Goldenes Herz ermöglicht Sommerfest

Herpersdorf - Die Worzeldorfer Lebensmittelretter haben sich im Garten der Kirche "Corpus Christi" getroffen, um miteinander ausgiebig zu feiern. Über 70 Ehrenamtliche waren gekommen. Monika Simon-Deinlein und Stadtratsmitglied Theo Deinlein dankten ihnen für ihre außergewöhnlichen Leistungen. Das Preisgeld des "Goldenen Herz" machte die Feier möglich. Am 2. Oktober wird der Verein mit dem Nürnberger Umweltpreis ausgezeichnet.

  • Über 70 Lebensmittelretter aus dem Nürnberger Süden im Garten der Herpersdorfer Kirche "Corpus Christi".

    Über 70 Lebensmittelretter aus dem Nürnberger Süden im Garten der Herpersdorfer Kirche "Corpus Christi".
    © Robert Schmitt

  • Stadtratsmitglied Theo Deinlein, Pfarrvikar Vasile Vulpe und Monika Simon-Deinlein begrüßen die Sommerfest-Gäste.

    Stadtratsmitglied Theo Deinlein, Pfarrvikar Vasile Vulpe und Monika Simon-Deinlein begrüßen die Sommerfest-Gäste.
    © Robert Schmitt

  • Geschenk für die Chefin: Monika Simon-Deinlein wird von ihren Ehrenamtlichen außerordentlich geschätzt.

    Geschenk für die Chefin: Monika Simon-Deinlein wird von ihren Ehrenamtlichen außerordentlich geschätzt.
    © Robert Schmitt

Gut 70 Mitglieder der Worzeldorfer Lebensmittel-Retter haben sich im Garten der Kirche Corpus Christi zum Sommerfest getroffen. Dabei haben die Vorsitzenden Monika Simon-Deinlein und das Nürnberger Stadtratsmitglied Theo Deinlein ein großes „Dankeschön“ für das Engagement der Ehrenamtlichen an den beiden Lebensmittelausgabestellen in der Herpersdorfer Kirche und der Pfarrei St. Rupert im Nürnberger Stadtteil Falkenheim ausgesprochen.

Seit Beginn des Projekts 2019 haben die Lebensmittelretter 700 Tonnen Lebensmittel gerettet, die sonst vernichtet worden wären, aber noch verzehrt werden konnten. Pro Woche werden etwa drei Tonnen Lebensmittel an den beiden Ausgabestellen an 180 Bürgerinnen und Bürger verteilt. „Hier ist in sieben Jahren eine einzigartige Gemeinschaft entstanden, die ich kein zweites Mal gesehen habe“, erklärte Theo Deinlein, der seine Mutter als „die soziale Seele des Vereins“ bezeichnete. 

Monika Simon-Deinlein hat das Projekt 2019 als Teil der Frauen-Union Worzeldorf ins Leben gerufen. Ende 2022 ist der eigene Verein gegründet worden. Er engagiert sich mittlerweile nicht nur bei der Rettung von Lebensmitteln. Bei den wöchentlichen Ausgaben in den Räumen der Pfarrei Corpus Christi wird jeweils ein Begegnungscafé mit kostenloser Bewirtung angeboten. Es gibt eine Kinderbetreuung und einen Tauschtisch. Viermal pro Jahr wird zum „Begegnungsmenü“ aus geretteten Lebensmitteln eingeladen. Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen wird jeweils ein sozial-ökologisches Projekt fachlich vorgestellt. Einmal jährlich findet eine große Kleidertauschbörse statt.

Hauptziele der Lebensmittelretter aus dem fast noch ländlichen Süden Nürnbergs sind die Verwendung noch genießbarer Lebensmittel sowie die Sichtbarmachung von Ressourcenverschwendung. Ferner wollen die Worzeldorfer Lebensmittelretter die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt im Nürnberger Süden stärken. Insbesondere soll das durch die Schaffung von Begegnungsorten für Menschen auf Augenhöhe unabhängig von Alter, Bildung, Einkommen, Herkunft und Lebensumständen gelingen. Im Verein selbst soll die Selbstwirksamkeit seiner Mitglieder durch ehrenamtliches Engagement gestärkt werden.

Das große Fest war aus dem Preisgeld des „Goldenen Herzes“ finanziert worden. Damit zeichnet die Stadt Nürnberg jährlich besonders gelungenes ehrenamtliches Engagement innerhalb der Stadtgrenzen aus. Unterdessen ist bekannt geworden, dass die Lebensmittelretter aus Worzeldorf in diesem Jahr mit einem weiteren Preis ausgezeichnet werden. Der Verein ist einer der fünf Preisträger des diesjährigen Umweltpreises der Stadt Nürnberg. Die festliche Preisverleihung wird am 2. Oktober sein.

Die Stadt Nürnberg stiftet alle zwei Jahre den Umweltpreis und zeichnet damit herausragende Leistungen zum Schutz der Umwelt und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung aus, die im Stadtgebiet wirksam werden. Der Umweltpreis ist ab 2026 mit einem Preisgeld von 15 000 Euro dotiert und wird jeweils zu einem anderen Schwerpunktthema vergeben. Der Hauptpreis und damit 8000 Euro gehen an die „Bäume für Nürnberg Stiftung“. Platz zwei geht an das Projekt "Schalanderfreunde" mit 4000 Euro Preisgeld. Platz drei geht an das Projekt "Perspektiven wechseln“ des Vereins Museum im Koffer, den Verein „Lebensmittelretten & Nachhaltigkeit Nürnberg-Worzeldorf“ sowie das „Projekt Zukunftsakademie Nürnberg“ mit jeweils 1000 Euro Preisgeld.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Freitag, 14. August 2026 - Aktualisiert am Dienstag, 18. August 2026
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