgewogen oder zur Kenntnis genommen worden. Einen übergreifenden Beschluss hat der Ausschuss nicht gefasst. Wolfgang Baier hat lediglich das weitere Vorgehen angekündigt. Der Selbstbindungs-Beschluss soll in der Stadtratssitzung am 28. August gefasst werden, damit die Wohnbebauung, die Klinik und das Landratsamt als gemeinsames Quartier entwickelt werden können.
Der Rahmenplan trifft für den Bereich um die Klinik und das Landratsamt eigene Festlegungen. Für das Krankenhaus werden dadurch zusätzliche Flächen gesichert, um die bauliche Entwicklung langfristig zu ermöglichen. Südlich und westlich des bestehenden Trakts sind dafür mehrere Baufelder vorgesehen. Hinzu kommt, dass die Verkehrserschließung neu geordnet wird. Das Personal der Klinik soll seine Parkplätze durch das Wohngebiet erreichen. Besucher, Lieferanten, Sanitätsfahrzeuge und öffentlicher Nahverkehr sollen das Krankenhausgebäude über den Weinbergweg ansteuern. Ebenso ist eine Fläche samt Einflugschneise für einen Hubschrauberlandeplatz festgelegt und eine Fläche für eine mögliche psychiatrische Tagesklinik für Jugendliche des Bezirks Mittelfranken berücksichtigt worden.
Der Rahmenplan legt auch erstmals einen eigens definierten Entwicklungsbereich für das Landratsamt fest, der nicht nur eine Arrondierung ermöglichen soll. Hauptpunkt ist die Sicherung von Erweiterungsflächen unmittelbar westlich und südwestlich des bestehenden Verwaltungsgebäudes. Dort könnten neue Verwaltungseinrichtungen entstehen. Ebenso sollen die Parkflächen und die Verkehrserschließung neu geordnet werden. Insgesamt sollen bessere Geh- und Radwege entstehen. Anpassungen am Knoten Westring/Abenberger Straße sind ebenfalls geplant.
Wenn man sich nun den Rahmenplan mit den Beratungen im Kreistag ansieht, entsteht ein klares Bild. Der Landkreis geht davon aus, dass das Landratsamt gänzlich am Weinbergweg bleibt und dort erheblich wachsen soll. Das war im Rother Stadtrat durchaus umstritten gewesen. Dort war angeregt worden, stattdessen auch leer stehende Gebäude in der Innenstadt für Verwaltungsnutzungen einzubeziehen. Der Stadtrat hatte sich dadurch Belebung des Zentrums der Kreisstadt versprochen.
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