Geschichte und Kultur der Ukraine
Herpersdorf - Fünf Frauen aus der Ukraine haben beim Begegnungsmenü der Worzeldorfer Lebensmittelretter in der Osterkirche über Kultur, Tradition und Geschichte ihres Heimatlandes berichtet. Höhepunkt war ukrainische Musik. Sängerin Nataliia Hrabarska begeisterte die Zuhörer mit Volksliedern zur Bandura-Melodie. Die Ukraine ist seit 1991 wieder ein unabhängiger und selbständiger Staat. Sie besitzt eine eigene Kultur, die sich über viele Jahrhunderte entwickelt hat und als wichtiger Bestandteil der nationalen Identität gilt.
„Wir nehmen Euch mit auf eine Reise in unsere geliebte Ukraine.“ So hat Natalie Ivanchenko die Besucher des Begegnungsmenüs der Worzeldorfer Lebensmittelretter eingeladen, dem Ukrainischen Quintett zu folgen. Gemeinsam mit Mariia Krasnokutska, Daria Hudenko, Nataliia Hrabarska und Olena Vasylenko hat die 47-jährige einen umfangreichen Vortrag präsentiert, um über ihr Heimatland zu informieren.
Höhepunkt des Nachmittags in der Osterkirche war eine Darbietung von Nataliia Hrabarska. Sie hatte eine Bandura mitgebracht, das Nationalinstrument der Ukraine. Die studierte Sängerin und Banduristin interpretierte zwei Werke von modernen ukrainischen Komponisten und ein Volkslied so gefühlvoll und ergreifend, dass sie mit stehendem Applaus gefeiert worden ist.
Der Vortrag zuvor war ein Streifzug durch Geschichte, Traditionen, Musik, Mode und typische Kulinarik gewesen. Eine Vorstellung prominenter Ukrainer und ihrer international bedeutender Leistungen auf den Feldern des Sports, der Medizin und der Raumfahrt gehörte ebenfalls dazu. Auch in Sachen Mode, Popkultur und Film haben ukrainische Beiträge internationale Strahlkraft entwickelt.
Die Ukraine ist mit 603 628 Quadratmetern Fläche das größte Land Europas, die an sieben Länder grenzt, und zwar: Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Moldau, Belarus. Mit Russland teilt sie die längste Grenze, nämlich 2295 Kilometer. Diese Grenze ist zugleich die längste in Europa.
55 Prozent des Staatsgebiets sind Ackerland, das mit seiner berühmten Schwarzerde zur Kornkammer der Welt geworden ist. In der Hauptstadt Kyjiw leben 3,6 Millionen Menschen. Charkiw, die Partnerstadt von Nürnberg, ist mit 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Das Gebiet um Mariupol gilt als industrielles Zentrum, und das berühmte Eisen- und Stahlwerk Azowstal war eines der wichtigsten Unternehmen.
Insgesamt hat die Ukraine gegenwärtig knapp 40 Millionen Einwohner. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen befinden sich augenblicklich 6,3 Millionen Ukrainer im Ausland. 3,7 Millionen sind Binnenflüchtlinge. Die Besetzung der Krim durch Rußland 2014 wird allgemein als Beginn der Aggressionen des großen Nachbarn gesehen. Im Februar 2022 hat Russland einen völkerrechtswidrigen Angriff begonnen. Damals lebten 45,4 Millionen Menschen in der Ukraine. 1993 waren es noch 52,2 Millionen.
Die Ukraine leitet ihre Staatlichkeit aus dem mittelalterlichen Staat Kyjiwer Rus mit dem Zentrum in Kyjiw her. Bereits damals gab es das ukrainische Wappen und die Währung – die Hrywnja.
Die Ukraine besitzt eine eigene Kultur, die sich über viele Jahrhunderte entwickelt hat und als wichtiger Bestandteil der nationalen Identität gilt. Insbesondere im Westen des Landes stand sie in enger Wechselwirkung mit der europäischen Kultur.
Nach dem Zerfall der Imperien zu Beginn des 20. Jahrhunderts proklamierte die Ukraine ihre Unabhängigkeit. Demzufolge ist die Ukrainische Volksrepublik 1917 entstanden. Sie existierte bis 1922. 1921 wurde sie von den russischen Bolschewiki militärisch okkupiert und 1922 in die Sowjetunion eingegliedert. 1991 ist die Ukraine wieder ein selbstständiger und unabhängiger Staat geworden.
