Hunde sehen nur das Wesentliche eines Menschen

Nürnberg und Umgebung - Oft bedeutet eine körperliche oder geistige Behinderung auch Isolation. Therapiehunde können behinderten Menschen helfen, wieder soziale Kontakte aufzubauen und die emotionale Ausgeglichenheit zu fördern.

Hunde gehen mit gesunden wie mit behinderten Menschen völlig wertfrei um. Sie unterscheiden nicht zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, sondern fokussieren sich auf das Wesentliche des Zweibeiners - auf den Charakter. Alle Menschen werden gleichermaßen und uneingeschränkt von den Vierbeinern angenommen. Sie sind empathisch, ohne etwas einzufordern.

Therapiehunde werden gezielt dazu eingesetzt, den psychischen und physischen Zustand der Patienten positiv zu fördern. Der Mensch spürt diese unvoreingenommene Akzeptanz, die vielleicht die erste wieder wirklich positive Erfahrung seit langem mit einem anderen Lebewesen ist. Therapiehunde können die meist selbstgebauten und scheinbar undurchdringlichen Mauern einreißen und die Patienten aus ihrer Sprachlosigkeit herauslösen. Diese Menschen erkennen, dass da jemand ist, der sie so akzeptiert, liebt und nimmt, wie sie sind. Dieses Erlebnis öffnet die Tür für soziale Kontakte mit anderen Menschen, was sich auf das gesamte Lebensgefühl und eine positive Lebensqualität auswirkt.

Kinder, Jugendliche oder Erwachsene können an einem übersteigerten oder verminderten Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl leiden. Durch den Kontakt mit einem Therapiehund können diese Störungen reguliert und normalisiert werden. Durch das Streicheln des Hundefells lösen sich Muskelverspannungen und Verkrampfungen oder mildern sich. Den gleichen Effekt hat auch die raue Hundezunge, die wie eine leichte Massage wirkt. Durch das Spiel mit dem Hund werden neben der Motorik – wie Greifen, Fangen, Werfen, Bücken usw. – auch die Kommunikation und somit die geistigen Fähigkeiten trainiert. Die Hunde sorgen für Stressabbau und Normalisierung der Muskelspannung sowie für die Steigerung der motorischen und sprachlichen wie auch der geistigen Möglichkeiten. Kleine Aufgaben und Kommandos können die Patienten schnell selbst übernehmen, was bei ihnen wiederum ein Gefühl von Sicherheit, Freude und Akzeptanz hervorruft.

Hyperaktive, aufgeregte und aufgebrachte Menschen – meist Kinder – beruhigen sich bei der Anwesenheit eines Therapiehundes, während sehr stille und in sich zurückgezogene Personen vom Hund liebevoll aus der Reserve gelockt werden. Auch hier ist die  Botschaft des Vierbeiners ganz einfach: Ich mag dich und bin dein Freund, ich akzeptiere dich wie du bist. So hilft der Hund den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sich wieder mehr und besser auf andere Menschen einzulassen.

Beim Streicheln der Hunde und beim Verteilen von Leckerchen erleben Menschen mit Behinderungen Momente des Glücks und der Entspannung. Die alltägliche Routine und die Gleichförmigkeit ihres Tagesablaufs werden unterbrochen und neue, positive Eindrücke vermittelt. So tragen die Therapiehunde zu einem ausgeglichenen, friedlichen und harmonischen Miteinander bei.

Tiergestützte Therapie bzw. tiergestützte Fördermaßnahmen können positiv verändern, lindern und helfen heilen!

Von: Sabine Beck, Dienstag, 13. Juli 2021 - Aktualisiert am Samstag, 17. Juli 2021
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