Gartengeschichten: „Die schönen Pflanzen …“

Region - Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal Paprikapflanzen kultiviert. Es waren unterschiedliche Peperonisorten und verschiedene Gemüsepaprika. Man hätte den Ertrag sicherlich noch optimieren können doch waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden und konnten bis in den Herbst hinein von großen, kräftigen und gesunden Pflanzen vor allem eine tolle Peperoni-Ernte genießen.

  • © meier Magazin

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Als die Pflanzen gerade so richtig in Fahrt waren – es war schon Spätsommer – ernteten wir täglich mit Freude Paprikas zum Naschen, für Salat, als Gewürz oder für die Gemüsepfanne. Es war eine Zeit fast im Überfluss und wir hätten uns gewünscht, dass es immer so bleiben würde, wussten aber, dass mit dem nahenden Herbst und der Gefahr nächtlicher Fröste dies bald ein Ende nehmen wird.

Der Frost ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten, doch konnten wir die ersten kalten Nächte durch Abdecken noch unschädlich machen. Zu unserer Freude wurde es wieder milder und unsere Pflanzen dankten es uns bis in den Oktober hinein. Der Tag an dem wir uns von diesen schönen Pflanzen verabschieden sollten, kam aber unweigerlich näher.

Mit diesem Gedanken wollten wir uns so gar nicht abfinden, es waren doch so schöne Pflanzen und es steckte auch so viel Liebe, Zeit und Arbeit von uns drin. So entschlossen wir uns kurzfristig und schon fast zu spät, einige Pflanzen zu »retten« und starteten erstmalig den Versuch, diese im Haus zu überwintern. Die Lieblingspeperoni meines Mannes und von allen anderen je ein Exemplar wurden noch in der gleichen Nacht in einer schweißtreibenden Blitzaktion ausgepflanzt. In großen Kübeln (wegen Gewichtsersparnis aus Kunststoff) zogen kurze Zeit später sechs stattliche Pflanzen bei uns unter dem Dach ein und unser Büro glich einer Gärtnerei – aber die Pflanzen waren sicher.

Die Pflege ging jetzt natürlich weiter oder erst richtig los, dies sollte ich jedoch erst nach ein paar Wochen merken. Klar – die ersten Tage nach dem Umpflanzen mussten wir im Büro auf’s Heizen verzichten bis die Pflanzen stabil waren – was tut man nicht alles, zieht man sich halt einen Pulli mehr an … Sonst gab es in den ersten Wochen nicht viel zu tun: Ich beobachtete die Pflanzen genau, entfernte welkes Laub oder mal einen ganzen Ast und habe natürlich das Gießen nicht vergessen. Zum Dank konnten wir sogar noch schöne rote Spitzpaprikas ernten und auch wieder heizen.

So hätte es von mir aus gerne weitergehen können, doch was nach einigen Wochen plötzlich folgte, habe ich bisher noch nicht erlebt: Ich bekam es mit einer ganzen Invasion von Blattläusen zu tun, die wie aus dem Nichts erschienen. Ich ließ mir alle möglichen Tricks einfallen, um Frau der Lage zu werden, denn im Haus fielen leider die vielen nützlichen Insekten und Vögel aus. So rückte ich mit Staubsauger, regelmäßigem Abbrausen in der Dusche und Einspritzen mit einer Seifenlauge – dies gefiel den Pflanzen aber nicht so gut dafür war’s den Blattläusen egal – den gefürchteten Saugern gefühlt erfolglos auf die Pelle. Aber ich dachte mir: „so lange die Pflanzen mitmachen, halte ich auch durch“.

Die Pflanzen und ich hielten durch. Nachdem es aber bis in den Mai nachts recht kühl blieb – zumindest für Paprikas die sich schon ab 5°C nicht mehr wohl fühlen – blieb der enorme Pflegeaufwand lange Zeit bestehen. So mussten die schweren Kübel zusätzlich täglich hin und her geräumt werden, denn nach Möglichkeit stellte ich die Pflanzen morgens auf den Balkon, damit sie sich auch langsam wieder an die Sonne gewöhnen konnten.

Dann endlich – die Eisheiligen waren vorüber und die nächtlichen Temperaturen auch für Paprikas angenehm und der so sehr herbeigesehnte Regen konnte endgültig die letzten Läuse vertreiben – es war geschafft! Jetzt freuen wir uns wieder über unsere »alten« Pflanzen und erhalten früher als im letzten Jahr reife Schoten. Alle Pflanzen blühen schon kräftig und von der roten Spitz­paprika werden wir, wenn die Sonne nun kräftig scheint, bald ernten können.

An Winter ist zwar noch lange nicht zu denken – wollen wir doch erst mal den Sommer genießen – jedoch werde ich diesmal die Paprikas rechtzeitig ins Haus holen und mich zwischenzeitlich fachkundig beraten lassen. Dann klappt’s ja vielleicht auch ohne Blattlausinvasion.

Von: Angela Streck, Donnerstag, 18. Juni 2020 - Aktualisiert am Montag, 26. Oktober 2020

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