IBgW: Salami-Taktik bei Versiegelung von Richtweg-Grünzug

Wendelstein - Wendelsteiner Bürger beklagen die schleichende Zerstörung des für Klima und Ortsbild wichtigen Grünzugs südlich des Richtwegs im Osten des Wendelsteiner Hauptortes. Salamitaktik – kombiniert mit einem Mangel an vorausschauender und ganzheitlicher Planung – hätten in den letzten Jahren zu einer ernsthaften Bedrohung der aus Wald, Acker und Wiesen bestehenden Grünzone geführt, beklagt die Initiative „Bürger gestalten Wendelstein“ (IBgW) nach der Auswertung der ersten Ortsbegehung der weitere folgen werden. Schließlich gehe es nicht um irgendein Gelände, sondern um eines der wenigen in Wendelstein erhalten gebliebenen ortsnahen grünen Oasen.

  • Gruppenbild: Machten sich vor Ort ein Bild über den Zustand des Grünzugs südlich des Richtwegs: (v. l.) IBgW-Sprecherin Kristin Seelmann, Helmut Wirkner, Elvira Kühnlein, IBgW-Sprecher Reinhold Selz,  Wendelsteiner BN-Vorsitzender Stephan Pieger und Klaus Tscharnke.

    Gruppenbild: Machten sich vor Ort ein Bild über den Zustand des Grünzugs südlich des Richtwegs: (v. l.) IBgW-Sprecherin Kristin Seelmann, Helmut Wirkner, Elvira Kühnlein, IBgW-Sprecher Reinhold Selz, Wendelsteiner BN-Vorsitzender Stephan Pieger und Klaus Tscharnke.
    © Kristin Seelmann

  • Offenbar im Vorgriff auf künftige Gemeinderats-Weichenstellungen hat die Gemeinde schon mal den Wald auf dem Richtweg-Grünzug kräftig ausgelichtet. Sollten hier ohne formale Beschlüsse schon mal Fakten geschaffen werden?, fragen sich Wendelsteiner Bürger.

    Offenbar im Vorgriff auf künftige Gemeinderats-Weichenstellungen hat die Gemeinde schon mal den Wald auf dem Richtweg-Grünzug kräftig ausgelichtet. Sollten hier ohne formale Beschlüsse schon mal Fakten geschaffen werden?, fragen sich Wendelsteiner Bürger.
    © Klaus Tscharnke

  • Handwerkerbetrieb im Grünen:  Intelligente Ortsplanung sieht anders aus, versucht die IBgW am Beispiel des mitten im Richtweg-Grünzugs geplanten  Handwerkerbetriebs deutlich zu machen.

    Handwerkerbetrieb im Grünen: Intelligente Ortsplanung sieht anders aus, versucht die IBgW am Beispiel des mitten im Richtweg-Grünzugs geplanten Handwerkerbetriebs deutlich zu machen.
    © Klaus Tscharnke

Entschieden wendet sich die IBgW daher auch gegen Pläne von Teilen des Gemeinderats für den Bau einer Verbindungsstraße zwischen den Gewerbegebieten Am Richtweg und der östlichen Sperbersloher Straße. Eine solche Straße wäre – abgesehen von dem damit verbundenen Raubbau an Natur und Landschaft – weder eine geeignete Alternative für den Schwerlastverkehr noch für den Schülerverkehr zum Gymnasium und der Waldorfschule – und damit auch aus verkehrstechnischer Sicht überflüssig.

Für den Schwerlastverkehr wäre sie unattraktiv und birgt Gefährdungspotential, denn die Umfahrung müsste wegen der bereits bestehenden Bebauung und Schutzgebiete mehrfach verschwenkt werden und würde direkt neben der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ in den Richtweg einmünden. Und auch für den Verkehr zu den beiden Schulen würde die Route keine Verbesserung bringen, der Verkehr muss schließlich wieder durch den Beck-Kreisel.   Im derzeit aufgestellten Bebauungsplan macht die Verbindungstraße keinen Sinn, appelliert IBgW-Sprecher Selz an die Gemeinderatsfraktionen.

Der Gang über das Gelände habe zudem in erschreckender Weise offenbart, wie das Gebiet offenbar auf kaltem Wege – ohne entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse - für eine künftige Straßen, Wohn- und Gewerbegebietsbebauung „zum Abschuss frei gegeben wird“, wie es ein Teilnehmer der mehr als zweistündigen Exkursion formulierte. Lager- und Montagehallen eines Gewerbebetriebes, die bisher hinter Baumbestand verborgen waren, prägen nun beim Blick nach Süden das Ortsbild vom Richtweg aus. Andere Teile des Gemeindewaldes werden nach Einschätzung teilnehmender Naturschützer sichtlich vernachlässigt.

Auch gibt es kaum ein Areal in Wendelstein, auf dem der Mangel an ganzheitlicher Ortsplanung so verdichtet deutlich wird wie auf dem Grünzug sichtlich des Richtwegs, gibt IBgW-Sprecher Selz zu bedenken. Statt einer soliden und vorausschauenden Ortsplanung lege die Gemeinde mit immer neuen, und äußerst bedenklichen Änderungen im Flächennutzungsplan nahezu unbemerkt von der Wendelsteiner Öffentlichkeit die Grundlage für ein neues Gewerbegebiet.

So ist als Teil der Salami-Taktik bereits mitten auf der Grünen Wiese und neben der Kita am „Wald“ der klotzige Bau eines Projektentwicklungsbüros entstanden.

Auf ebenso großes Unverständnis stößt bei der IBgW die Ansiedlung eines Handwerkerbetriebs inmitten der Grünzone. Der Gemeinderat hatte dafür vor rund zwei Jahren extra den Flächennutzungsplan geändert – eine Ansiedlung, die nach früherer Planung absolut tabu war und leicht hätte verhindert werden können. Dies sind eindeutig Fehlplanungen und ist ein weiterer Beitrag zur Flächenversiegelung. Mitten in einem Grünzug entsteht ein weitläufiger Handwerksbetrieb, während in einer der unattraktivsten Wohnlagen Wendelsteins, das aber für Gewerbe ideal geeignet wäre, nämlich dem Hörnleingelände in Großschwarzenlohe, nun eine Reihenhaussiedlung entstehen soll“, kritisiert die IBgW.

Initiative "Bürger gestalten Wendelstein", Reinhold Selz (Sprecher), Wendelstein
E-Mail: InitiativeBuergergestaltenWendelstein@gmx.de

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Von: Reinhold Selz, Freitag, 25. August 2017 - Aktualisiert am Donnerstag, 31. August 2017
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Initiative „Bürger gestalten Wendelstein“« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/initiative-buerger-gestalten-wst
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