Gemeinsame Kandidatenvorstellung
Kammerstein - Erstmals haben sich in Kammerstein alle Parteien und die beiden Kandidaten für das Amt des Ersten Bürgermeisters bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Bürgerhaus vorgestellt. Etwa 130 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich informieren zu lassen. Erster Bürgermeister Wolfram Göll und Herausforderer Roland Ammon skizzierten ihre Pläne für die kleinste Gemeinde des Landkreises.
Das Experiment ist geglückt. Die gemeinsame Kandidatenvorstellung aller fünf zur Kommunalwahl in Kammerstein antretenden Parteien war eine ausgesprochen gelungene Veranstaltung. Gut 130 Bürgerinnen und Bürger der kleinsten Gemeinde des Landkreises waren ins Bürgerhaus gekommen, um zu hören, welche Pläne die beiden Kandidaten für das Amt des Ersten Bürgermeisters haben, um die Entwicklung Kammersteins auf sichere Beine zu hieven. Erster Bürgermeister Wolfram Göll und Herausforderer Roland Ammon hielten sich an die Vorgaben des Moderators. „Wir setzen uns hier freundlich, fair und respektvoll auseinander“, hatte Klaus Götz vorgegeben.
Wolfram Göll skizzierte einige der Meilensteine kommunaler Entwicklung in Kammerstein während seiner ersten Amtsperiode. Vor allem in Sachen „Gewerbeansiedlung“ ist Göll nach Meinung von Beobachtern ein echter Coup gelungen. Dank seiner „hartnäckigen Initiative“, wie die CSU erklärte, hat sich das Mercedes-Autohaus Rieger im Ortsteil Haag angesiedelt. Dazu mussten viele kritische Bürger überzeugt, staatliche Ämter eingebunden sowie ein Bebauungsplan erstellt und im Gemeinderat beschlossen werden.
„Ohne Wolfram Göll würde es unseren neuen Standort hier nicht geben“, sagt Firmenchef Markus Rieger, der auf der Haager Höhe im Zwickel zwischen Bundesstraße 466 und Autobahn A6 15 Millionen Euro investiert und 55 neue Arbeitsplätze in Kammerstein geschaffen hat. „Ausschließlich dank solcher Unternehmen wird Kammerstein auch künftig in seine Einrichtungen investieren können“, merkte Göll an. „Schule, Neuordnung der Abwasserentsorgung und über eine Million für die Feuerwehr“, zählte er als Hauptinvestitionen seiner ersten Amtsperiode auf.
Für die Zukunft setzt Kammersteins Erster Bürgermeister auf den Ausbau regenerativer Energieerzeugung, eine leistungsfähige und noch mehr digitalisierte Verwaltung im Rathaus. Schon heute sei dort ein rascher, effizienter und freundlicher Service für die Bürgerinnen und Bürger vorhanden. Hinzu komme ein immer offenes Ohr des Ersten Bürgermeisters für die Anliegen, Anregungen und Sorgen seiner Mitbürger. „Mir ist besonders wichtig, eine noch bessere Lebensqualität für die Bürger unserer Gemeinde in allen Ortsteilen zu schaffen“, kündigte Wolfram Göll an. Dazu gehört auch, gemeindliche Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und Feuerwehr zu pflegen und zu erhalten.
Im neuen Windkraftgebiet WK 403 bei Rudelsdorf habe sein Einsatz dazu geführt, dass hier zu 100 Prozent Bürger-Windkraftanlagen gebaut würden, erklärte Erster Bürgermeister Wolfram Göll. „Die Grundstückseigentümer in dem Gebiet haben unserer Gemeinde und mir vertraut und Gestattungsverträge unterschrieben, sodass der Gemeinderat die Planung jetzt an eine Firma vergeben konnte, die ausschließlich und zu 100 Prozent Anlagen in Bürgerhand plant und baut“, so Göll.
Besonders stolz ist Wolfram Göll auf einen außergewöhnlichen Erfolg seiner ersten Amtszeit. Die Einrichtung und Eröffnung des bayernweit einzigartigen „Tabak-Informationszentrums“ in Rudelsdorf ist nach mehr als zehn Jahren Stillstand endlich realisiert worden. „Dieses Projekt war bereits mehrfach totgesagt worden. Ein tolles Beispiel für die Dokumentation von Brauchtum und den Erhalt von Tradition sowie ein Ergebnis sozialen Zusammenhalts, denn der Ortsverein Rudelsdorf war stark beteiligt und wird das Infozentrum betreuen sowie zugänglich halten“, sagte Wolfram Göll.
Kontrahent Roland Ammon ist von allen vier weiteren im Kammersteiner Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppen als Kandidat ins Rennen um das Amt des Ersten Bürgermeisters geschickt worden. Der 50-jährige Landwirt ist dreifacher Familienvater und sitzt seit 18 Jahren im Kammersteiner Gemeinderat. Er ist Mitglied der Kammersteiner Bürgerliste und wird auch von Freien Wählern, SPD und UWG unterstützt.
Als eines seiner Hauptziele schilderte Ammon eine solide Haushaltswirtschaft, die Spielräume für sinnvolle Projekte eröffnen und langfristig angelegt sein soll. Für die Gemeindeentwicklung strebt Ammon eine „Balance zwischen Wachstum, Lebensqualität und Natur“ an. Ebenso will er neue Treffpunkte für die Kammersteiner schaffen: „Ich will unsere Gemeinde so gestalten, dass auch kommende Generationen gerne hier leben“, fasste Roland Ammon zusammen. Dazu gehören seiner Darstellung zufolge sichere Arbeitsplätze, gute Nahversorgung, moderne Mobilität und eine verantwortungsvolle Energiepolitik. „Nachhaltigkeit beginnt vor Ort – mit regionalen Lösungen, die zu uns passen“, lautete Ammons Slogan. In diesem Rahmen will Roland Ammon der Bürgerbeteiligung besondere Aufmerksamkeit schenken. „Das bedeutet für mich, zuzuhören und Ideen gemeinsam umzusetzen – nicht über, sondern mit den Menschen zu entscheiden.“
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