Harmlose Skorpione und Blaupfeile in den Harmer Weihern

Schwanstetten - Schüler der Grundschule Schwanstetten erforschten mit dem BUND Naturschutz die Unterwasserwelt der Harmer Weiher

  • Skorpione und Blaupfeile

    Skorpione und Blaupfeile
    © E. Küster-Emmer

  • Zwei-Tage-Exkursion an die Harmer Weiher mit dem Bund Naturschutz

    Zwei-Tage-Exkursion an die Harmer Weiher mit dem Bund Naturschutz
    © E. Küster-Emmer

Einen Schulausflug ganz anderer Art erlebten zwei Klassen der Grundschule Schwanstetten zusammen mit ihren Lehrern und dem BUND Naturschutz. Bei bestem Wetter ging es mit Becherlupen und Keschern bewaffnet zu den Harmer Weihern. Ziel war die Suche nach kleinen Wassertieren, die dort neben den Fischen leben. Organisiert wurde das Angebot von Elke Küster-Emmer und an zwei Vormittagen durchgeführt von dem Dipl.-Biologen des Bund Naturschutz Wolfgang Dötsch. Besonders angenehm war, dass die Ufer vom Fischereiverein vorher gemäht worden waren und die Forschung dadurch erleichtert wurde.

Grasfrösche und Gewölle
Schon auf dem Weg durch den Wald gab es interessante Dinge zu entdecken. Grasfrösche und kleine Erdkröten, waren weit abseits des Gewässers zu finden. Ein Steinhaufen diente wohl einer Waldohreule oder einem Waldkauz als Rastplatz. Hier lagen so genannte Gewölle, also kleine Ballen aus Haaren und Knochen der Beutetiere, die die Eulen hervorwürgen (kein Kot!). Nur mühsam konnten einige Schüler überzeugt werden, die schaurigen Mäuseschädel nicht ihren Eltern mitzubringen.

An den Teichen angekommen, wies Wolfgang Dötsch auf giftige Pflanzen in der Umgebung hin. Insbesondere der toxische Riesenbärenklau aus dem Kaukasus sorgte auch bei den Lehrkräften für erhöhte Aufmerksamkeit, verursacht er doch schwere Verbrennungen.

„Der atmet mit dem Popo!“
Weit abseits gefährlicher Stauden wurde dann in der Mitte der Teichkette Quartier bezogen. Nach einer kurzen Einweisung konnten die Schüler mit Keschern selbst auf Fang gehen. Dabei kamen ganz ungewöhnliche Tiere zu Tage. Neben Wasserläufern, Ruderwanzen und Schlammschnecken waren die großen Wasserskorpione spannend. Mit den Skorpionen in den Urlaubsländern haben sie nichts zu tun, denn es sind Insekten oder genauer gesagt Wanzen. Der Biologe zeigte den erstaunten Schülern, dass der gefährlich anmutende Stachel am Körperende vollkommen harmlos ist. Die Wasserskorpione nutzen ihn nämlich als Schnorchel und können mit der zarten Röhre überhaupt nicht stechen. Für manche Kinder war es natürlich schwer vorstellbar, dass Insekten an dieser Körperstelle atmen. Auffällig waren auch die blauen Libellen, die durch die Luft flitzten. „Das sind die Männchen des Großen Blaupfeils“, erklärte Dötsch. „Die Weibchen sind recht unscheinbar graubraun.“ Noch interessanter war, dass manche Wassertiere zu den Libellen gehören. „Das sind die Larven – also die Kinder der Libellen“, stellte der Biologe die zarten Wesen vor.

Schillernder Sonnenbarsch
Immer wieder gerieten auch kleine Fische in die Netze, wurden aber sogleich wieder freigelassen. Bemerkenswert waren die blauschillernden Sonnenbarsche, die man in dieser Farbenpracht gar nicht erwartet. Es sind ursprünglich Aquarienfische, die sich mittlerweile schnell in unseren heimischen Gewässern ausbreiten.

Viele Eindrücke reicher machten sich die Schüler wieder auf den Rückweg. Die Schüler/innen und ihre Lehrer waren total begeistert von dieser interessanten und lehrreichen Exkursion. Vielleicht kommt mancher auch mit eigenem Kescher mal zurück und geht auf Entdeckungsreise mit seiner Familie… 

Von: Elke Küster-Emmer (Organisation und Öffentlichkeitsarbeit), Donnerstag, 30. August 2018 - Aktualisiert am Montag, 24. September 2018
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bund Naturschutz - Ortsgruppe Schwanstetten« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bn-schwanstetten
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