Freistaat zieht Förderung zurück
Roth - Bei der Sanierung des Rother Freibads sind Schwierigkeiten aufgetreten. Ein Rückzieher des Freistaats macht einen neuen Förderantrag erforderlich. Bund soll einspringen. Trotz Zusage der Regierung in Ansbach über drei Jahre hinweg kommt kein Geld aus München. „Seht Euch woanders um“, lautet die Auskunft aus dem zuständigen Ministerium.
Weiß in Bayern eventuell die rechte Hand nicht, was die linke tut? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man sich den Verlauf des Antrags auf Förderung der Sanierung des Rother Freibads ansieht. Ihn schilderte Stadtwerke-Chef Gerhard Brunner vor dem Stadtrat.
Drei Jahre lang hat die Regierung Mittelfrankens den Stadtwerken Roth versichert, die beantragten Mittel würden fließen. Nun hat das zuständige Ministerium Brunner Ende Mai jedoch mitgeteilt: „Es gibt kein Geld, seht Euch woanders um.“ Der Werkleiter hat umgehend reagiert und einen ähnlichen Antrag beim Bund in Berlin gestellt, für den er noch einen Beschluss des Stadtrats brauchte. „Unmöglich“, lautete der Kommentar zum Verhalten der Staatsregierung von Jochim Holz. „So etwas darf nicht passieren“, erklärte das Grünen-Stadtratsmitglied.
CSU-Fraktionsvorsitzender Daniel Matulla reagiert verständlicherweise etwas milder auf die Förderabsage des Freistaats. „Freilich muss auch er seine Ausgaben prüfen, denn Sparzwang gibt es überall“, erklärte er. „Ärgerlich ist es trotzdem“, räumte Matulla ein. Da sei es gut, dass es ein Bundesprogramm gebe. Denn die grundlegende Instandsetzung des Bads müsse angegangen werden. Seinem eigenen Eindruck zufolge, so Matulla, sei der Sanierungsbedarf durchaus hoch. „Ziel muss eine grundlegende Betriebsfähigkeit des Bades sein.“ Die Arbeiten dafür sollten am besten ab Oktober beginnen. Gerhard Brunner rechnet mit Gesamtkosten zwischen drei und vier Millionen Euro.
Daniel Matulla wollte vom Stadtwerke-Chef insbesondere wissen, wie das Bad in den drei Jahren der Sanierung funktionieren werde. „Es gab ja im laufenden Jahr bereits einige Probleme“, so Matulla „Könnte sich das fortsetzen?“, wollte der CSU-Politiker wissen. „Bei einem 25 Jahre alten Bad kann man nie etwas ausschließen“, reagierte Brunner ziemlich offen und schilderte die schrittweise technische Sanierung. „Wir werden auf jeden Fall zuerst die Technik austauschen und am Ende Steuerung und Elektrik erneuern“, beschrieb er das Vorgehen. „Denn zahlreiche Bauteile haben ihr typisches Lebenszyklusende erreicht“, stellte Brunner fest. „Die Arbeiten sind so eingeplant, dass der Badegast von den Sanierungen kaum betroffen sein wird.“
Vorgesehen seien die Erneuerung der elektrischen Schaltanlagen und der Badtechnik sowie die Einführung einer übergreifenden Gebäudeleittechnik. Größtenteils oder teilweise bereits umgesetzt seien die Sanierung der Gastronomie, die Erneuerung der Heizungsanlage und die Modernisierung der Sanitäranlagen. Alles in allem werde die Instandsetzung eine langfristige Sicherung des Betriebs sowie der Attraktivität des Bads garantieren. Denn das Freizeitbad Roth ist, der Meinung Brunners zufolge, „ein wichtiger Treffpunkt für die Rother Bevölkerung“.
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