Gartenarbeit im April: Vertikutieren

Wendelstein - Im April kann die Wiese das erste Mal gemäht werden – und anschließend vertikutiert. Ob Liebhaber eines englischen Rasens oder Biogärtner, das Auflockern der Grasnarbe hat auf allen Rasenformen seine Berechtigung.

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Spätestens wenn Klee und Moos überhand nehmen sollte man zum Vertikutierer greifen, zum einen, weil sich sowohl Wildblumen als auch empfindliche Rasensorten erst dann prächtig entfalten können, aber auch, um der lästigen Grasmilbe vorzubeugen, die im Moos besonders gut gedeiht. Außerdem können Mährückstände erst optimal zersetzt werden, wenn der Boden gut durchlüftet ist.

Zu welchem Gerät man greift ist vor allem eine Frage der Fläche. Wer viel zu bearbeiten hat, für den ist ein Benzin-Vertikutierer die erste Wahl, denn bei längeren Arbeiten ist es ein Segen, nicht immer auf das Kabel achten zu müssen. Außerdem bringt dieses schwere Gerät besonders auf trockenen Böden das nötige Gewicht mit, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Für kleinere und gut zugängliche Rasenstücke ist ein Elektro-Vertikutierer völlig ausreichend. Wichtig ist es, das Kabel nicht zu überfahren. Bei sehr harten Böden besteht allerdings die Gefahr, dass ein leichtes Gerät „hoppelt“ und so die Kraft nicht in die Grasnarbe  bringt – hier kann ein Stein oder ein Sandsäckchen Abhilfe schaffen. Handvertikutierer schließlich sollte man sich nur bei kleinen Flächen oder einzelnen problematischen Stellen antun, denn hier ist Körpereinsatz  gefragt.

Pflegen, nicht pflügen

Ganz besonders wichtig ist es, die Messer korrekt einzustellen. „Oftmals haben die Kunden eine falsche Vorstellung vom Vertikutieren: Sie stellen den Vertikutierr zu tief, weil sie glauben, je tiefer sie den Rasen aufschlitzen, desto besser wäre es. Hinterher sieht es dann aus, als wäre gefräst worden. Dadurch wird der Boden nicht nur belüftet, sondern extrem strapaziert", erzählt Gerhard Jordan von Jordan Motorgeräte. "Beim Vertikutieren sollten die Messer die Grasnarbe maximal zwei bis drei Millimeter tief einritzen. Außerdem sollte vorher kurz gemäht werden, etwa auf zwei Zentimeter, und der Boden sollte trocken sein", rät er seinen Kunden.

Übrigens muss man sich einen Vertikutierer nicht selbst anschaffen, man kann ihn auch im Fachhandel leihen. Zieht man den Kauf eines eigenen Gerätes in Erwägung, sollte man – im Sinne von Kostenfragen und auch der Nachhaltigkeit – auf alle Fälle klären, wer das Gerät im Zweifelsfalle repariert oder wartet oder wie und wie lange Ersatzteile verfügbar sind  – Fragen, die sich besonders bei Billigangeboten von Handelsketten stellen.

Vertikutieren kann  man ab April das ganze Jahr über bis September. Das Frühjahr hat natürlich den Vorteil, dass man die so vorbereiteten Flächen gut zum Ansähen einer Blumenwiese nutzen kann.

Von: Kristin Wunderlich ( Dipl. Biologin), Freitag, 22. März 2019 - Aktualisiert am Mittwoch, 03. April 2019
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