IBgW-Eckpunktepapier: „Wendelsteins Zukunft behutsam gestalten“

Wendelstein - Mit den Forderungen nach einer behutsamen Ortsgestaltung, einem an der stagnierenden Bevölkerungszahl orientierten Wohnungsbau und einer verstärkten Verkehrsberuhigung hat die Initiative „Bürger gestalten Wendelstein“ die Debatte über Wendelsteins Zukunft eröffnet. Auch die kompromisslose Erhaltung der Offenlandschaft im Süden des Hauptortes und anderer Naturräume liegen der Initiative am Herzen. Bei Gewerbegebieten sollte nach Ansicht der IBgW die Nutzung bestehender, ungenutzter Flächen im Gewerbegebiet, aber auch auf dem Hörnleingelände in Großschwarzenlohe, Vorrang vor der Ausweisung neuer Gewerbeflächen haben.

Die Forderungen sind Teil eines vierseitigen Eckpunkte-Papiers, das die IBgW in ihrer Juli-Sitzung einstimmig verabschiedet hat. Ihm war eine mehrwöchige Beratung vorausgegangen. Eingeflossen sind in das Papier auch wesentliche Inhalte der gemeindlichen Planungswerkstatt von Anfang April. „Das Eckpunktepapier ist für uns eine wichtige Leitlinie bei der Beurteilung des künftigen Flächennutzungsplan-Entwurfs. Die Pläne des Marktgemeinderats für das Wendelstein von Morgen werden sich daran messen lassen müssen, ob und wieweit sie sich mit dem im Eckpunktepapier zusammengefassten Bürgerwillen decken“, machte IBgW-Sprecher Reinhold Selz deutlich.

Überrascht zeigte sich Selz, wie wenig Zeit sich die Gemeinderäte für die Auseinandersetzung mit dem künftigen Flächennutzungsplan nähmen. Die zunächst als Ganz-Tages-Veranstaltung geplante Planungswerkstatt für die Gemeinderäte sei am Ende – angeblich wegen Terminproblemen – auf eine zwei- bis dreistündige Abendveranstaltung geschrumpft. „Man hat fast den Eindruck, dass sich viele Wendelsteiner Bürger intensiver mit Wendelsteins Zukunft befassen als ihre Vertreter im Marktgemeinderat“, beklagt Selz. Die eintägige Planungswerkstatt für die Bürger habe gezeigt, dass sich über ein paar Hektar Bauland nicht im Handstreich entscheiden lasse.

Das Eckpunktepapier der IBgW enthält vor allem eine zentrale Erkenntnis: Dem Wachstum Wendelsteins sind allein schon aufgrund der Verkehrsnadelöhre im Wendelsteiner Altort, aber auch in Sorg sowie Klein- und Großschwarzenlohe enge Grenzen gesetzt. Die alten Ortskerne stellten schon jetzt Flaschenhälse für den wachsenden Autopendler-Verkehr dar. Jede weitere Wohn- und Gewerbebebauung würde das Problem der Verkehrsnadelöhre verschärfen – und ist deswegen höchst problematisch“, heißt es in dem Eckpunktepapier. Darüber hinaus setzten der Bannwald, die Schwarzachaue und Landschaftsschutzgebiete expansiven Wachstumsplänen enge Grenzen.

Initiative "Bürger gestalten Wendelstein", Reinhold Selz (Sprecher), Wendelstein
E-Mail: InitiativeBuergergestaltenWendelstein@gmx.de

Von: Kristin Seelmann, Freitag, 14. Juli 2017 - Aktualisiert am Montag, 21. Januar 2019
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