Flächenverbrauch geht ungebremst weiter.

Wendelstein - Rechtzeitig zum Ende der Einwendungsfrist des Vorentwurfs des neuen Flächennutzungsplanes in Wendelstein, richtet der BN eindringliche Worte an die politisch verantwortlichen.

  • Flächen im Entwurf vorgesehen für Gewerbe- und Mischgebiete. Hinzu kommt eine Verbindungsstraße zwischen Richtweg und Sperbersloher Str. (gelb eingezeichnet)

    Flächen im Entwurf vorgesehen für Gewerbe- und Mischgebiete. Hinzu kommt eine Verbindungsstraße zwischen Richtweg und Sperbersloher Str. (gelb eingezeichnet)
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Die Wendelsteiner BN Ortsgruppe kritisiert insbesondere die vielen, teils gravierenden Waldeingriffe, von in der Summe bis zu 7 ha. Der Verlust von Waldflächen dieser Größenordnung wird das Binnenklima im Ortsgebiet negativ beeinflussen. Dabei sollten angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels Bäume und kühlende Waldflächen innerhalb jeden Ortes unbedingt erhalten bleiben. Das parkähnliche Waldgrundstück am Richtweg, östlich des AWO Heims (siehe Bild), zum Gewerbegebiet zu machen, erinnere ihn and das Drama um das ehem. Lisenfeldgelände, meint der BN Vors. Pieger. Wieder wird eine Chance vertan, hochwertige Grünflächen im Ortsgebiet zu erhalten. Dabei wäre genau dies im Umfeld der beiden Seniorenzentren -AWO und Diakonie- wichtig. Kategorisch abzulehnen sei ein Bannwaldeingriff am Ende der Sperbersloher Straße, besonders weil kein dringender Bedarf für Gewerbeflächen an dieser Stelle erkennbar sei. Der südliche Reichswald hat an Autobahnbau und zukünftig auch durch neue Stromtrassen bereits stark zu leiden. Es darf nicht sein, dass jetzt auch noch Gemeinden anfangen ihre Gewerbegebiete in den Reichswald hinein auszuweiten. 'Was in Feucht durch einen Bürgerentscheid in letzter Sekunde verhindert werden konnte, darf auch in Wendelstein nicht passieren', so Pieger weiter.

Der vorgelegte Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes für die Gemeinde Wendelstein stellt in seiner jetzigen Form mit über 45 ha Neuversiegelung und zuzüglich noch einmal ca. 20 ha Ausgleichsflächen, ein enttäuschendes ‚weiter so‘ beim Flächenverbrauch dar. Ohne finanzielle Not würden in der reichsten Gemeinde im Landkreis Roth weiter Gewerbegebiete ausgewiesen und das obwohl Wendelstein zusätzlich zum Gewerbegebiet am Kohlschlag in den 90er Jahren mit seinem Anteil am Gewerbegebiet Nürnberg-Feucht-Wendelstein mehr als reich beschenkt wurde. Anstatt mit dem erreichten Wohlstand zufrieden zu sein, würden immer weiter Felder Wiesen und Wälder bebaut und Natur vernichtet, ärgert sich der BN Mann.

Die Gemeinde verpasst Ihre Chance dem unverantwortlichen Flächenverbrauch (Bayernweit 15 ha pro Tag !) ein Ende zu setzen und stattdessen Suffizienz und Flächenrecycling in den Vordergrund zu stellen. Dies ist umso bedauerlicher, als ein unmittelbar bevorstehender Generationenwechsel automatisch für das gewünschte moderate Wachstum der Einwohnerzahlen sorgen wird. Mit der Realisierung aller vorgesehenen Bauflächen schießt die Gemeinde über ihr eigenes Ziel hinaus und verstärkt ihr bereits vorhandenes Verkehrsproblem. Wir erwarten nun eine ernsthafte Diskussion der Einwendungen und hoffen auf Korrekturen, besonders was die Waldflächen betrifft, mahnt der BN Vorsitzende.

Von: Stefan Pieger (1. Vorsitzender), Mittwoch, 13. Juni 2018 - Aktualisiert am Donnerstag, 14. Juni 2018
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bn-wendelstein
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