Frauen-Union auf Nachhaltigkeitskurs

Herpersdorf - Zum sechsten Mal hatte die Frauen-Union Worzeldorf zur Kleidertauschbörse in die Osterkirche eingeladen. Der Andrang war wieder riesig. Erstmals gab es auch Stücke für Männer. Schirmherrin war mit Daniela Dahm die Geschäftsführerin des Nürnberger Drogenhilfevereins für Frauen "Lilith". Der Anteil junger Frauen an den Drogenkranken steige, sagte Dahm. "Wir haben darauf mit einem eigenen Angebot reagiert."

  • Drei Frauen für Solidarität (v. li.): Magda Luthay ist die Leiterin des Büros für Gender und Diversity an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, FU-Chefin Monika Simon-Deinlein und Lilith-Geschäftsführerin Daniela Dahm.

    Drei Frauen für Solidarität (v. li.): Magda Luthay ist die Leiterin des Büros für Gender und Diversity an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, FU-Chefin Monika Simon-Deinlein und Lilith-Geschäftsführerin Daniela Dahm.
    © Robert Schmitt

  • Das gesamte Helferteam der Frauen-Union Worzeldorf hat wieder eine phänomenale Kleidertauschbörse auf die Beine gestellt.

    Das gesamte Helferteam der Frauen-Union Worzeldorf hat wieder eine phänomenale Kleidertauschbörse auf die Beine gestellt.
    © Robert Schmitt

  • 2000 Kleidungsstücke boten eine riesige Auswahl.

    2000 Kleidungsstücke boten eine riesige Auswahl.
    © Robert Schmitt

  • Großer Andrang im Pfarrsaal der Osterkirche.

    Großer Andrang im Pfarrsaal der Osterkirche.
    © Robert Schmitt

  • Das Angebot wird ganz genau unter die Lupe genommen.

    Das Angebot wird ganz genau unter die Lupe genommen.
    © Robert Schmitt

  • Die FU-Damen helfen bei der Auswahl.

    Die FU-Damen helfen bei der Auswahl.
    © Robert Schmitt

  • Vielfalt der Farben und Formen. Die Qual der Wahl ist das zentrale Element der Kleidertauschbörse der Frauen-Union Worzeldorf.

    Vielfalt der Farben und Formen. Die Qual der Wahl ist das zentrale Element der Kleidertauschbörse der Frauen-Union Worzeldorf.
    © Robert Schmitt

  • Ruhe vor dem Sturm.

    Ruhe vor dem Sturm.
    © Robert Schmitt

Schon lange vor dem offiziellen Auftakt war der Eingang zum Pfarrsaal der Osterkirche stark belagert. Schließlich warteten bei der sechsten Auflage der Kleidertauschbörse rund 2000 Teile auf die Frauen des Nürnberger Südens. Bereits zu Beginn startete die Veranstaltung mit etwa 1000 Kleidungsstücken aus vorherigen Sammlungen und Spenden. Im Laufe des Abends kamen durch die Besucherinnen nochmals rund 1000 weitere Teile hinzu. Erstmals gab es auch eine Männerabteilung. Dort waren vor allem Hemden, Sakkos und Mäntel zu finden.

Alles in allem war die Veranstaltung der Worzeldorfer Frauen-Union erneut ein großer Erfolg. Rund 220 Besucherinnen kamen in den Pfarrsaal, um auf nachhaltige Schnäppchenjagd zu gehen. Das Prinzip der Börse ist einfach: Jede Interessierte gibt bis zu fünf Bekleidungsstücke ab. Gegen eine Spende dürfen sich anschließend alle Teilnehmerinnen aus dem gesamten Angebot ihre Favoriten aussuchen. So kamen insgesamt 700 Euro zusammen. „Eine schöne Summe“, freute sich Monika Simon-Deinlein, Vorsitzende der Worzeldorfer Frauen-Union.

Das Geld wird an den Nürnberger Verein „Lilith“ gespendet. Daniela Dahm, Geschäftsführerin von Lilith und Schirmherrin der Veranstaltung, war eigens nach Herpersdorf gekommen, um die Arbeit des Vereins persönlich vorzustellen. „Lilith“ existiert seit 30 Jahren und bietet ein umfassendes Hilfeprogramm für Frauen mit Suchterkrankungen sowie für deren Kinder und Angehörige. Seit anderthalb Jahren gibt es dort zudem ein eigenes Angebot speziell für Mädchen.

„Wir haben festgestellt, dass der Drogenkonsum stetig ansteigt und dabei zunehmend junge Frauen betroffen sind“, erklärte Daniela Dahm. Lange Zeit seien Männer unter den Betroffenen deutlich in der Mehrheit gewesen. „Etwa 70 zu 30“, so Dahm. Mittlerweile liegen die Frauen bereits bei rund 45 Prozent. „Eine äußerst bedenkliche Entwicklung“, betonte das Worzeldorfer Stadtratsmitglied Theo Deinlein (CSU).

„Lilith“ arbeitet mit einem interdisziplinären Team. Die Beratungsangebote sind kostenfrei, anonym möglich und unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Der Verein bietet gewaltfreie, drogenfreie und geschützte Räume. Während Beratungen, Therapien und Veranstaltungen erhalten Kinder ein eigenes Spiel- und Betreuungsangebot. Die verschiedenen Arbeitsbereiche sind eng miteinander vernetzt.

Die nach der Veranstaltung übrig gebliebenen Kleidungsstücke wurden anschließend an soziale Einrichtungen gespendet, darunter die Arche, das BRK sowie das Ladengeschäft von Lilith. Damit wurde der Nachhaltigkeitsgedanke über die Veranstaltung hinaus weitergeführt. Denn sogar das knapp 30-köpfige Helferinnen- und Helferteam hatte sich deutlich der Nachhaltigkeit verschrieben: „Wir tragen Second Hand“, lautete das Motto.

Weitere Informationen unter www.lilith-ev.de.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Dienstag, 19. Mai 2026 - Aktualisiert am Dienstag, 09. Juni 2026
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