Feuerwehrleute aus dem Landkreis reisen zur Steuben-Parade nach New York

Region - Anlässlich des 30-jährigen Gründungsjubiläums des Kreisfeuerwehrverbands wird die Gruppe aus dem Landkreis an der 68. Auflage des farbenprächtigen Umzugs teilnehmen. 17 Feuerwehrleute aus Wendelstein, Großschwarzenlohe, Schwanstetten, Büchenbach und Kammerstein sind beteiligt.

  • Martin Wenzel ist stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Bernlohe. Am 20. September wird er den Schutzanzug ablegen und in New York in Ausgehuniform durch die Fifth Avenue marschieren.

    Martin Wenzel ist stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Bernlohe. Am 20. September wird er den Schutzanzug ablegen und in New York in Ausgehuniform durch die Fifth Avenue marschieren.

Martin Wenzel wohnt in Barnsdorf und ist seit elf Jahren Mitglied der Feuerwehr Bernlohe. Die 30 Aktiven dort haben den 44-jährigen Industriemechaniker mittlerweile zwei Mal zu ihrem stellvertretenden Kommandanten gewählt. Nun aber steht für Martin Wenzel aus dem kleinen Rother Ortsteil eine echtes Abenteuer auf dem Plan. 

Gemeinsam mit 16 weiteren Feuerwehrleuten samt Ehefrauen aus dem Landkreis Roth wird er an der Steuben-Parade im riesigen New York teilnehmen. Sie gilt als Fest der deutsch-amerikanischen Kultur und erstreckt sich entlang der Fifth Avenue im Herzen der Weltmetropole. Anlass für die Reise der Rother Gruppe ist das 30-jährige Gründungsjubiläum des Kreisfeuerwehrverbands Roth. Abflug mit rund 40 Mitgliedern anderer Feuerwehr-Gruppen aus ganz Deutschland wird am 10. September sein.

Die Steuben-Parade findet jährlich am dritten Samstag im September statt. 2025 markiert die 68. Auflage des Umzugs am 20. September ein farbenfrohes Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft. An der Parade nehmen Gruppe aus allen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in Tracht oder Uniform teil, was die Vielfalt der deutschsprachigen Kultur betonen soll. Die Steuben-Parade verläuft von der 64sten bis zur 86sten Straße. Dieser Abschnitt war früher als „German Boulevard“ oder „Sauerkraut Boulevard“ bekannt, denn er war das Zentrum der deutsch-amerikanischen Gemeinde. Etwa 15 Prozent der US-Bevölkerung haben deutsche Wurzeln. In New York City leben etwa 500 000 Einwohner deutscher Abstammung. Während des gesamten Wochenendes leuchtet die Spitze des Empire State Buildings in den Farben Schwarz-Rot-Gold.

Organisiert haben die Reise die beiden Kreisbrandmeister Fabian Masching aus Kammerstein und Matthias Hiltner aus Leerstetten. „Wir freuen uns alle sehr“, sagen die beiden. Über ein spezialisiertes Reisebüro wurde ein eigenes Programm gebucht, das zwei Schwerpunkte hat: Die Stadt und die Feuerwehr dort. „Wir werden Feuerwachen besuchen, uns die Feuerwehr-Akademie zeigen lassen und das Feuerwehr-Museum anschauen“, zählt Matthias Hiltner auf. Private Kontakt soll es ebenfalls geben. „Dort existieren eigene Feuerwehr-Pubs, in denen wir uns mit den US-Kollegen austauschen können.“ Die Rother werden bei der Parade in Ausgehuniform und mit einem von Matthias Hiltner eigens gestalteten Banner auftreten. Zum Logo des Kreisfeuerwehrverbands kommt der Schriftzug „Roth - New York 2025“, das Foto eines Atemschutzgeräteträgers aus dem Landkreis und ineinander verschlungene Fahnen des Freistaats und der Stadt New York.

Deutsche Feuerwehrgruppen nehmen traditionell häufig an der Parade teil. 2023 beispielsweise sind 130 Feuerwehrleute aus dem Kreisfeuerwehrverband Eichstätt Teil des lauten und farbenprächtigen Marsches durch eines der Zentren New Yorks gewesen. Zwischen den US- und deutschen Feuerwehrleuten besteht seit langem eine traditionelle Freundschaft. Der Austausch mit dem „New York City Fire Department“ (FDNY) ist deshalb wichtiger Bestandteil des Programms der Rother Abordnung, deren Teilnehmer aus den Feuerwehren Roth, Wendelstein, Kammerstein, Großschwarzenlohe, Schwanstetten und Büchenbach kommen. 

Immerhin existieren in New York 217 Feuerwachen mit insgesamt etwa 11 000 hauptberuflichen Feuerwehrleuten. Zusätzlich gibt es rund 2000 Personen, die in Verwaltung, Logistik oder technischen Bereichen arbeiten. Im Gegensatz zu anderen US-Städten leisten in New York City nur sehr wenige Freiwillige Feuerwehrdienst. Ihre Zahl liegt unter 200 Personen. Sie sind ausschließlich in Randgebieten im Einsatz. Im Umzug werden fränkische und US-Firefighter Seite an Seite marschieren, denn das FDNY ist fester Bestandteil der Parade, häufig mit historischen Fahrzeugen. „Die Feuerwehrleute haben in den USA ein hohes Ansehen“, weiß Hiltner. „Spätestens seit dem Anschlag am 9. September genießen sie Heldenstatus."

Namensgeber des Fests ist der Preußische Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794). Er wurde von Benjamin Franklin in die USA geholt, um die Armee im Befreiungskampf gegen England zu trainieren. Sein Beitrag zum Sieg im Unabhängigkeitskrieg wird durch die Parade geehrt. Sie zieht jährlich bis zu 500 000 Zuschauer an und ist damit eine der größten Festparaden an der Ostküste der USA. Angeführt wird sie von Kadetten des „West Point German Language Clubs“, da von Steuben einer der Gründungsväter der Militärakademie ist.

Die erste Parade fand 1957 in Ridgewood statt, einem Stadtteil im Westen des Bezirks Queens. Dort lebten damals viele Deutsch-Amerikaner. Wegen wachsender Teilnehmerzahlen ist sie auf die Fifth Avenue verlegt worden. Über 50 Gruppen aus den USA, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kanada nehmen diesmal teil. 22 davon mit über 900 Teilnehmern kommen aus  Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Darunter Musik- und Tanzgruppen, Karnevals-, Schützen- und Sportvereine, Feuerwehr- und Polizeigruppen sowie kulturelle Vereinigungen. Die Gruppe aus Roth wird am Jahrestag auch an einer Gedenkfeier zu Ehren der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 teilnehmen. Touristisch wird sie die US-Bundeshauptstadt und die Niagara-Fälle besuchen.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Montag, 01. September 2025 - Aktualisiert am Mittwoch, 03. September 2025
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »meier® Magazin / Redaktion« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/redaktion
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.